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St. Petrus-Gemeinde Quickborn : Die Suche nach dem Gotteshaus

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die St. Petrus-Gemeinde in Quickborn hat ein großes Einzugsgebiet, aber kein eigenes Zentrum. Das soll sich ändern.

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Quickborn | Seit mehr als drei Jahrzehnten existiert die St. Petrus-Gemeinde in Quickborn – fast ebenso lang läuft die Suche nach einem Standort. „Wir brauchen ein Gotteshaus, das ist schon lange überfällig“, sagt Jozef Kasapoglu aus Ellerau. Die Gemeinde, der er vorsteht, gehört der Griechisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Hamburg und Schleswig-Holstein an.

Das Einzugsgebiet ist groß. Aus Hamburg, Lübeck, Rendsburg, Schleswig, Pinneberg und Elmshorn, um nun einige Städte zu nennen, kommen die aus Syrien, Libanon, Jordanien, dem Irak und der Türkei stammenden Christen alle zwei Wochen sonntags, um den Gottesdienst in arabischer Sprache zu feiern. Zwischenzeitlich in der evangelischen Kirche in Ellerau, regelmäßiger aber in der katholischen Kirche St. Marien in Quickborn. „Wir erfahren dort wirklich Nächstenliebe und wir werden super betreut“, sagt Kasapoglu, „aber wir wollen aus dieser Gastposition raus und die katholische Kirche entlasten“.

Zumal die Gemeinde wächst. Zu den „35, 40 Familien aus Quickborn und Ellerau“, wie Kasapoglu schätzt, und den auswärtigen Gemeindegliedern gesellen sich verstärkt auch Menschen, die geflohen sind, überwiegend aus Syrien.

„2015 sind zirka sieben, acht Familien à vier, fünf Personen dazugekommen“, taxiert Zouheir Hannah, in Quickborn ansässiger Orthopäde und Kasapoglus rechte Hand in Angelegenheiten der Gemeinde. Wenn Hannah vorrechnet, dass sich bisher zu Weihnachten gut und gern 250 Menschen in St. Marien eingefunden haben, dann dürfte sich diese Zahl in knapp drei Wochen noch steigern. Für Kasapoglu steht außer Frage, „dass wir alle mit offenen Armen aufnehmen“. Als Vorsteher der seit mehr als 30 Jahren in Quickborn etablierten Gemeinde sagt er auch: „Die Kirche trägt ihren Teil zur Integration bei. Und wir stellen uns dieser Aufgabe.“

Leichter wäre dies in Hannahs und Kasapoglus Augen allerdings mit einem eigenen Gemeindezentrum, einem Haus und einer Kirche. „Jede Gemeinschaft braucht einen Ort. Wir können nicht nur über Handy funktionieren“, betont Kasapoglu. In den zurückliegenden Jahren verlief die Suche nach passenden Grundstücken und Immobilien allerdings ergebnislos.

Zusammenarbeit mit der Quickborner Verwaltung

„Entweder war das Grundstück nicht geeignet oder, wenn doch, dann hätte darauf keine Kirche gebaut werden dürfen“, erinnert sich Hannah. Um dieser Situation Abhilfe zu schaffen, sondiert die Gemeinde immer wieder gemeinsam mit der Quickborner Verwaltung Möglichkeiten. „Die Stadt bemüht sich wirklich, einen Platz zu finden. Herr Köppl will uns in Quickborn halten“, sagt Kasapoglu.

Das bestätigt Bürgermeister Thomas Köppl (CDU): „Wir begleiten das positiv. Aber wir können auch nicht aktiv ins Maklergeschäft einsteigen.“ Zuletzt seien Grundstücke am Harksheider Weg und am Ziegenweg geprüft worden, aber aus planungsrechtlichen Gründen oder wegen Platzmangels verworfen worden, berichtet Köppl. Dass Quickborn angesichts des Zuzugs von Flüchtlingen mit christlich-orthodoxem Glauben eine besondere Verantwortung zukomme, hatte der Verwaltungschef bereits während der jüngsten Ratsversammlung betont.

Aber wann die Standortsuche von Erfolg gekrönt sein wird, ist derzeit offen. Fest steht allerdings laut Hannah und Kasapoglu: „Wir wollen in Quickborn bleiben.“ Und noch etwas scheint sicher: Dieses Jahr werden deutlich mehr Menschen zu Gast sein, wenn an Weihnachten in St. Marien Gottesdienst gefeiert wird. In arabischer Sprache.

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