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Quickborner Tageblatt

21. August 2017 | 02:48 Uhr

Der lange Weg zur Regengebühr

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Hamburger Stadtentwässerung stellt in Bönningstedt Konzept vor / Ermittlung der versiegelten Flächen kostet 100 000 Euro

Die brennendste Frage konnte an diesem Abend noch nicht beantwortet werden: „Welche Kosten kommen auf die Grundstückseigentümer zu?“ Dafür erhielten die Mitglieder des Bönningstedter Finanzausschusses Einblick in die Vorgehensweise der Hamburger Stadtentwässerung (HSE), die anhand des Beispiels von Barsbüttel aufzeigte, wie die versiegelte Fläche einer Ortschaft ermittelt wird. Der Grund: Die Erhebung von Niederschlagswassergebühren ist gesetzlich vorgeschrieben.

„Die Grundlage bilden Luftbildaufnahmen, die mit Hilfe einer Software und den jeweiligen Flurkarten eine Skizze erstellt, aus der ersichtlich ist, wie groß die befestigte Fläche ist“, erklärte HSE-Mitarbeiter Lars Stolpe. Zusammen mit einem Fragebogen werde diese Skizze dann an die Eigentümer verschickt. Die könnten dann der Berechnung zustimmen – oder widersprechen und Nachbesserung fordern. „Wichtig sind die Arbeiten im Vorfeld: Plakate und Informations-Veranstaltungen sollen helfen zu verstehen, warum wer wieviel bezahlen muss“, so Stolpe weiter. Grundlage sei dabei die Summe, die die Gemeinde Bönningstedt für die Beseitigung des Niederschlagswasser jährlich bezahlen muss – derzeit etwa 85 000 Euro. Dieses Summe werde anteilig auf diejenigen umgelegt, die Besitzer von versiegelten Flächen sind. „Eine Berechnung der Gebühr für Bönningstedt ist erst dann möglich, wenn wir wissen, wie viele Quadratmeter die versiegelte Fläche hier beträgt“, so Stolpe.

„Die Ermittlung dieser Flächen und die Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld ist aufwändig und kostet auch Geld – man spart aber dafür im zweiten Schritt“, erklärt Lars Christiansen, der bei der HSE für die Geschäftsentwicklung zuständig ist. So habe die Erfahrung in Barsbüttel gezeigt, dass nur 1,4 Prozent der Grundstückseigentümer der Berechnung widersprochen habe. Die Kosten der Berechnung bezifferte Christiansen mit etwa 100 000 Euro.

Nach dem weiteren Vorgehen und dem Zeitplan erkundigte sich der Ausschussvorsitzende Niels Hansen (BWG). „Zunächst muss die Gemeindevertretung der Einführung der Gebühr zustimmen, dann muss die Satzung der Gemeinde entsprechend geändert werden. Dann ermitteln wir, wie sich die Abflusssituation in Bönningstedt darstellt“, zählte Christiansen die nächsten Schritte auf. Mit Optimismus könnte dies bis August fertig gestellt sein. „In Barsbüttel benötigten wir insgesamt etwa ein Jahr“, so Christiansen. Spätestens ab 2016 wird die Gemeinde Rechnungen für die Niederschlagswassergebühr versenden.

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erstellt am 07.Feb.2014 | 16:00 Uhr

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