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Quickborner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 15:47 Uhr

Quickborn : Die Fluglärmgegner sind müde

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Amtsmüde, überaltert und enttäuscht: Die Zeit des amtierenden Vorstands der IG läuft ab. Nachfolger sind nicht in Sicht. Ein Generationswechsel ist jedoch dringend erforderlich.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Über Quickborn dröhnt täglich der Fluglärm, aber um die Interessengemeinschaft (IG) Flugschneise Nord ist es seit einiger Zeit still geworden. Nun meldet sich der Vorstand zurück und kündigt an, nicht mehr für eine neue Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Am Ende des Jahres läuft diese aus.

„Der 1970 gegründete Verein steht vor einer schwierigen Aufgabe. Von den fünf Mitgliedern des derzeit amtierenden Vorstandes üben drei dieses Amt seit 14 Jahren aus. Eine Art Generationswechsel verbunden mit einer Verjüngung ist dringend erforderlich“, sagt Eberhard von Lany, Vorsitzender der IG. Er ist 75 Jahre , sein Stellvertreter Jürgen Radowitz ist 65. Es sei notwendig, einen komplett neuen Vorstand zu bilden, so von Lany. Nach einer derartigen Aufgabe dränge sich selbstverständlich niemand, weiß auch von Lany. Doch der Nachwuchs müsse nun dringend her.

Bereits bei der vergangenen Jahreshauptversammlung hatte von Lany aufgerufen, jüngere Menschen sollten sich bei der IG melden. Aktueller Stand: Bislang gebe es noch nicht genügend Bewerbungen, informierte Radowitz. Wie viel sich gemeldet haben, wollte Radowitz nicht verraten. Es seien allerdings zu wenig.

Jahrelang kämpften die Mitglieder für eine gerechte Verteilung des Fluglärms. Hintergrund: Mehr als 40 Prozent des Verkehrs werden über Quickborn abgewickelt, Alsterdorf bleibt verschont. Sogar mit einer Klage wollte die IG die geltende Bahnbenutzungsregelung in Fuhlsbüttel vor dem Hamburger Verwaltungsgericht kippen (wir berichteten). Anfang 2012 dann die überraschende Nachricht, man gehe doch nicht vor Gericht, weil sich möglicherweise nichts ändern würde.

"Ohne die IG wäre alles noch schlimmer"

Ein weiterer Grund für den Rückzieher: Ein schwerwiegendes Problem sei die fehlende Unterstützung der IG durch die Politik, auch wenn aus der Politik vereinzelt Stimmen zu hören seien, „ohne die IG wäre alles noch schlimmer“, sagte von Lany. Die Arbeit der IG erfahre bei deren Mitgliedern und bei den von Fluglärm betroffenen Menschen doch eine spürbare Anerkennung, führte er aus.

Dennoch schrumpft die Mitgliederzahl von Jahr zu Jahr. Einst lag sie weit über 300, derzeit sind es 280. „Vielen ist der Mitgliedsbeitrag zu hoch“, sagte Radowitz. Er liegt bei sechs Euro pro Jahr. „Eine Zigarette weniger im Monat und man kann ihn bezahlen“, so Radowitz. Untätig sei die IG in den vergangenen Monaten nicht gewesen. So engagiere man sich im Zusammenschluss von Bürgerinitiativen gegen Fluglärm (BIG).

Selbstverständlich sei die Vorstandsarbeit mit einem gewissen Arbeitsaufwand verbunden und setze Engagement voraus, sagt Radowitz. Daher biete die IG den Mitgliedern und auch interessierten Nichtmitgliedern am 2. Oktober oder an einem anderen zu vereinbarenden Termin entsprechende Informationsgespräche an.

Sollte es jedoch nicht gelingen, einen neuen Vorstand zu bilden, würde das die Auflösung der IG bedeuten. „Die vom Fluglärm betroffenen Menschen hätten dann kein Sprachrohr mehr und würden die Fluglärmproblematik den ‚Kräften‘ überlassen, deren Aktivitäten in den letzten Jahren nicht gerade überzeugt haben“, betonte von Lany. Eine 40-jährige Geschichte ginge dann zu Ende. „Wir sind bemüht, auf jeden Fall die Fortsetzung des Vereins zu gewährleisten. Wir setzen alles daran, einen neuen Vorstand zu wählen“, betonte Radowitz.

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