Die Straße der Gertrud Petersen

Gertrud Petersen war Ehrengast der Veranstaltung gestern und wurde für das Foto eingerahmt von Bürgermeister Thomas Köppl (CDU, von links), Axel, Stefan und Joachim Schaffarzyk.
Gertrud Petersen war Ehrengast der Veranstaltung gestern und wurde für das Foto eingerahmt von Bürgermeister Thomas Köppl (CDU, von links), Axel, Stefan und Joachim Schaffarzyk.

Stadt Quickborn übernimmt Zuwegung zu einem fertiggestellten Baugebiet / Namensgeberin wohnt Übergabe bei

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29. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Quickborn hat sie nicht vergessen, auch wenn sie seit vier Jahren nicht mehr in der Eulenstadt wohnt: Gertrud Petersen gehört zu den wenigen lebenden Personen, deren Name ein Straßenschild ziert: Gestern war sie Ehrengast, als die Straße Am Gertrudenhof offiziell an die Stadt übergeben wurde. Ein bewegender Moment für die zierliche 79-Jährige, die auf dem 14 000 Quadratmeter großen Areal 60 Jahre ihres Lebens verbracht hat. Das wusste offenbar auch Axel Schaffarzyk von dem gleichnamigen Bauunternehmen, das zur Übergabe geladen hatte.

„Als Sie mir die Schlüssel für Haus und Hof übergaben, sagten Sie: ,Machen Sie was Schönes draus’“, sagte er zu Beginn seiner Rede. Er glaube, das das gelungen sei, und hoffe, dass ihren Geschmack treffe, was in den vergangenen zwei Jahren auf dem einstigen Grundstück ihrer Familie entstanden sei. 92 barrierefrei erreichbare Wohnungen und drei Tiefgaragen ließ das Unternehmen bauen, dazu ein unterirdisches Blockheizkraftwerk und die Straße Am Gertrudenhof. „Sie heißt so, weil sich hier das beliebte Café Gertrudenhof befand, als wir das Grundstück 2014 erworben haben“, so Schaffarzyk.

Seitdem haben er und sein Bruder Stefan rund 30 Millionen Euro investiert. Ein nicht unerheblicher Teil des Geldes sei in die Gestaltung der Grünanlage geflossen. „Wir haben aus optischen, vor allem aber auch ökologischen Gründen 35 000 neue Pflanzen gesetzt. Der größte Teil des vorhanden Baumbestandes konnte erhalten werden, und erhaltenswerte, umpflanzbare Gewächse sind auf dem Grundstück verblieben.“ Vogelnährgehölze und Insektenpflanzen sollen dafür sorgen, dass Kleintiere von April bis in den Spätherbst ein reichhaltiges Nahrungsangebot haben. Ein Insektenhotel dient als Winterquartier für Kleinstlebenwesen. „Die Nützlingshotels werden zur Ausstattung aller unserer folgenden Bauvorhaben gehören, sofern die Grundstücksgröße das zulässt“, kündigte Schaffarzyk an. Und schließlich legte das Bauunternehmen als Ausgleich für die gefällten Bäume im Quickborner Bredenmoorweg auf einer Fläche von 7500 Qudratmetern einen Ersatzwald an.

Die Straßen Am Gertrudenhof, um die sich zukünftig die Stadt kümmern wird, ist eine reine Anwohnerstraße, 110 Meter lang und auf 1172 Quadratmetern bunt gepflastert. Es sei wohl, so Schaffarzyk nicht ohne Stolz, die Zuwegung für eines der schönsten Neubaugebiete in Quickborn und Umgebung.

Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) verteidigte in seiner Rede die von Bürgern wegen der damit verbundenen Einschränkungen und Belastungen immer wieder kritisierten Bauvorhaben in der Stadt. „Es ist noch sehr maßvoll, was die Politik hier entschieden hat, und jede neu errichtete Wohnung entlastet den Wohnungsmarkt in Quickborn“, sagte er. Das Neubaugebiet Am Gertrudenhof bezeichnete Köppl als eine „städtebauliche Bereicherung“.

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