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Quickborner Tageblatt

16. Dezember 2017 | 04:49 Uhr

Der Verfechter des derben Plattdeutsch

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Comedy Jens Wagner bringt in Quickborn etwa 100 Zuschauer zum Lachen

„Als meine Regina nackt im Bad stand, habe ich ihr einen Klaps auf den Hintern gegeben. Als sie mich verwirrt anschaute, sagte ich ihr: Trump ist Präsident. Sexuelle Belästigung ist abgeschafft.“ Schon die erste Pointe von Jens Wagner zeigte am Sonnabend im Artur-Grenz-Saal, wohin es unterhaltungstechnisch ging: gern auch mal unter die Gürtellinie. Alles auf Platt, wie das Programm „Comedy op platt – tosamen ist man weniger alleen“ versprach. Mit etwa 100 Zuschauern war der Saal allerdings nicht einmal halbvoll.

„Platt ist eine ehrliche Sprache. Manchmal etwas hart. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass mein Opa mal ‚Schatze‘ oder ‚Häschen‘ gesagt hat“, berichtete Wagner. „Olle Goos“ („alte Gans“) sei da schon liebevoll gewesen. „Der Schleswig-Holsteinische Heimatverbund sieht sich als Bewahrer der Plattdeutschen Sprache. Die kommen mit so einem wie mir nicht klar“, berichtete Wagner. Er sei schon gebeten worden, nicht so direkt zu sein. „Kommt nicht in Frage“, verkündete Wagner stolz.

Erlebnisse mit dem Enkel, Erzieherinnen im Kindergarten und mit der eigenen Ehefrau bildeten den roten Faden des Programms. Immer wieder plauderte Wagner aus dem familiären Nähkästchen, das er erschaffen hatte. Teilweise Geschichten, die man vielleicht schon kannte, die aber so gut sind, dass man sie auch ein zweites oder drittes Mal hören kann – immer pointenreich verpackt. Und auch Geständnisse gab es. „Sonntags ist nicht so mein Tag. Da kommt immer Pilcher“, sagte Wagner und konstruierte eine mögliches Drehbuch mit reichlich Klischees. Die Lacher des Publikums ließen erkennen: Beide Geschlechter fanden sich in der Darstellung wieder.

Zwischendurch tauchte Wagner immer wieder in Rollen seiner erfundenen Figuren wie „Alma Hoppe“, seinem Inbegriff für „besondere Menschen“. „Die gibt es auch in Kiebitzreihe, wo ich herkomme“, erläuterte Wagner die Idee zu der Tratschtante auf der Bühne. Und auch die Figur „Wilhelm Wuttke“ durfte natürlich nicht fehlen. „Das können Sie sich schon mal notieren: am 1. Mai ist beim NDR Wilhelm-Wuttke-Tag“, sagte Wagner. Der Norddeutsche Rundfunk zeigt „Trecker, Schlepper, Dieselrösser“ ab 11.30 Uhr und danach „Bauer Wuttke siene Höfe“ ab 13 Uhr. „Willi am Tag der Arbeit. Das passt“, scherzte Wagner.


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