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Flüchtlinge in Bönningstedt : Der Wohnraum wird knapp

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Bürgermeister Peter Liske (BWG) sieht die Gemeinde noch gut aufgestellt. Zurzeit sind 28 Asylbewerber untergebracht.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2015 | 16:15 Uhr

Bönningstedt | Die Gemeinde Bönningstedt ist mit Wohnraum für Flüchtlinge gut aufgestellt. Das berichtete Bürgermeister Peter Liske (BWG) im Ausschuss für Schule, Sport, Kultur, Jugend und Senioren im Kulturzentrum. „Wir haben 46 Flüchtlinge, von denen 28, dabei auch Familien, gut in unserer Gemeinde untergebracht sind“, so Liske. Mehr Platz sei momentan nicht vorhanden. „Wir haben eine hervorragende Zusammenarbeit mit Quickborn, das derzeit fünf unserer Gemeinde zugerechneten Flüchtlinge erst einmal aufgenommen hat“, so Liske.

Die beiden Gemeinden würden auch Personen tauschen, weil diese je nach kultureller Konstellation zusammenpassen sollten. „Unsere Hauswurfsendung war erfolgreich, wir konnten danach etwa 20 Flüchtlinge beherbergen, und wir haben noch kleinere Wohnungen in Aussicht“, sagte Liske, der bis Ende des Jahres mit insgesamt 55 Flüchtlingen rechnet. „2014 musste Schleswig-Holstein 600 Personen in einem Monat verteilen, 2015 waren es bereits 5000 allein im Monat August“, so Liske.

Allerdings müsse die Gemeinde Bönningstedt aufgrund der ansteigenden Flüchtlingszahlen mehr Geld in die Hand nehmen. Das bestätigte der eingeladene Volker Dentzin, Fachbereichsleiter Einwohnerangelegenheiten der Stadt Quickborn.

Zuweisungen steigen kontinuierlich

Bönningstedt wird seit 2013 von Quickborn mit verwaltet. „Unsere Kalkulationsgrundlage im Verwaltungsvertrag von 2012 muss nachgebessert werden“, sagte Dentzin. Der Vertrag sei von zwei Flüchtlingen ausgegangen. 2013 lag die Quote der Flüchtlingszuweisungen laut Dentzin für Bönningstedt bei zwölf Personen, in diesem Jahr bei 58. „Die Zuweisungen steigen kontinuierlich an, das Thema Flüchtlinge hat höchste Priorität. Wir haben in der Quickborner Verwaltung daher eine neue Abteilung mit 8,4 Vollzeitstellen eingerichtet“, sagte Dentzin (diese Zeitung berichtete). Die Personalkosten im Rathaus für die neue Interimsabteilung beliefen sich auf 570  000 Euro jährlich, so Dentzin. Bönningstedt zahle je nach Unterbringung im Durchschnitt etwa 500 Euro pro Flüchtling. „Wir müssen gewappnet sein und den Menschen ein würdiges Dach über dem Kopf anbieten“, so Dentzin.

Der Ausschuss votierte einstimmig für einen Nachtrag zum bestehenden öffentlich-rechtlichen Vertrag der beiden Gemeinden als Empfehlung für die Gemeinderatsitzung. Dentzin lobte die gute Aufstellung der Gemeinde Bönningstedt in Bezug auf dezentrale Flüchtlingsunterkünfte. „Lobenswert und unentbehrlich ist das große Engagement ehrenamtlicher Kräfte“, sagte er, der darauf verwies, dass dringen weitere Mietwohnungen gesucht werden.

„Sprechen Sie mich an, wenn Sie freien Mietraum haben“, so sein Appell. Liske dankte den Bönningstedter Bürgern für die stetige Mithilfe: „Es tut uns sehr gut.“ Zu Gast war der Wirtschafts- und Politikkursus (Wipo) des neunten Jahrgangs der Gemeinschaftsschule Rugenbergen, deren Teilnehmer eifrig mitschrieben.

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