zur Navigation springen

Fehlende Krippenplätze in Quickborn : Die Eltern gehen auf die Barrikaden

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Mütter und Väter von 23 Kindern wollen heute im Quickborner Sozialausschuss ihr Recht auf Krippenplätze einfordern.

von
erstellt am 05.Apr.2016 | 12:30 Uhr

Quickborn | Unmut breitet sich unter Eltern in Quickborn aus. „Es gibt keine freien Krippenplätze und Tagesmütter“, beklagte sich gestern Daniela Potempka. Die Quickbornerin und ihr Ehemann Sebastian gäben ihren 22 Monate alten Sohn Mika Alexander gern ab September in eine Krippe. Doch sie erhielten bisher ausschließlich Absagen.

Der Sozialausschuss tagt am heutigen Dienstag Abend in der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte, Harksheider Weg 112. Beginn ist um 19 Uhr.

Im Herbst 2014 hatte Potempka ihren Sohn angemeldet. Bei sämtlichen acht Einrichtungen in der Eulenstadt hatte sie sich und Mika persönlich vorgestellt. Doch nachdem die Kitas am 18. März ihre Bescheide verschickt hatten, lagen in ihrem Briefkasten sieben Absagen von Einrichtungen in Quickborn, Ellerau und Norderstedt. Weitere Kindergarten-Leiter meldeten sich mit derselben Nachricht telefonisch. Zudem stellte Potempka fest, dass die Quickborner Tagesmütter Kinder meist nur bis 16 Uhr betreuen. „Das kommt für uns nicht in Frage“, sagte sie.

Die 35-Jährige arbeitet halbtags in der Jugendarbeit der Stadt Norderstedt. Zum Herbst wollte sie ihre Arbeitszeit aufstocken, was aber kaum noch möglich ist. „Ich müsste mich eigentlich nach einem Job mit einem anderen Zeitmodell umsehen“, sagte sie. Das Thema treibe sie auch nachts um.

Potempka steht nicht allein vor dem Problem. Regelmäßig tauscht sie sich über den Nachrichtendienst WhatsApp mit 22 Elternteilen aus, die ebenfalls Absagen erhalten hatten. Gemeinsam wollen sie die für heute Abend angesetzte Sitzung des Ausschusses für Kinder, Soziales und Jugend besuchen und dort eine Liste von sieben Forderungen an die Stadt vortragen.

Vor allem bitten die Eltern um mehr Transparenz bei der Vergabe von Krippenplätzen. „Wir möchten, dass die Leitungen frühzeitig sagen, welche Plätze vorhanden sind“, sagte Potempka. Die Auskunft im März zu erhalten, sei zu spät. Dann sei der Jahresurlaub geplant. Wie viele Krippenplätze in Quickborn genau fehlen, ließ sich gestern nicht ermitteln. Die Kita-Leiter waren entweder nicht erreichbar oder wollten auf Nachfrage dieser Zeitung nicht mitteilen, wie viele Zu- und Absagen sie am 18. März verschickt hatten.

Diese Zahl wäre zudem nicht aussagekräftig, erläuterte Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten, Ehrenamt und Kultur der Stadt. Grund: Die Eltern sollten bis 1. April mitteilen, ob sie die Plätze annehmen. Diese Rückläufe werden zurzeit ausgewertet. Anschließend können Restplätze verteilt werden. Auch die Zahl der freien Elementarplätze steht Möller zufolge noch nicht fest, weil unklar ist, wie viele Kinder die Kitas im Sommer verlassen. Wenn Mädchen und Jungen nach dem 30. Juni sechs Jahre alt werden, entscheidet der Schularzt über die Einschulung. Es gäbe etwa 25 solcher Kann-Kinder.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen