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Quickborner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 04:20 Uhr

Quickborn : Die CDU will den AKN-Zaun öffnen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Fraktion fordert: Bürgermeister von Quickborn und Ellerau sollen einen Zugang zum Bahnsteig Ellerau schaffen.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2016 | 12:15 Uhr

Quickborn | Die Quickborner CDU lässt nicht locker. Sie drängt auf den Bau eines Zugangs zum Bahnsteig Ellerau von der Landesstraße 76 her, die genau an der Grenze zwischen Dorf und Stadt verläuft. „Die Quickborner möchten gern von dieser Seite einen Zugang haben“, sagte Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses Wolfgang Kluge (CDU) gestern bei einem Ortstermin.

Die Fraktion will einen entsprechenden Antrag an die Ratsversammlung stellen, die am Montag, 21. März, tagt. Demnach soll Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) „schnellstmöglich“ mit seinem Ellerauer Kollegen Eckart Urban (SPD) sowie dem Land sprechen.

Er soll darauf hinarbeiten, dass der Bahnsteigzugang spätestens mit dem Ausbau der Strecke A1 der Altona-Kaltenkirchen-Neumünster Eisenbahn AG (AKN) zu einer S-Bahn-Trasse eingerichtet wird. Einst querten Fußgänger auf dem Weg zum Bahnsteig ungeschützt die L76 und die Gleise, so Kluge. 2011 zog die AKN aus Sicherheitsgründen einen Zaun. Seither kämpft die CDU für dessen Öffnung. Pläne sehen eine Warteplattform für Fußgänger zwischen Straße und Gleisen vor. Um die L76 dafür zu verschwenken, sollen Grundstücksteile gekauft werden. Die Stadt stellte Kluge zufolge 80.000 Euro in den Haushalt 2016 ein, das entspricht 50 Prozent der geschätzten Projektkosten. Die andere Hälfte soll Ellerau tragen.

Kluge ist sich sicher: „Wir können jetzt anfangen.“ Andere Fraktionen rechneten zwar mit einer Änderung des Straßenniveaus durch den Gleisausbau. „Aber die Wahrheit sieht ganz anders aus“, so Kluge. Die Politik habe im Zuge einem sogenannten Scoping-Verfahrens Einblick in die Planfeststellungsunterlagen erhalten. Demnach werde sich weder das Niveau des Bahnsteigs noch der Straße ändern.

Urban will sich auf diese Aussage nicht verlassen. „Ich möchte das Schwarz auf Weiß haben“, sagte er gestern. Deshalb warte er auf die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens. Die AKN rechnet nach Angaben eines Sprechers damit, dass der Antrag im Sommer gestellt werden kann. Baubeginn wäre frühestens Mitte 2018. Bisher erklärte sich die Gemeinde Ellerau zu einer Beteiligung in Höhe von 25.000 Euro bereit. „Darüber müssten wir aber nochmal reden“, sagte Urban. Zudem hält er die Kostenschätzung für überholt. Ihr habe bloß die Vor-, aber nicht die Ausführungsplanung zugrunde gelegen. „Wenn die AKN mit den Plänen rüberrückt, sind wir einen Schritt weiter“, bemerkte der Bürgermeister.

Mit einer Resolution will die Gemeinde Ellerau Landesverkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) aus der Reserve locken. Sie erhofft sich Antworten in der festgefahrenen Diskussion um den Bahnübergang am Ortseingang von Ellerau. Außerdem lehnt sie den zweigleisigen Ausbau der Strecke A1 der Altona-Kaltenkirchen-Neumünster-Eisenbahn AG (AKN) zwischen den Stationen Ellerau und Tanneneck ab.
Begründend sagte Bürgermeister Eckart Urban (SPD) während der jüngsten Gemeindevertretersitzung: „Der zweigleisige Ausbau führt zu Eingriffen in private Grundstücke.“ Daraus könnten sich erhebliche Konflikte bis hin zu Enteigunungsverfahren ergeben, die das Planfeststellungsverfahren in die Länge ziehen oder verhindern könnten. „Das Gesamtprojekt ist massiv gefährdet“, befand er. Laut Resolution ist der Ausbau auf diesem Abschnitt nicht zwingend notwendig.
Der Bahnübergang sei der Kommune seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge. Die Schienen liegen quer auf der Bahnstraße, was zu Problemen sowohl für den Straßen- als auch den Schienenverkehr führe. Bei einer Zweigleisigkeit und einer Taktverdichtung durch die S21 würde sich die Situation zur Unerträglichkeit verschärfen.
Urban verwies im Gespräch mit dieser Zeitung auf Entwürfe eines Tunnels entweder für die Gleise oder die Fahrbahn. Sie bewegten sich in einem Kostenrahmen von 16 bis 24 Millionen Euro. Leider seien diese Vorhaben nicht in den Plänen zur Elektrifizierung und dem zweigleisigen Ausbau der AKN-Strecke A1 zur S-Bahn 21 enthalten. In der Beschlussvorlage wird betont: „Es liegt auf der Hand, dass die sich nun bietende Gelegenheit zur dauerhaften Lösung des gravierenden Verkehrsproblems nicht ungenutzt verstreichen darf.“ Die Resolution soll an die Landesregierung, Landtagsabgeordnete der Kreise Pinneberg und Segeberg, verkehrspolitische Sprecher der Fraktionen, den Hamburger Senat und den AKN-Aufsichtsrat geschickt werden.
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