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Gutachten in Quickborn : Die Stadt zieht die Wachstumsbremse

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Politik und Verwaltung wollen keine neuen Baugrundstücke ausweisen. Ausnahme: B-Plan 104B in Quickborn-Heide.

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erstellt am 18.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Quickborn | Angesichts eines Gutachtens zur „Bevölkerungs- und Gemeinbedarfsentwicklung der Stadt Quickborn bis zum Jahr 2030“ ziehen Verwaltung und Politik die Wachstumsbremse. Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt Wolfgang Kluge (CDU) sagte während der jüngsten Sitzung: „Wir waren erstaunt, wie die Welle des Bevölkerungszuwachses schon jetzt Auswirkungen hat, die wir nur ganz schwer in den Griff bekommen, vor allem in den Kitas und Schulen. Das macht ein kleines bisschen Angst.“

Wie berichtet, entwirft der Ingenieur Peter Kramer zwei Möglichkeiten der Ortsentwicklung. In einem Intro-Szenario beschreibt er das Wachstum unter der Voraussetzung, dass die Stadt nur vorhandene Grundstücke bebauen ließe. Im Zeitraum 2019 bis 2023 würden dann 290 Kita-Plätze fehlen. Die Einwohnerzahl läge 2030 bei 22.400 und damit auf dem Niveau von 2014.

In einem Extro-Szenario geht Kramer davon aus, dass die Stadt die Siedlungswünsche der Familien aus Quickborn und Umgebung möglichst erfüllt. Von 2018 bis 2022 würden etwa 420 Kitaplätze fehlen. 2030 lebten ungefähr 24.000 Menschen in Quickborn.

Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung, sprach sich für das Intro-Szenario aus, um Schulen und Kitas nicht zu überlasten. Grüne und CDU schlossen sich ihr an. Lattmann empfahl aber, den Bebauungsplan 104  B mit 50 Wohneinheiten in Quickborn-Heide in das Szenario aufzunehmen; allerdings dürfe es bei der Infrastruktur nicht zu Engpässen kommen. Es wurde betont, dass das Schulprogramm nur mit dem Intro-Szenario funktioniere. Die Entscheidung für eine Aufnahme des B-Plans 104  B hielt Wolfgang Tröger (SPD) für verfrüht.

Kramers Gutachten weicht von dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept für Quickborn aus dem Jahr 2008 ab. „Damals gingen wir davon aus, dass man in Quickborn ein leichtes Wachstum haben wird, das 2020 wieder nach unten geht“, berichtete Lattmann. Das Gutachten habe stattdessen eine enorme Zunahme um 572 Wohneinheiten in den Jahren 2009 bis 2014 aufgezeigt. Problematisch daran sei, dass nur 36 Prozent der Immobilien innerhalb von B-Plänen und damit unter politischem Einfluss errichtet wurden. 64 Prozent entstanden in innerstädtischen Baulücken. Eigentümer müssten dafür zwar eine Genehmigung des Kreises Pinneberg einholen, die im Einvernehmen mit der Stadt entscheidet. Die könne die Vorhaben aber kaum verweigern. Vor allem dürfe sie keine Infrastrukturabgabe zur Finanzierung von Kitas und Schulen nehmen. Wer in B-Plänen baut, muss pro Wohneinheit einmalig 2500 Euro zahlen.

Kramer soll das Gutachten ausführlich in einer öffentlichen Sondersitzung am Dienstag, 19. Juli, vorstellen. Beginn ist um 18.30 Uhr. Der Ort wird noch bekannt gegeben.

Keine Einigung über die nächsten Schritte zur Parkplatzplanung am Quickborner Ärztezentrum. Wie berichtet, pachten die Mediziner die sogenannte Püttjer-Fläche zwischen Ziegenweg und Ellerauer Straße für fünf Jahre, um 40 Personalparkplätze zu bauen. Die Verwaltung empfahl im Ausschuss, zusätzlich eine Änderung des Flächennutzungsplans für eine Wiese neben dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DGB) in Angriff zu nehmen. Sollte der Pachtvertrag nicht verlängert werden, hätte die Stadt dann eine Ausweichfläche für Parkplätze. Die SPD stimmte dem nicht zu. Das Gelände sei als Sportplatz für das DGB vorzuhalten. Die Fraktionen wollen das Thema nun intern beraten.
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