Kita in Hasloh : Der Kinderrat bestimmt mit

Was es heute zu essen gibt? Die Antwort ist für alle Kinder schnell ersichtlich, wie Kita-Leiterin Michaela Werner zeigt.
Was es heute zu essen gibt? Die Antwort ist für alle Kinder schnell ersichtlich, wie Kita-Leiterin Michaela Werner zeigt.

Kleine Architekten: Zahlreiche Ideen für die Räume des Neubau stammen von denen, die dort auch spielen.

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06. November 2013, 16:00 Uhr

Nein, ein Schwimmbad wird es nicht geben. Wäre es nach dem Bauplan der kleinen Architekten der evangelischen Kindertagesstätte Hasloh für ihren Wunsch-Kindergarten gegangen, gäbe es außerdem eine Turnhalle mit Fußballplatz in der neuen Kita, die zurzeit an der neuen Mitte entsteht.

„In den ersten Phasen der Planung waren es nur die Mitarbeiter, die sich Gedanken machten, für die Kinder war das noch nicht greifbar“, berichtet Leiterin Michaela Werner. Dann die erste Zeichnung der Jungen und Mädchen – und die Erkenntnis, dass manche Wünsche unerfüllbar sind.

„Wir gaben dann der Erkundungsgruppe den Auftrag, in den Räumen im Mittelweg ihre Lieblingsplätze zu fotografieren“, erzählt Werner weiter. Das Ziel sei gewesen, möglichst viele Orte zu bewahren. „Wir wollten wissen: Was brauchen unsere Kinder?“, so Werner. Eines der Ergebnisse habe die Erzieher in Erstaunen versetzt: „Wir haben im Eingangsbereich ein Regal, das gut als Mini-Höhle genutzt werden kann“, sagt Werner und schmunzelt.

Vor Blicken geschützt würden sich Kinder gern mal dorthin zurückziehen. „Also gaben wir das an den Architekten weiter, der im neuen Gebäude solche kleinen Nischen im Flur schaffen wird“, beschreibt Werner die Umsetzung. Manchmal hätten die unterschiedlichen Perspektiven von Erwachsenen und Kindern jedoch auch zum gleichen Ergebnis geführt: „Im Bauraum ist es öfters mal ziemlich laut, das empfanden die Kinder genauso“, erzählt die Pädagogin. Folgerichtig ist der neue Bauraum ein abgetrenntes, eigenständiges Zimmer.

Auch den „Regenbogenraum“ wird es in der neuen Kita wieder geben. „Das ist ein Rückzugs-Raum nur für die Kinder“, erklärt Werner. Hier beherrschen die Fantasien und Spielideen der Jungen und Mädchen den Raum, die „Großen“ bleiben außen vor. Erhalten bleibt auch die Holzwerkstatt, neu dagegen ist der Bewegungsraum, in dem auch mal nach Herzenslust getobt werden darf.

Erhalten bleibt auch der zwölfköpfige Kinderrat. „Bei Streit, etwa um Spielzeug, lernen die Kinder, bewusste Entscheidungen zu treffen und eigene Lösungen zu finden“, beschreibt Werner. Gelegentlich mit erstaunlichen Ergebnissen: „Die sind manchmal untereinander strenger, als es die Erwachsenen sind“, so Werners Erfahrung.

In der gemeinsamen Planung der neuen Räume mussten sich die Kinder zwar auch von Wünschen – wie dem nach Schwimmbad und Turnhalle – verabschieden. „Aber auch das gehört dazu: Sie haben dabei gelernt, was realistisch und machbar ist – und was eben nicht möglich ist“, so Werner. Ganz wie im richtigen Leben eben.

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