zur Navigation springen
Quickborner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 20:26 Uhr

Ellerau : Die SPD setzt kulturelle Akzente

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Ellerauer Ortsverein organisiert eine Ausstellung mit der Künstlerfamilie Schmelow und einen Auftritt der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 14:15 Uhr

Ellerau | Die Kulturpolitik in der Krumbekgemeinde ist ein Steckenpferd der Ellerauer SPD. Mit der Veranstaltungsreihe „Junge Ellerauer Talente stellen sich vor“ und Auftritten des Zauberkünstlers Lucas Kaminski und des Pianisten Christian Wermter setzten die Genossen bereits im vergangenen Herbst Ausrufezeichen hinter das Bestreben, Ellerau kulturell auf die Landkarte zu bringen. „Die beiden haben voll eingeschlagen und werden jetzt häufiger gebucht“, sagt Gerti Urban, im SPD-Vorstand zuständig für kulturelle Belange, erfreut. In diesem Frühjahr legen die Sozialdemokraten nach.

Für das erste Aprilwochenende organisiert der Ortsverein eine Ausstellung, die den künstlerischen Aspekt mit wahrem Lokalkolorit verbindet. „Wir werden drei Generationen einer Ellerauer Künstlerfamilie darstellen“, kündigt Gerti Urban an. Gemeint ist der frühere Ellerauer Bürgermeister Emil Schmelow und dessen Nachfahren: Tochter Regina Grube sowie die Enkel Tim Schmelow und Pascal Willsch.

„Emil Schmelow war sehr musisch veranlagt und hat viel gemalt“, berichtet Gerti Urban. Auch Regina Grube und Pascal Willsch haben diese Kunstform für sich entdeckt, während sich Tim Schmelow als 3D-Grafiker betätigt und damit auch sein Geld verdient. Aquarelle, Ölgemälde, Kreidezeichnungen, Acrylmalerei, moderne Technik und Video-Kunst – „der Spannungsbogen ist sehr groß“, kündigt Urban an. Etwa 100 Exponate werden in der Ausstellung zu sehen sein. Die Vernissage findet am Freitag, 1. April, ab 19 Uhr im Bürgerhaus statt. Am Sonnabend, 2. April, wird die Schau von 14 bis 18 Uhr geöffnet sein, am Sonntag, 3. April, von 11 bis 17 Uhr. Dabei werden Interessierte auch die Gelegenheit haben, die Nachkommen von Emil Schmelow zu treffen und über ihre künstlerische Tätigkeit zu sprechen.

Die Werke des im Juni 2015 gestorbenen Ehrenbürgermeisters, der die Entwicklung der Gemeinde in seinen Bildern festhielt, befinden sich im Besitz der Familie, wurden verschenkt oder werden als Leihgabe in der Ausstellung zu sehen sein. Einige von ihnen würden sogar käuflich zu erwerben sein, kündigt die SPD an. Der Erlös solle nach dem Willen der Familie Schmelow der Grundschule zugute kommen. Die Einnahmen können durch den Verkauf von Kaffee, Tee und Kuchen gesteigert werden.

Für das letzte Wochenende im April hat der SPD-Ortsverein einen weiteren Höhepunkt im Ellerauer Kulturkalender 2016 in petto: Esther Bejarano (Foto) gibt am Freitag, 29. April, ab 20 Uhr gemeinsam mit der Kölner Hip-Hop-Formation Microphone Mafia ein Gastspiel im Bürgerhaus (siehe Info-Kasten). „Sie ist vergangenes Jahr mit großem Erfolg in Quickborn aufgetreten, da wollten wir sie auch nach Ellerau holen“, sagt Ortsvereinsvorsitzender Eckart Urban.

Die Berichte der Zeitzeugin Esther Bejarano beeindruckten das Publikum. (Foto: Fröhlig)
Die Berichte der Zeitzeugin Esther Bejarano beeindruckten das Publikum. (Foto: Fröhlig)
 

Dass die 91-jährige Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz aus ihrer Wahlheimat Hamburg in die Krumbekgemeinde kommen wird, erfüllt die Genossen mit einigem Stolz. Angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen betont der stellvertretende Vorsitzende Lars Schmidt-von Koss die Bedeutung des Auftritts einer Persönlichkeit wie Esther Bejarano: „Gerade in den heutigen Zeiten ist es wichtig, Zeitzeugen zu hören. Wir müssen auf demokratischem Wege alles dafür tun zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt.“

Darin herrscht Einigkeit im Ortsverein. „Es ist eine Veranstaltung gegen das Vergessen“, sagt Fraktionsmitglied Helmut Wirtz. Es sei wichtig, auch junge Leute anzusprechen und Schüler zu gewinnen. Gerti Urban macht deutlich, warum: „Das Arbeiten an ,Nie wieder Krieg‘ ist aktueller denn je. Das hört nicht auf.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert