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Quickborner Tageblatt

18. Oktober 2017 | 06:06 Uhr

Die Stadt will den S-Bahn-Anschluss

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Verkehrsprojekte, Bauvorhaben und Finanzen: Quickborns Bürgermeister nimmt Stellung zur Agenda 2014

shz.de von
erstellt am 28.Dez.2013 | 16:01 Uhr

„Quickborn muss als S-Bahn-Stadt im HVV-Plan auftauchen. Dann wird man wahrgenommen“, sagte Bürgermeister Thomas Köppl (CDU). Es wäre ein extremer Vorteil für Pendler, die Fahrten wären komfortabler. Es gebe höhere Fahrfrequenzen. Außerdem seien die S-Bahn-Züge deutlich leiser. Die Elektrifizierung der AKN – es war eines von mehreren Themen, die im Rathaus aufs Tapet kamen. Diese Zeitung wollte es wissen: Was steht 2014 auf der Agenda der Stadt? Welche Verkehrsprojekte stehen im Fokus, welche Bauvorhaben stehen an, und wie sieht es überhaupt mit den Finanzen aus?

Von der Elektrifizierung versprechen sich die Verantwortlichen eine Menge: Von einem Anstieg der Fahrgastzahlen werde ausgegangen. Allerdings: Eine Umgestaltung des Kreuzungsbereichs in Ellerau, wo die Bahnstrecke mit dem Straßenverkehr kreuzt, ist noch nicht in der finanziellen Planung berücksichtigt. Auch für Köppl keine zwingende Maßnahme: „Dass die Elektrifizierung stattfindet, muss das vorrangige Bestreben sein“, betonte Köppl.

Eine weitere Baustelle ist auch der geplante AKN-Übergang auf der Bahnstraße. Nachdem die alte Querung aus Sicherheitsgründen geschlossen wurde, fordern die Bürger eine neue. Zu Verzögerungen bei diesem Projekt war es gekommen, weil Ellerau den zunächst vereinbarten Kostenanteil gedrückt hatte. An den Kosten von 160 000 Euro will sich Ellerau nur noch mit 25 000 Euro beteiligen. Abgemacht war fifty-fifty.

„Wir werden die Bevölkerung nicht im Stich lassen. Ich werde der Politik im nächsten Jahr vorschlagen, den Rest der Kosten zu übernehmen“, sagte Köppl. Aber: Künftige gemeinsame Projekte mit Ellerau würde es nur noch mit einem schriftlichen Vertrag geben: „Die Vertrauensbasis ist erschüttert.“

Ein weiteres Verkehrsprojekt wird die Politik 2014 beschäftigen: die Verbindungsstraße zwischen Quickborn-Heide und Zentrum, kurz Gronauquerung genannt. Eine Machbarkeitsstudie ist in Auftrag gegeben worden. „Wir erwarten sie für das erste Halbjahr. Zur Jahresmitte wird sich die Verwaltung damit beschäftigen und sie auswerten. Nach der Sommerpause wird sie der Politik zur Diskussion vorgelegt“, informierte Fachbereichsleiterin Friederike Walter.

Quickborn soll auch 2014 weiter wachsen: Im Fokus der Verwaltung steht das Baugebiet in Quickborn-Heide, das von der Landesentwicklungsgesellschaft vermarktet wird. „Wir werden das B-Plan-Verfahren für den vierten Bauabschnitt durchführen“, sagte Walter. 60 weitere Wohneinheiten werden dort entstehen, insgesamt sind 160 geplant.

Nicht so gut läuft es mit dem ehemaligen Gelände der Schokoladenfabrik am Justus-von-Liebig-Ring. Nachdem die Johanniter ihre Privatschule dort nicht mehr bauen wollen, stehen die Planungen wieder bei null. „Ein unangenehmer Zustand“, so Köppls Kommentar. Nun müsse ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept erarbeitet werden. Das wird die Aufgabe des Hamburger Investors und ehemaligen Kooperationspartners der Johanniter, Lorenz, sein. Er hält an seinem Vorhaben fest, auf dem Schokogelände Betreutes Wohnen anzubieten. Doch der Teil des Areals, den er jetzt zusätzlich von den Johannitern übernommen hat, darf nicht für zusätzliche Wohnungen genutzt werden, sondern ist als Pufferzone deklariert. Köppl hält hier den Bau von Büros für möglich.

Eine weitere Herausforderung wird es 2014 sein, neue Gewerbegebiete zu entwickeln, erklärte Köppl.

Weniger rosig sieht er die Entwicklung des Haushalts. Der Haushalt 2014 hat ein strukturelles Defizit von 385 000 Euro. Die Verschuldung steigt auf 48 Millionen Euro an. „2015 wird die Luft enger“, befürchtet Köppl. Durch die geplante Gesetzesänderung im kommunalen Finanzausgleich und die Konsequenzen des Zensus, der Quickborn 800 Einwohner weniger als im Melderegister registriert zuschreibt, werde der Haushalt nicht besser gestellt sein als jetzt. Der CDU-Finanzexperte Ulf C. Hermanns – von der Heide geht von möglichen zwei Millionen Euro Belastungen für die Stadt aus.

Entgegengesteuert werden soll unter anderem durch Einsparungen in der Verwaltung. So ist ein Effizienzgutachten, das Stellenbedarf sowie Personal- und Sachkosten analysiert, in Auftrag gegeben worden.

Positives hingegen gibt es über das geplante Stadtmarketing zu sagen. „Mehr als 20 Leute haben schon Interesse für die Arbeitskreise bekundet“, berichtete Pressesprecher Jochen Lattmann. Außerdem sei eine Potenzialanalyse in Auftrag gegeben worden, um Informationen über die Vermarktungsstrategien der Stadt zu erhalten.




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