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Vortrag in Quickborn abgesagt : Die AfD ist im Landhaus nicht erwünscht

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Absage eines Vortrags in Quickborn wurde laut Geschäftsleitung bereits Ende Januar erteilt. Fragezeichen stehen hinter Terminierung.

Quickborn | Der für heute von den AfD-Freunden in Quickborn angekündigte Vortrag über „Genderismus und Frühsexualisierung in Kita und Grundschule“ fällt aus. Als Veranstaltungsort hatten die Initiatoren auf ihrer Webseite das Landhaus Quickborn Heide angegeben. Aus der geschäftlichen Leitung des Gastronomiebetriebs war gestern allerdings zu erfahren, dass die Veranstaltung bereits vor etwa zwei Wochen abgesagt worden sei.

Die Leitung des Gastronomiebetriebs im Landhaus gestattet den AfD-Freunden Quickbornihnen nicht, einen ursprünglich für Dienstagabend angekündigten Vortrag zum Thema „Genderismus und Frühsexualisierung in Kita und Grundschule“ abzuhalten. Es sei zwar richtig, dass eine Servicekraft die Reservierung entgegengenommen habe, sagte Rüdiger Bargholz aus der Geschäftsleitung. Doch als man von Gästen, anderen Gastronomen und Anrufern erfahren habe, wer Gast sein soll, sei die Reservierung storniert worden. „Eine Veranstaltung von der AfD oder einer ähnlichen Gruppierung wird es bei uns nicht geben“, sagte er.

„Die Reservierung ist von einer Servicekraft entgegengenommen worden, erst im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass es sich um einen von den AfD-Freunden organisierten Vortrag handelt“, sagte Rüdiger Bargholz im Gespräch mit dieser Zeitung. Zuvor habe es bereits Hinweise und Nachfragen von Stammkunden und anderen Gastronomiebetrieben gegeben, die geraten hätten, eine Veranstaltung im Namen der bundesweit umstrittenen Partei nicht auszurichten. Die Anrufer hätten offenbar von Mitgliedern verschiedener Parteien von dem geplanten Vortrag erfahren, so Bargholz, der ergänzte: „Danach gab es für uns keine großen Überlegungen, die Veranstaltung abzusagen.“

Eine entsprechende Benachrichtigung an Carl-Heinz Müller von den AfD-Freunden, der die Reservierung für den Vortrag vorgenommen hatte, sei dann am letzten Januar-Wochenende erfolgt – telefonisch, auf den Anrufbeantworter gesprochen. Müller will jedoch erst am vergangenen Sonntag durch eine E-Mail von der Absage erfahren haben. „Darüber sind wir natürlich nicht glücklich“, sagte er. Er habe eine Verschiebung angeboten.

Fragezeichen stehen hinter der tatsächlichen Terminierung, zu der es unterschiedliche Darstellungen gibt: Während die Veranstaltung seitens der AfD-Freunde öffentlich für den 16. Februar angekündigt wurde, teilte Bargholz gestern mit, der ursprüngliche Eintrag im Reservierungsbuch sei für den 19. Februar vorgenommen worden. Von Seiten der Quickborner Polizei verlautete gestern, die Veranstaltung sei für den heutigen Dienstag angemeldet gewesen, aber aufgrund mangelnder Teilnehmerzahlen abgesagt worden.

Dies sei der zweite vergebliche Versuch der AfD-Freunde in Quickborn gewesen, eine Veranstaltung in der Eulenstadt zu   organisieren, hieß es aus der Polizeistation. Bereits Ende November musste eine angekündigte Diskussion zur Flüchtlingssituation mangels Anmeldungen abgesagt werden. Nach Informationen dieser Zeitung hatte die Polizei die aktuelle Veranstaltung im Blick, da sie mit der Präsenz von Linksautonomen aus dem Kreisgebiet rechnete.

Die AfD-Freunde in Quickborn sind nach Auskunft von Rainer Ronke und Müller ein loser Zusammenschluss von bis zu 15 Personen aus Quickborn, Hasloh und Bilsen, die sich seit 2014 regelmäßig treffen. Nach Angaben Ronkes und Müllers ist für Frühjahr beziehungsweise Sommer 2016 die Gründung eines Ortsverbands geplant. Doch so oder so: Das Landhaus Quickborner Heide dürfte für die AfDler nicht mehr in Frage kommen. „Eine Veranstaltung von der AfD oder einer ähnlichen Gruppierung wird es bei uns nicht geben“, sagte Bargholz.

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erstellt am 16.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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