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Kulturtreff auf dem Dachboden : Der Helenenhof in Quickborn etabliert sich als der etwas andere Veranstaltungsraum

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ideenreich: Der Helenenhof der Familie Cotterell in Quickborn etabliert sich immer mehr als der etwas andere Veranstaltungsraum.

Quickborn | Die Entertainerin Bibi Maaß war schon da, der Pianist Severin von Eckardstein, die Autorin Michaela Jary und viele andere Künstler auch, und die Kammermusikfreunde werden nach der Sommerpause kommen: Der Dachboden des Helenenhofs der Familie Cotterell startete als Geheimtipp und ist inzwischen auf dem Weg in die Riege der Top-Veranstaltungsräume für Kultur in Quickborn. Musiziert, gekalauert und rezitiert wird keineswegs in einem Saal, sondern auf „dem Dachboden“ mit seiner hervorragenden Akustik und Platz nicht nur für den 100 Jahre alten Flügel, sondern auch für 100 Gäste.

Geplant war dieses Engagement zunächst nicht, es hat sich – wie so vieles im Leben von Margreth Cotterell – so ergeben. „Ich habe mich in den Blick über die Weiden verliebt, als wir uns diesen Restbauernhof angeschaut haben“, sagt die Seniorchefin eines alteingesessenen Hamburger Lagerunternehmens mit Sitz im Hamburger Hafen. Sie wollte raus aus ihrer Hamburger Stadtwohnung, zukünftig ländlicher leben. 2001 kaufte sie deshalb zusammen mit ihrem Mann Klaus Luckow den Helenenhof in der Dorfstraße in Quickborn-Renzel.

Seitdem hat sich viel getan im und am Hof, der bereits 1650 erstmals urkundlich erwähnt und um 1900 seine jetzige Gestalt erhielt. „Das Besondere ist, dass der Helenenhof über die Jahrhunderte durchgehend einer Familie gehörte. Wir sind erst die zweiten Besitzer.“ Margreth Cotterell und ihre Familie passten die außergewöhnliche Immobilie ihren Bedürfnissen an, schufen Platz für Hühner, Enten, Gänse und Pfauen und verpachteten das Land, das nicht benötigt wurde. „Im Zuge der Modernisierung haben wir auch die Decken und das Dach isoliert. So wurde aus dem ehemaligen Heuboden ein schöner holzgetäfelter Raum.“ Und der sollte ursprünglich ausschließlich für Familienfeste und Feiern im Freundeskreis genutzt werden.

Es kam anders, einem Flügel sei Dank. Margreth Cotterell bekam das schöne Instrument geschenkt und der mit ihr befreundete Pianist – Severin von Eckardstein – gab dort private Konzerte. Vielleicht war es die überzeugende Akustik, vielleicht die einzigartige Atmosphäre, vielleicht auch beides: Plötzlich war die Idee eines öffentlich zugänglichen Veranstaltungsraums geboren. Also wünschte sie sich zum nächsten Geburtstag von jedem Gast einen Stuhl, stattete den Dachboden damit aus und startete im vergangenen Jahr anlässlich der 600 Jahre-Renzel-Feier mit dem ersten öffentlichen Konzert mit dem Pianisten Hartwig Karstens.

Symphonie aus Farben, Tönen und Bewegung

Zu den ersten, die das Potenzial dieses Veranstaltungsorts erkannten und nutzten, gehörte der Kultur-Verein Quickborn, der in dem Dachboden vom Helenenhof einen wichtigen Bestand der kulturellen Entwicklung für Quickborn sieht. Seitdem ist viel passiert, haben zahlreiche Künstler unter dem Dach des schönen Anwesens ihre Visitenkarte abgegeben. „Mir ist es im Leben immer wieder so gegangen, dass sich die Dinge wie von selbst ergeben haben. Das war mit dem Helenenhof nichts anders. Wer hier spielt, hat sich bei mir gemeldet.“ Sie habe sich um die Künstler nicht bemühen müssen. Aber sie hat ein Gespür für gute Gelegenheiten und packt sie beim Schopf, wenn sie sich bieten – mutig und ohne Vorbehalte. So war es mit dem Krocket-Platz, so kam sie zu den Pfauen. Hat sie einen Weg eingeschlagen, geht sie ihn mit größtmöglicher Achtsamkeit und setzt dabei ihre Ideen konsequent um. So kommt es, dass ihre Hühner ein vollkommen freies und damit artgerechtes Leben führen dürfen. Auch die Pfauen bewegen sich frei auf dem Grundstück und haben ihr inzwischen den ersten Nachwuchs präsentiert. Der Garten rund um das Backsteingebäude ist im Sommer eine blühende Landschaft mit Pflanzen, die Insekten anlocken. Wie passend, dass Margreth Cotterell auch noch eigene Bienenstöcke hat, die natürlich am Haus stehen.

In diese Symphonie aus Farben, Tönen und Bewegung passt die Kultur ganz wunderbar. Mit der Nähe zwischen Künstlern und Publikum ist es gelungen, die persönliche Atmosphäre, die Margreth Cotterell so an Quickborn schätzt, in den Veranstaltungsraum zu transportieren. Davon wird in dieser Saison erstmals auch das Publikum der Kammermusikfreunde Quickborn profitieren. Der Verein hat den Dachboden vom Helenenhof als Veranstaltungsort ins neue Programm genommen.

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erstellt am 09.Aug.2017 | 12:00 Uhr

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