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Reitregion Quickborn : Die Sorgen der Pferdehalter

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die „Reitregion Quickborn“ lädt Referenten von der Landwirtschaftskammer ein, um über den Umgang mit der Bürokratie zu diskutieren.

shz.de von
erstellt am 15.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Quickborn | Pferdehaltung und Selbstständigkeit mit Pferdebetrieben waren die Themen, die etwa 30 Besucher in den Konferenzraum der Firma Metaplan in Quickborn lockten. Als Gastgeber hatte die Reitervereinigung „Reitregion Quickborn“ zum Gespräch geladen und als Referenten Jürgen Lamp gewonnen.

Ihn begrüßte der Ehrenvorsitzende der Reitregion, Hans-Ulrich Plaschke, als einen der kompetentesten Experten in Schleswig-Holstein, „um über all unsere Sorgen bezüglich der selbstständigen Pferdehaltungsformen zu diskutieren“. Lamp vom Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp in Blekendorf ist bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein beschäftigt.

BemerkungenSein Vortrag in Wort und Bild war gespickt mit Zahlen, Auflistungen und bürokratischen Vorschriften, die er geschickt mit humorvollen Bemerkungen und Beispielen auflockerte. „Sie haben Probleme mit ihrer Reitanlage, mit Nachbarn, mit Bürgern, mit Vorschriften?“, rief er dem Publikum zu und informierte anschließend umfassend. Jemand möchte sich selbstständig in dem Bereich machen? Fachlich geeignet sei ein Pferde- oder Landwirt. Ohne Sachkundenachweis gehe es nicht. „Ich habe den Schein, verlasse jetzt aber den Betrieb – was ist, wenn die Nachfolgerinnen keinen Schein haben?“, wollte  eine Zuhörerin wissen.

Das Tierschutzgesetz spiele eine große Rolle, sagte Lamp und erläuterte entsprechende Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltung. Bereits wenn die betrieblichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht gegeben seien und der Eigner Abstriche machen muss, leiden die Pferde. „Das Tier muss freie Bewegung haben, frische Luft, einen trockenen Stall, Licht“, zählte Lamp auf.

Er sprach die verschiedenen Versicherungen an sowie die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft, die Pflicht ist und teurer wird. Eine Besitzerin mehrerer Ponys rief dazwischen: „Dann kann ich ja dicht machen.“ Merkmale einer privilegierten Landwirtschaft wurden diskutiert. Pferdezucht ist Landwirtschaft, Pensionsviehhaltung auch.

Als wichtiges Merkmal gilt auch, dass die Ernsthaftigkeit des jeweiligen Unterfangens erkennbar sein muss. Ein Landwirt muss einen Hektar Weide für zwei Pferde bereitstellen, ein gewerblicher Betrieb benötigt 150 Quadratmeter Auslauffläche pro Pferd. „Die Einnahmen aus der Pferdehaltung müssen die Kosten der Pferde decken“, stellte Lamp klar.

Sein eineinhalbstündiger Vortrag wurde mit lebhaftem Interesse aufgenommen. „Was ist, wenn einer der zahllosen gesetzlichen Vorgaben nicht stimmt, wird mein Betrieb dann gleich dichtgemacht?“, wollte einer wissen. Lamp, der auch als Gutachter unterwegs ist, beruhigte ihn. Es müsse schon ein Sammelsurium zusammenkommen, auch in Behörden säßen Menschen.

Kritische Kriterien seien Menschen- und Tierschutz. „Der Kampf um versiegelte Flächen und Ausgleichsflächen kann einem das Kreuz brechen“, klagte einer. Wer darf was im Außenbereich bauen, war eine Frage. Plaschke zum Schluss: „Wir wollen jedes der 3000 Pferde und damit verbundenen 1000 Arbeitsplätze in Quickborn halten.“

Er wies auf den Reitweg rund um das Himmelmoor hin. „Wir haben in Quickborn einen guten Bürgermeister, der schadhafte Stellen auf dem Weg umgehend in Ordnung bringen lässt“, lobte er. Auf Anregung der Reiter sollen auch Anbindebalken für Pferde aufgestellt werden.

Vorstandsmitglied Dieter Kohlmorgen zeigte eine Handvoll Steine vom Waldweg im Rantzauer Forst, durch den eine Teilstrecke des Reitrundwegs um das Himmelmoor führt. „Die Steine liegen dort planiert wie eine Straße entlang des großen Waldarbeiterweges und sind scharfkantig, so dass das Reiten dort nicht mehr möglich und ein Ausweichen wegen der Gräben zu beiden Seiten nicht machbar ist“, sagte er.

Der zuständige Förster Ditmar Langer von der Forststelle in Bullenkuhlen erklärt dazu: „Wir haben den Weg instand gesetzt, der völlig zerfahren war, damit die Forstfahrzeuge dort eingesetzt werden können.“ Es sei Naturmaterial verwendet und viel Geld dafür investiert worden. „Wenn die Reiter Probleme haben, warum reden sie nicht mit mir, wir werden gemeinsam eine Lösung finden“, so Langers versöhnliches Angebot.

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