Quickborn : Der Kita-Streik beginnt

Beschäftigte der städtischen Kindertagesstätte Zauberbaum zogen gestern Morgen mit Plakaten und Trillerpfeifen durch die Innenstadt.
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Beschäftigte der städtischen Kindertagesstätte Zauberbaum zogen gestern Morgen mit Plakaten und Trillerpfeifen durch die Innenstadt.

14 Mitarbeiter der Kindertagesstätte Zauberbaum sind seit gestern im unbefristeten Ausstand.

shz.de von
09. Mai 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Erzieher der Quickborner Kindertagesstätte (Kita) Zauberbaum sind gestern Morgen in unbefristeten Streik getreten. Gegen acht Uhr versammelte sich eine 14-köpfige Gruppe aus Mitgliedern von Verdi und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vor der Kita in der Kampstraße, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Anschließend zogen die Streikenden, begleitet von Sabine Böse von der GEW-Landesfachgruppe Sozialpädagogische Berufe, mit Trillerpfeifen, Fahnen und Plakaten durch die Innenstadt, um Frühaufsteher über ihre Argumente und Forderungen zu informieren. Dabei verteilten sie Infozettel. Bei Passanten sei die Gruppe überwiegend auf Verständnis gestoßen, berichtete Böse: „Zustimmendes Winken, Daumen hoch – es gab eher positive Reaktionen. Auch einige neutrale, aber keine negativen.“ Im Anschluss zog die Gruppe weiter zur Streikversammlung ins „Sporthotel“, um offene Fragen zu klären und über das weitere Vorgehen zu beraten. „Es ist den Kolleginnen und Kollegen wichtig, deutlich zu machen, dass sich der Streik nicht gegen die Eltern und schon gar nicht gegen die Kinder richtet“, berichtete Böse von dem Treffen. „Aber aufgrund der stockenden Tarifverhandlungen werden sie auch in der nächsten Woche streiken.“ Wie Eltern, Kita-Leitung und Stadtverwaltung mit dieser Situation umgehen, sollte laut Fachbereichsleiter Carsten Möller gestern Nachmittag in einer geschlossenen Veranstaltung im Artur-Grenz-Saal besprochen werden.

„Ich hoffe, dass wir am Montag eine Lösung präsentieren können, die für alle tragbar ist“, erklärte Möller und fügte an: „Unsere Hoffnung ist, dass der Streik schnell beendet sein wird.“ Im Zauberbaum konnten gestern insgesamt lediglich 30 von sonst etwa 150 Kindern in zwei eingerichteten Notgruppen betreut werden. Proteste und Unmutsäußerungen von Eltern, die die Kinderbetreuung wegen des Streiks selbst organisieren mussten, seien ihm nicht zugetragen worden, sagte Möller. Die Eltern hätten sich „ganz gut auf die Situation eingestellt“.

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