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Ein Monat nach dem Brand in der Feldstraße : Die Asmussens hoffen auf Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Nach dem Brand in der Feldstraße brauchen Mutter und Tochter Unterstützung. Jetzt stellt sich die Frage: Sanierung oder Neubau?

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 12:30 Uhr

Quickborn | Seit Dienstag geht Viola Asmussen wieder arbeiten. Auch Tochter Jacqueline setzt ihre Ausbildung fort. „Die Ablenkung brauchen wir. Es muss etwas passieren“, sagt Viola. Denn in den vergangenen Wochen hatten die beiden Frauen andere Herausforderungen – irgendwie zu verkraften, was am Mittwoch, 6. Januar, geschehen ist: Beim Brand eines Doppelhauses samt Anbau in der Quickborner Feldstraße verloren die Asmussens fast alles.

„Sobald ich vor dem Haus stehe, geht es mir schlecht“, sagt Viola. Seit dem Unglück lebt die 45-Jährige gemeinsam mit ihrer 17-jährigen Tochter bei Freunden in Alveslohe. Ihre Mutter sei in einem Pflegeheim untergebracht, ihre Tante bei deren Tochter, berichtet Viola.

Das Großfeuer, bei dem etwa 120 Einsatzkräfte von fünf Feuerwehren im Einsatz waren, wurde den Ermittlungen zufolge von einem technischen Defekt in der Küche der rechten Haushälfte, bewohnt von Violas Mutter, ausgelöst. Dann griffen die Flammen auf die linke Haushälfte der Asmussens sowie den Anbau auf der straßenabgewandten Seite über, in dem Violas Tante wohnte. Ein beherzter Nachbar habe die Seniorinnen aus dem Haus geholt, berichtet Viola, die selbst ihrer Arbeit nachging, als das Feuer am späten Vormittag ausbrach. Tochter Jacqueline hatte zu diesem Zeitpunkt frei – und schlief.

„Ich bin wach geworden und habe den Rauch gerochen“, erinnert sich die 17-Jährige. Ihr erster Verdacht: „Meine Klamotten liegen zu nah an der heißen Heizung.“ Doch dann habe sie entdeckt, dass Rauch durch eine Nische in ihr Zimmer im Obergeschoss des Fachwerkhauses zog. „Ich habe die Tür zum Flur geöffnet und sofort kamen mir Rauchschwaden entgegen“, berichtet Jacqueline. Etwa anderthalb Minuten sei sie geschockt gewesen, ehe sie aus dem Haus gelaufen sei – in die eiskalte Januar-Luft, nur bekleidet mit T-Shirt und kurzer Hose. Von einem Nachbarn aus habe sie ihre Mutter angerufen – „und dann kam auch schon die Feuerwehr“, erinnert sich die Jugendliche.

Für den Rest des Tages kämpften die Einsatzkräfte gegen die Flammen, in denen keine Menschen zu Schaden kamen – allerdings Hühner, Enten, Kleinvögel und ein Papagei, die in einer Außenvoliere auf der Rückseite des Hauses lebten. Außerdem verlor Jacqueline ihre Wellensittiche und Viola ihren Hund. „Das ist das Schlimmste: Dass wir unser Zuhause verloren haben und die Tiere“, sagt Viola. Alles andere könne man ersetzen.

Wer Familie Asmussen beim Neustart helfen möchte, kann etwas spenden: Beim Nahkauf am Harksheider Weg an der Kasse soll eine Spendenbox aufgestellt worden sein.

Aber dies stellt die Familie vor große Herausforderungen. „Wir bekommen nichts erstattet“, bringt Viola das Dilemma auf den Punkt. In den ersten Tagen und Wochen nach dem Brand habe sie viel Hilfsbereitschaft erfahren, vor allem über ein soziales Online-Netzwerk. „Wir sind sehr dankbar dafür, dass es auch viele fremde Menschen gibt, die helfen wollen“, betont Viola, die gemeinsam mit ihrer Tochter vor allem auf finanzielle Hilfe angewiesen ist. Mittlerweile habe sie auch ein Gespräch mit Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) geführt. „Er hat sich über Facebook gemeldet und wir haben einen Termin vereinbart“, berichtet Viola. Sie hoffe auf Unterstützung der Stadtverwaltung.

Ob die linke Haushälfte und der Anbau direkt saniert oder erst abgerissen und dann wieder aufgebaut werden, ist – Stand gestern – noch offen. Was aus der rechten Hälfte des Doppelhauses wird, steht ebenfalls noch in den Sternen. Fraglich scheint allerdings, ob Viola und Jacqueline überhaupt wieder einziehen würden, angesichts der schlimmen Erinnerungen an den Brand. „Aber uns würde wohl nichts anderes übrig bleiben“, sagt Viola.

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