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Kirchweihfest : Der Platz der „Lebenden Steine“

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

860 Erinnerungen an persönliche Höhepunkte gibt es in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Quickborn | Wenn die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Quickborn ihr Kirchweihfest feiert, geht es nicht nur um das Erinnern. Damit verbunden ist jeweils ein anspruchsvolles Programm, das viele Menschen gestalten. Das fängt schon bei den Kleinsten an. Beim Festhochamt in der Marienkirche bildeten sie am Sonntag einen Kreis um den Altar und sangen: „Gott baut ein Haus, das lebt, aus lauter bunten Steinen, aus großen und aus kleinen, eins das lebendig ist.“

Pfarrer Wolfgang Guttmann erinnerte an die Zeit, als auf den Abriss der alten Kirche und den Neubau endlich am 28. Mai 2000 die Weihe des fertiggestellten Gotteshauses folgte. „Eine schöne, lichtdurchflutete Kirche, die den Namen der Schutzpatronin Maria trägt“, so der Pfarrer. Möglich wurde der Bau insbesondere durch die Hilfe der Gemeindeglieder. „Die Spendenbereitschaft war großartig“, sagte Guttmann. Damals wurde die Idee der „Lebenden Steine“ mit persönlichen Widmungen geboren, die jeder erwerben und auf dem Platz vor der Kirche verlegen lassen konnte. Initiiert wurde die Aktion von Wolfgang und Rosi Wiese, die ein ähnliches Projekt während einer reise durch Kalifornien entdeckt hatten.

Längst ist daraus eine Tradition geworden, an der die Kirchengemeinde bis heute festhält. Inzwischen erinnern mehr als 860 „Lebende Steine“ an ganz persönliche Höhepunkte wie Taufen, Trauungen oder runde Geburtstage. Begehrt sind die Steine mit Widmungen von Paaren, für die Enkelkinder oder zur Taufe des Nachwuchses. Auch beim jüngsten Kirchweihfest verlegten zwölf Spender einen Stein. Der Ertrag kommt jetzt allerdings der Stiftung der Gemeinde für besondere Projekte zugute.

Erinnerung an die Anfänge des Ausländerfestes

Ein weiterer Höhepunkt des Kirchweihfestes war die Enthüllung einer Bronzetafel, mit der an die Anfänge des sogenannten Ausländerfestes am 24. September 1987 erinnert wird. Die Veranstaltung gehört fest in den Kalender der Kirchengemeinde St. Marien und dient nicht zuletzt dem Miteinander und der Verständigung der Kulturen. Zu der feierlichen Enthüllung spielte Stephan Schwiderski auf dem Saxophon die Hymne „Freude, schöner Götterfunke“. Erzbischof Stefan Heße gratulierte der Kirchengemeinde schriftlich zu einer nach seinen Worten „vorbildlichen Migrationsarbeit“. In dem Schreiben setzte sich Heße allerdings auch kritisch mit dem Begriff „Ausländer“ auseinander und betonte, er dürfe nicht nicht mit Ausgrenzung in Verbindung stehen. Die katholische Kirchengemeinde in Quickborn habe es verstanden, diese Assoziation zu verhindern.

Die langjährige Organisationsleiterin Felicitas Straßberger wies auf die „Vorgeschichte“ des Ausländerfestes hin, die nun auch von der Tafel abgelesen werden kann. „Die Idee erwuchs aus einer Initiative der aus verschiedenen Ländern der Welt zu uns gekommenen Arbeitskräfte. Sie wollten den hier ansässigen Gemeindemitgliedern sowie allen Bürgern den kulinarischen Reichtum ihrer Heimat bekannt machen. Begegnungen und Integration sollten so auch von ihrer Seite aus erleichtert werden“, sagte sie. Auch wenn nach so vielen Jahren von der „Interkulturellen Woche“ gesprochen wird, ist die ursprüngliche und mit vielen lebendigen Erfahrungen versehene Bezeichnung „Ausländerfest“ in Quickborn erhalten geblieben.

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