Privatschule in Quickborn : Die Zukunft heißt Schoko-Fabrik

Die ehemalige Schokoladen-Fabrik als Opfer der Bagger.
Die ehemalige Schokoladen-Fabrik als Opfer der Bagger.

Privatschulträger bestätigt Grundstückskauf. Nach Beschluss der Ratsversammlung ist angestrebter Standort kein Thema mehr.

shz.de von
01. Juli 2015, 16:30 Uhr

Quickborn | Die Planungen für den Neubau der Quickborner Privatschule am Justus-von-Liebig-Ring 15  -  17 können getrost zu den Akten gelegt werden. Stattdessen liegt ihre Zukunft auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladen-Fabrik. Das sind die Resultate zweier Zusammenkünfte städtischer Gremien am Montagabend.

In seiner außerordentlichen Sitzung folgte der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt (Asu) einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, den Aufstellungsbeschluss für den ersten Teil des Bebauungsplans Nummer 97 „Gewerbegebiet Mitte“ nicht zu ändern. Die Ratsmitglieder bestätigten die Empfehlung des Asu in ihrer nachfolgenden Sitzung bei einer Enthaltung.

Diese Entscheidung bedeutete das Aus für die Pläne des Trägers, der Anerkannten Schulgesellschaft (ASG), auf dem im Januar erworbenen Grundstück am Justus-von-Liebig-Ring den Neubau zu errichten. Denn nur eine entsprechende Änderung hätte eine Schulbebauung auf dem Grundstück ermöglicht.

„Nach Prüfung der Unterlagen und der Gutachten kommen wir zu dem Ergebnis, dass sich dieses Grundstück nicht dafür eignet, dort eine Schule zu bauen“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU), der selbst den Sachvortrag im Asu zu dem seit Monaten schwelenden Konfliktthema hielt. Dabei untermauerte er die Bedenken, die die Verwaltung bereits in der Vergangenheit geäußert hatte: Lärmschutz, Flächenbedarf der AKN, Flächen für Schulhof, Sportplatz und Stellplätze sowie die Schulwegsicherheit. Dann ließ der Bürgermeister die Katze aus dem Sack: „Dies hat allerdings für die Schule keine Auswirkungen, da der Kaufvertrag zwischen der ASG und der Firma Lorenz unterzeichnet ist.“

Mit dem Hamburger Investor hatte die ASG parallel über ein Grundstück auf dem Areal der alten Schoko-Fabrik verhandelt, um ausweichen zu können. Nach der Asu-Sitzung, bei der er nicht anwesend war, bestätigte ASG-Geschäftsführer Elmar Süß auf Nachfrage das Geschäft. Am vergangenen Freitag habe man sich geeinigt.

In Sachen Neubau ist die Anerkannte Schulgesellschaft (ASG) einen Schritt weitergekommen. In der Frage allerdings, was  mit den provisorischen Schulcontainern passiert, muss sich schnell etwas tun. Denn am 31. Juli läuft die von der Bauaufsicht der Kreisverwaltung Pinneberg erteilte Duldungsfrist für die Privatschulen ab.
Mit der Festlegung auf ein Grundstück, das die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Antrags für einen Neubau steigert, ist eine zentrale Bedingung des Kreises zur Genehmigung einer weiteren Zwischenlösung erfüllt. „Jetzt wartet der Kreis händeringend auf einen Antrag“, sagte Kreissprecher Oliver Carstens. „Die Chancen dafür stehen  recht gut“. Wichtig sei eine zeitnahe Antragsstellung, da ein Genehmigungsverfahren mehrere Wochen dauere „und wir bereits kurz vor den Sommerferien stehen“.

Das Grundstück sei mit seinen 10.000 Quadratmetern „adäquat“. Und was passiert mit dem zuvor erworbenen Grundstück? „Da ist uns die Firma Plambeck sehr entgegengekommen“, antwortete Süß und bestätigte eine Option, vom Kauf zurückzutreten.

Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Bauantrag scheinen gegeben: Das neu erworbene Grundstück gehört als Bereich des früheren Fabrikgeländes ebenfalls zum B-Plan 97, Teil eins – und liegt dort innerhalb eines Areals, das der bereits drei Jahre alte Aufstellungsbeschluss als Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Privatschule ausweist.

Dort planten die Johanniter als damaliger Schulträger einen Neubau, ehe sie den Kauf rückgängig machten. „Da ist Schulbebauung möglich, wir haben dort andere Rahmenbedingungen“, bestätigte Stadtplanerin Friederike Lattmann gestern auf Nachfrage. Jetzt müssten die Details geplant werden.

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