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Konzert in Quickborn : Die Poesie der kleinen Dinge

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Marco Todisco, ein italienischer Liedermacher, der mit ganz offenen, ganz wachen und ganz liebevollen Augen durch die Welt geht und aus dem Alltag seiner Schweizer Wahlheimat berichtet.

Quickborn | Ein besonderes Guetsli – Schwyzerdütsch für Leckerei – hatte das Offene Atelier während seiner regelmäßigen Konzerte für geladene Gäste im Programm: Marco Todisco, ein italienischer Liedermacher, der mit ganz offenen, ganz wachen und ganz liebevollen Augen durch die Welt geht und aus dem Alltag seiner Schweizer Wahlheimat berichtet.

Die Bilder, die er in seinen Liedern entwirft, gehen sofort nahe: Er öffnet den Zuhörern darin die Augen für die Menschen, indem er zärtlich-lautmalerisch den Gang der müden alten Frau auf ihren krummen Beinen nachzeichnet oder den Moment, in dem das verlöschende Licht auf der Toilette einen ganz auf sich selbst zurückwirft.

Repertoire aus Pop, Chanson und RapSie sind auch so eingängig, weil Todisco seine Lieder, die eigentlich vertonte kleine Gedichte sind, subtil aus seinem reichen musikalischen Repertoire von Chanson, Pop und Jazz arrangiert. Das geht hin bis zum Rap – mit dem er in Begleitung seines beatboxenden Partners Samuel Messerli einen Geschäftsmann porträtiert, der mit einem lauten Handygespräch die andächtige Stille eines Pendlerzuges unterbricht: Mit ihrem wilden Gebräu aus Schweizer Mundart und Business-Denglisch bringen die Musiker ihr Publikum zum Schmunzeln.

Todiscos liebevoller Blick auf den Menschen hat etwas von Cartier-Bresson, diesem anderen, großen Alltagsbeobachter, dessen Schnappschüsse von Straßenpassanten die Wirklichkeit der Stadt eindrücklicher vermitteln als jedes Monumentenporträt. Seine Beobachtungen sind aus dem Gewöhnlichen, aus dem Zufälligen gegriffen: „Sie scheinen so unbedeutend, aber sie sind das Leben“, sagt Todisco. Es gibt eben keinen Alltag, jeder Augenblick und jede Begegnung ist etwas Besonderes.  dro

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erstellt am 27.Nov.2014 | 16:00 Uhr

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