Bildende Kunst : Der Quickborner Edwin Zaft zeigt seine Werke

Edwin Zaft malte viele seiner Bilder aus seiner Erinnerungen heraus.
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Edwin Zaft malte viele seiner Bilder aus seiner Erinnerungen heraus.

Edwin Zaft vom Quickborner Kunstverein stellt im Bürgermeister-Büro aus. Seine Bilder thematisieren das Erinnern.

shz.de von
12. Mai 2018, 13:00 Uhr

Quickborn | Das Büro des Quickborner Bürgermeisters Thomas Köppl (CDU) erstrahlt in neuem Glanz. Nach den kräftigen Farben der Bilder von Tanja Gott, hängen nun die deutlich zurückhaltenderen Werke des Künstlers Edwin Zaft vom Quickborner Kunstverein an den Wänden.

„Jeder hat sich anders erinnert.“

Eines haben seine ausgewählten Werke alle gemein: Erinnerungen. „Auf das Thema bin ich gestoßen, als ich ein Chronikbuch meines Geburtstortes gefunden habe. Dort habe ich Orte und Personen erkannt“, erklärte Zaft. Auch ein Fotoalbum der Familie galt für den Quickborner Künstler als Vorlage für seine Bilder. „Ich stellte mir die Frage, ob man sich erinnern kann. Eigentlich kann man das nämlich nicht“, sagte er. Er berichtete von einem Familientreffen. „Über ein und das selbe Ereignis gab es fünf verschiedene Versionen. Jeder hat sich anders erinnert.“ Die Wahrheit blieb jedoch im Verborgenen.

Aus dieser Erfahrung habe er die Bilder gemalt, in denen er nicht so sehr ins Detail gehen wollte und auch konnte. Lediglich Schemen bleiben übrig, Orte und Szenen sind flächig und scheinen sich an manchen Stellen aufzulösen. Teilweise schimmern die Bildhintergründe silbrig und fleckig und erinnern an fotografische Platten aus der Zeit der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie. Die Farbigkeit seiner Ölbilder ist sehr zurückgenommen. Viele Bilder kommen mit nur wenigen Farbtönen aus. Flecken und Spritzer oder angedeutete Vegetation drängen das Bildmotiv manchmal in den Hintergrund und scheinen den Zugang zu versperren. Farbschlieren legen sich über das Motiv und lassen das Gezeigte unscharf werden. Doch genau das ist das Ziel des Künstlers. Seiner Meinung nach, können Erinnerungen nie exakt wiedergegeben werden. „Die meisten Dinge, die wir zu erinnern glauben, basieren mehr auf Gefühltem als auf wirklich Gesehenem und Erlebtem“, sagt Zaft über seine Bilder. Übrig bleibe nur das Gefühl. Alles werde mit der Zeit verschwimmen und unscharf.

Kunst als Irritation

Mit seiner kleinen Ausstellung im Bürgermeister-Büro möchte der Künstler gleichzeitig die Vergänglichkeit darstellen. Beispielsweise verbindet er Vergangenheit mit der Gegenwart. Zerstörung und Krieg sind in einem seiner Werke symbolisiert. Zaft verbindet die Bombenanschläge in Berlin während des zweiten Weltkriegs mit den aktuellen Kriegszuständen in Syrien. „Kunst ist auch Auseinandersetzung. Sie muss nicht gefallen, sie muss manchmal auch irritieren“, fasst Zaft seine Arbeitsweise zusammen.

Seit vielen Jahren hängen verschiedene Künstler ihre Werke im Büro des Bürgermeisters auf. Wer sich die Bilder von Zaft einmal genau anschauen möchte, kann sich im Quickborner Rathaus bei Jochen Lattmann unter Telefon (0 41 06) 61 12 11 oder am Empfang unter (0 41 06) 61 10 melden. Dann wird ein gemeinsamer Termin gesucht.
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