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Kita-Platz-Mangel : Der Kreisausschuss ist ratlos

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Zwölf Erziehungsberechtigte besuchen das Gremium für Jugendhilfe – ohne Erfolg.

Quickborn | „Wir sind darüber enttäuscht, wie schnell das abgefrühstückt wurde“, sagte Daniela Potempka. Zusammen mit etwa zwölf Eltern hatte sie in der jüngsten Sitzung des Kreisjugendhilfeausschusses einen Katalog mit 15 Fragen zur Vergabe von Betreuungsplätzen in Quickborn vorgestellt, aber keine Antwort erhalten. Aus Zeitgründen sollten die Fragen schriftlich beantwortet werden, hieß es im Ausschuss. Die Eltern hatten sich zusammengeschlossen, nachdem ihre Anträge auf eine Kita-Betreuung abgelehnt worden waren. Sie fordern mehr Plätze, Entscheidungsfreiheit zwischen einer Kita- und einer Tagesmutterbetreuung und mehr Transparenz bei der Vergabe der Plätze.

„Es gibt in Quickborn ein Zahlenproblem“, sagte Claudia Brandtner von der Elterngruppe vor dem Ausschuss und prangerte damit an, dass die Verwaltung der Stadt nur wenig Informationen herausgegeben habe. Die Fragen vor dem Ausschuss bezogen sich darum nicht nur auf die zukünftigen Pläne zum Betreuungsbedarf, sondern auch auf den Ist-Zustand und die Offenlegung der bisherigen Vergabepraxis.

Nadine Mai von der Kreiselternvertretung stellte ein Papier vor, dass die Stadt im vergangenen Jahr an den Kreis Pinneberg zur Bedarfsplanung weitergegeben hatte. Außer an Hortplätzen sei dort kein Bedarf angemeldet worden, obwohl Neubaugebiete und damit der Zuzug von Familien mit kleinen Kindern berücksichtigt worden seien. „Da frage ich mich: Wenn man so eine Diskrepanz feststellt, warum hakt man da nicht nach?“, so Mai.

Brandtner erläuterte: Man stelle dem Ausschuss diese Fragen, weil dem Kreis die Aufsicht über die Betreuungssituation obliege. Nach dem Verlesen der Anliegen stellte Birgit Schuch vom Fachbereich Soziales aber klar, dass der Kreis gegenüber der Stadt Quickborn nicht weisungsberechtigt sei. Die Ausschussvorsitzende Helga Kell-Rossmann (SPD) ergänzte: „Wir sind ein bisschen zahnlos.“ Sie plädierte dafür, daran in Zukunft etwas zu ändern. „Vielleicht können wir uns überlegen, ob der Kreis sich nicht doch mehr kümmern kann“, schlug sie vor. Dalia Akik von der Elterngruppe sagte: „Ich habe mich gefreut, dass die Vorsitzende mehr tun möchte. Aber erstmal sind das nur Worte. Wir müssen abwarten, ob da etwas kommt.“ Brandtner zeigte sich enttäuscht über den Abend: „Wenn der Kreis bei der Stadt nichts bewirken kann, wer denn dann?“

Etwa 15 offene Gesuche nach Plätzen, vor allem in Krippen, liegen Carsten Möller, Leiter des Fachbereichs Kindertagesstätten der Stadt Quickborn, derzeit vor. Den Betreuungsbedarf für Krippenkinder werde die Stadt bis 1. August nicht vollständig abdecken können. Besser sieht das Angebot für ältere aus: Die Nachfrage nach Elementarplätzen werde zu 95 Prozent in Quickborn gedeckt, durch die Unterbringung von etwa 20 Kindern außerhalb sogar zu 97 Prozent. Die Stadt zahle die externe Betreuung von Kindern in der Regel bis zum Ablauf des Kindergartenjahres. Ziel ist, dass sie anschließend einen Platz in der Stadt erhalten, um sich am Wohnort besser integrieren zu können. Weitere 20 Elementarplätze sollen zum 1. August in der Kita der Arbeiterwohlfahrt eingerichtet werden. Eine Übersicht der freien Kapazitäten von Tagesmüttern soll in der Sozialausschusssitzung am Dienstag, 10. Mai, vorliegen.
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erstellt am 26.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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