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Hilfe für Flüchtlinge in Quickborn : Die Stadt muss sich beteiligen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Sozialauschuss diskutiert über Koordinationsstelle in Quickborn für ehrenamtliche Aktivitäten.

Quickborn | Die Willkommenskultur soll in Quickborn zukünftig professionell koordiniert werden. „Wir haben eine Menge Ideen, können sie aber nicht realisieren“, sagte Christian Rohde, Leiter der Quickborner „Werkstatt“ am Dienstagabend im Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales. Die derzeit existierende halbe Stelle für Migrationssozialarbeit reiche bei weitem nicht aus. Unterstützung gäbe es derzeit von sechs Elternlotsen, zwei Sprachlehrerinnen sowie zehn Übersetzungs-Helferinnen.

„Es fehlt aber eine klare Anlaufstelle für Flüchtlinge und Ehrenamtliche“, so Rohde. Aus seiner Sicht sei mindestens eine weitere Halbtagsstelle notwendig. Kostenpunkt: 26  000 Euro pro Jahr. „Ich habe bereits mit dem Träger gesprochen und er wäre bereit, eine Koordinationsstelle für ehrenamtliche Aktivitäten zu schaffen“, berichtete Rohde von den ersten Verhandlungen mit dem Diakonischen Werk Hamburg-West/Südholstein. Die Bedingung sei jedoch, dass die Stadt sich angemessen beteiligt. Natürlich finanziell. Rohde rechnete mit einer Summe von 6000 bis 8000 Euro, die Quickborn beisteuern müsste. „Die Frage ist, ob man es will. Notwendig ist es“, machte Rohde deutlich.

„Wir haben die Möglichkeit diesen Punkt kurzfristig zu stärken, wenn politische Unterstützung da ist“, sagte die Ausschussvorsitzende Annabell Krämer (FDP). Auch von der SPD-Fraktion gab es Zustimmung. „Je besser wir die Menschen integrieren, desto weniger Probleme haben wir in der Folgezeit“, war sich Astrid Huemke (SPD) sicher und ihr Parteikollege Fabian Brummund (SPD) bilanzierte: „Ich halte 6000 bis 8000 Euro nicht für unangemessen. Zudem spreche ich mich dafür aus, ein Integrationskonzept zu erarbeiten.“ Das sah auch der Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales so und beauftragte Volker Dentzin, Fachbereichsleiter Einwohnerangelegenheiten, konkrete Verhandlungen mit der Diakonie aufzunehmen, um eine klare Faktenlage zu schaffen.

6,7 Prozent der Flüchtlinge, die dem Kreis Pinneberg zugewiesen werden, werden derzeit laut Dentzin in Pinneberg untergebracht. Dies seien maximal 151 Personen. Aktuell seien 146 Menschen – vor allem aus Syrien, Afghanistan, Iran und Serbien – untergebracht worden. Zwölf eigene Wohnungen stünden zur Verfügung. Dafür seien zwei Immobilien erworben worden. Eine weitere könnte hinzukommen. Zudem wurden acht Wohnungen angemietet. „Ich gehe für 2015 davon aus, dass Wohncontainer kein Thema sein werden“, sagte Dentzin, der für das laufende Jahr mit 150 zugewiesenen Flüchtlingen rechnet. Auf Kindergärten und Kitas hätte dies bisher keine Auswirkungen gehabt. „Der Grund ist aber, dass die Kinder in den Einrichtungen nicht ankommen. Sie bleiben zumeist im Familienverbund“, so Dentzin. Auch in den DAZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) sei die Situation in der Grundschule Mühlenberg, der Gemeinschaftsschule Quickborn und der Comenius-Schule unproblematisch. Einzig die Ausstattung mit Ranzen, Federmappen, Heften und Schulbedarf sei ein Problem.

Der Ausschuss war sich einig, dass die Ausstattung nicht zu Lasten der Schulen gehen dürfe. Konkrete Zahlen lägen der Verwaltung allerdings nicht vor. Daher forderte Andreas Torn (CDU): „Wir brauchen erstmal Zahlen und Fakten und dann müssen wir schauen, was an Kosten anfällt.“ Möglicherweise könnte ein Fonds für die Anschaffungen eingerichtet werden. Darüber soll in der nächsten Ausschusssitzung beraten werden.

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erstellt am 05.Feb.2015 | 16:00 Uhr

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