Kooperation mit Ellerau : Der Platz im Quickborner Verwaltungssitz wird knapper

Das Team im Quickborner Rathaus soll vergrößert werden.

Das Team im Quickborner Rathaus soll vergrößert werden.

In Quickborn steigt die Zahl der Stellen um bis zu elf. Denkbar sei die erneute Anmietung externer Büroräume.

shz.de von
31. Mai 2018, 13:00 Uhr

Quickborn | Seit Dienstag gibt es kein Zurück mehr: Mit ihrer Unterschrift haben Elleraus Bürgermeister Eckart Urban (SPD) und Quickborns Bürgermeister Thomas Köppl (CDU) die Verwaltungskooperation besiegelt. Die neue Verbundenheit lässt sich die Gemeinde jährlich rund 1,35 Millionen Euro kosten. Die Stadt liefert dafür ab 1. Juli 2019 „gute Verwaltungsleistungen“, wie Köppl versprach.

Das Vertrauen der beiden neuen Partner zueinander ist offenbar groß, denn eine Befristung der Laufzeit ist in dem 20 Seiten starken Vertrag nicht vorgesehen. Die Kündigungsfrist wird auf zweieinhalb Jahre erhöht. Der auslaufende Vertrag mit Norderstedt sieht eine Kündigungsfrist von einem Jahr vor.

Bürgerbüro Ellerau bleibt bestehen

Die Bürger werden von den Veränderungen kaum etwas spüren. Das Bürgerbüro in Ellerau mit den bislang angebotenen Dienstleistungen und Öffnungszeiten bleibt bestehen. Zukünftig können hier auch die Bürger Bönningstedts, Haslohs oder Quickborns ihre Angelegenheiten regeln, etwa einen Angelschein beantragen, sich an- und ummelden, einen Betreuungsplatz oder einen Pass beantragen. Umgekehrt können die Ellerauer auch in die Rathäuser der anderen Verbundpartner gehen.

Die Mitarbeiter im Ellerauer Rathaus, die noch zur Norderstedter Verwaltung gehören, bekommen ein Übernahmeangebot. Gleichzeitig wird das Team im Quickborner Rathaus vergrößert. Köppl rechnet nach eigenen Angaben mit bis zu elf zusätzlichen Stellen. Wo die neuen Kollegen unterkommen werden, steht indes noch nicht fest. Möglicherweise wird die Stadt weitere Büroräume anmieten. Im Rathaus jedenfalls ist kaum noch Platz.

Beziehung zwischen Kommunen verbessern

Er sei, so der Bürgermeister auf Nachfrage, ein Fan der Verwaltungsgemeinschaften, weil jede Kommune ihre Selbstständigkeit behalte und eine Kündigung vergleichsweise unkompliziert sei. Bei der Vertragsunterzeichnung lobten er und Urban die zügigen und sachlichen Verhandlungen und machten auch keinen Hehl daraus, dass sie sich von der Zusammenarbeit eine Verbesserung der Beziehungen beider Kommunen erhoffen. „Es ist herausragend, dass die Beschlüsse für die Kooperation in Ellerau und Quickborn jeweils einstimmig gefällt wurden. Ich verspreche mir davon nun einen guten Neustart “, so Urban.

Sein Quickborner Amtskollege versprach, „Ellerau auf seinem Ellerauer Weg zu begleiten“, ohne sich dabei in die inneren Angelegenheiten der Gemeinde einzumischen. „Ansonsten wäre es ausgesprochen gut, wenn man zu einem Gleichklang der politischen Wege kommt“, so Köppl, der sich während der Vertragsunterzeichnung im Ellerauer Rathaus ausdrücklich bei den Mitarbeitern der Norderstedter Verwaltung für die „konstruktive und professionelle Abwicklung“ bedankte.

Durch den Neuzugang wächst der Quickborner Verwaltungsbezirk auf knapp 36.000 Menschen. Damit ist die nach Angaben von Köppl ideale Größe von 40.000 Bürgern fast, aber noch nicht ganz erreicht. Weitere Kooperationen sind derzeit allerdings nicht geplant.

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