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Quickborner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 17:35 Uhr

Heiratsantrag : Der Himmel hängt voller Geigen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

So romantisch: Stefan Grauwelman will Petra Himmelein auf dem ZDF-Traumschiff einen Heiratsantrag machen

shz.de von
erstellt am 24.Dez.2013 | 16:25 Uhr

Unvergesslich soll er sein. Romantisch, aber auch originell. Noch Jahrzehnte später möchte man sich daran erinnern: an den Heiratsantrag. Mehrere hat Stefan Grauwelman seiner Freundin Petra Himmelein schon gemacht – keinen hat sie abgelehnt, aber auch keinen angenommen. Doch der freie Journalist gab nicht auf. Schließlich sagte sie: „Wenn du mir einen Heiratsantrag auf der Brücke eines Kreuzfahrtschiffs machst, sage ich Ja.“ Das sei schon immer ihr Traum gewesen. Alles andere macht ja jeder.

Im Mai 2014 soll es soweit sein: Auf dem Kreuzfahrtschiff MS Deutschland wird er seine Liebste fragen, ob sie mit ihm den Bund fürs Leben eingehen wird. Es könnte keinen besseren Ort geben, denn die MS Deutschland fährt als Traumschiff für die gleichnamige ZDF-Serie über die Ozeane, bei der sich vieles an Bord um die Liebe dreht.

„Ein echtes Happy-End“, sagt Grauwelman, denn lange sah es so aus, als würden die beiden wie die Königskinder in der gleichnamigen Oper von Engelbert Humperdinck nicht zueinanderkommen. Das Liebespaar hatte sich 2011 über ein Partnerschaftsportal im Internet kennen gelernt. Für die Leser dieser Zeitung ist Himmelein keine Unbekannte: Der Fernsehsender RTL 2 übernahm die Kosten für die Renovierung ihres frisch gekauften Hauses in der Quickborner Innenstadt, nachdem die Erzieherin von zwielichtigen Handwerkern hereingelegt wurde und die Ersparnisse aufgebraucht waren.

Während dieser Zeit, in der die Nerven blank lagen, hatte sich Grauwelman von seinem Herzblatt getrennt. „Ich war es, der der ganzen Situation entfliehen wollte, weil ich es nicht mehr ertragen konnte, nichts für sie tun zu können. Von der Psyche her war ich nicht mehr Herr meiner Sinne. Obwohl ich nie aufgehört habe, sie zu lieben, fand ich nicht die Mittel, das Richtige zu tun – und machte einen Fehler nach dem anderen“, sagt er. Er wollte sie eifersüchtig machen, traf sich mit anderen Frauen und erzählte ihr davon. „Aber ich war ihr immer treu, wollte von keiner Frau etwas, es ist nie etwas passiert.“

Im September dann ein Treffen im Montgomery’s Champs in Schnelsen. „Da war Petra voller Hoffnung auf Versöhnung, sah umwerfend gut aus, doch wir beide wollten nicht zugeben, dass wir den jeweils anderen vermissen. Auf dem Gehweg vor dem Lokal umarmten wir uns mehr als zwei Stunden sehr innig“, erzählt er.

Dann schlug das Schicksal brutal zu: Grauwelman erlitt zwei Schlaganfälle. Doch wie durch ein medizinisches Wunder habe er ohne gesundheitliche Nachwirkungen überlebt. Als der Journalist im Krankenhaus lag, habe er ein spirituelles Erlebnis gehabt: „Es traf mich wie aus dem Nichts eine Macht, die wie ein Lichtstrahl in mich hineinfuhr, mir ganz plötzlich eine unbändige Kraft gab, mir Zuversicht schenkte. Ich, als nicht getaufter Atheist, fing spontan an zu beten und hatte eine Zukunftsvision, die wie eine Projektion aussah: Ich sah Petra und mich, steinalt, auf einer Parkbank an der Alster sitzend, eng umschlungen und verliebt, Enten füttern.“ Seit Grauwelman im September aus dem Krankenhaus entlassen wurde, kämpft er „mit göttlicher Kraft“, wie er sagt, um seine Liebste . Und die Gebete wurden jetzt erhört.

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