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Ellerau : Die Gemeinde arbeitet an einer Willkommenskultur

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Vom Roten Kreuz über Kirchen bis hin zu Sportvereinen sollen möglichst viele Träger des kommunalen Lebens an der Runde beteiligt sein.

Ellerau | Der Begriff Willkommenskultur ist derzeit in nahezu allen Rathäusern Deutschlands geläufig. Da bildet Ellerau keine Ausnahme. Und die 6000-Einwohner-Gemeinde muss schnell eine entwickeln. Immerhin könnte die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber in Ellerau bis Jahresende auf mehr als 40 anwachsen – von aktuell null. „Ich rechne praktisch jeden Tag damit, dass uns jemand zugewiesen wird“, sagt Bürgermeister Eckart Urban und verdeutlicht, wie groß der Handlungsbedarf ist: „Das Problem ist: Es gibt keine Zeitvorgabe.“

Diese fehlt in der Mitteilung des Kreises Segeberg mit dem Betreff „Aufnahme und Unterbringung von Asylbegehrenden und geduldeten Personen“ in der Tat. Ende Februar ging das Schreiben aus dem Referat Ausländerangelegenheiten/ Asylangelegenheiten im Rathaus ein. Die relevante Information steckt im dritten Absatz: „Aufgrund der vom Ministerpräsidenten genannten Zahl erwarte ich für das Jahr 2015 nunmehr rund 1900 Personen statt bisher 1050 Personen“, schreibt der zuständige Sachbearbeiter. Dies habe eine Neuberechnung der Aufnahmesolls notwendig gemacht. Bei insgesamt 850 Menschen mehr für den Kreis Segeberg entfallen demnach 43 auf Ellerau. „Das sind fast doppelt so viele wie zuvor angekündigt Ich sehe da ein Problem auf uns zukommen. Wir werden Wohnraum anmieten müssen“, sagt Urban. Ein Angebot habe die Gemeinde bereits vorliegen.

Ein Anfang, mehr nicht. Das weiß Urban und sagt: „Wir werden uns nach und nach darauf einrichten müssen.“ Über das Wie haben jüngst die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Kultur und Sport beraten. Von der SPD-Fraktion stamme der Vorschlag, einen Runden Tisch zu organisieren, berichtet Urban, „um zu erarbeiten, wie wir mit dem Thema Willkommenskultur umgehen“.

Vom Roten Kreuz über Kirchen bis hin zu Sportvereinen sollen möglichst viele Träger des kommunalen Lebens an der Runde beteiligt sein. „Denn es ist ja völlig klar, dass es ohne ehrenamtliche Helfer nicht geht“, sagt Urban. Der Bürgermeister sucht nach einem Termin: „Es wird kurzfristig nach Ostern stattfinden.“ Denn derzeit könnte der Gemeinde jeden Tag ein Zuweisungsbescheid ins Haus flattern.

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erstellt am 04.Apr.2015 | 10:00 Uhr

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