zur Navigation springen

Bürgermeisterwahl in Quickborn : Der großes Kandidaten-Check

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Amtsinhaber Thomas Köppl (CDU) und Kontrahentin Annabell Krämer (FDP) stellen sich den Tageblatt-Fragen.

von
erstellt am 08.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Wie charakterisieren Sie sich selbst?

Thomas Köppl: Eine schwierige Frage. Ich bin ein fröhlicher kommunikativer Mensch. Humor und Lachen sind für mich wichtig. Ich bin emotional ausgeglichen, aber Ignoranz und Lügen können mich auf die Palme bringen. Manchmal bin ich zu direkt. Ich arbeite zielstrebig und konsensorientiert. Wenn es drauf ankommt, kann ich schnell und klar entscheiden. Mir ist es wichtig, alle Beteiligten mitzunehmen, und ich hinterfrage mich oft. Ich behalte gerne den Überblick und bin im Detail manchmal zu großzügig. Annabell Krämer: Ich charakterisiere mich ungern selbst. Mein Team bezeichnet mich als durchsetzungsfähig, kompetent, kommunikativ, offen und freundlich. Ich bin begeisterungsfähig und kann andere begeistern.

Warum sind Sie der bessere Bürgermeister/die bessere Bürgermeisterin?

Köppl: Ob ich der bessere Bürgermeister bin, mögen die Wähler entscheiden. Ich finde, ich bin ein guter Bürgermeister. Das Verwaltungsgeschäft verstehe ich. Dabei verfüge ich über eine breite berufliche Erfahrung, auch im kaufmännischen Bereich. Als Vorgesetzter von vielen Menschen bin ich seit Jahrzehnten erfolgreich. Ich mag Quickborn und seine Einwohner. Das Amt ist keine Last für mich sondern Freude. Eine Aufgabe, die man mit Freude und mit Kompetenz angeht hat hohe Qualität. Krämer: Die Zukunft dieser Stadt liegt mir am Herzen. Ich bin in dritter Generation Quickbornerin. Ich bin bürgernah, begegne allen Bürgern respektvoll und auf Augenhöhe. Man kann mir vertrauen. Zudem glaube ich im Unterschied zu Bürgermeister Thomas Köppl nicht, dass man therapiert werden muss, wenn man Visionen hat, sondern halte diese für eine Stadt für außerordentlich wichtig.

Welche Herausforderungen werden Sie nach Ihrer Wahl als erstes anpacken?

Köppl: Ich werde die bisherige Arbeit fortsetzten. Die wichtigen Themen sind Schulsanierung, die S-Bahn für Quickborn, die Schaffung von Wohnraum. Besonders günstiger Wohnraum fehlt im gesamten Hamburger Rand. Deshalb freut es mich, dass Projekte für sozialen Wohnraum jetzt realisiert werden. Kinderbetreuung und Verkehrsfragen sind auf der Agenda. Für die Verbindung Quickborn-Ort mit Quickborn-Heide werden neue Konzepte geprüft. Sie müssen die Radverkehre berücksichtigen und ökologisch vertretbar sein. Krämer: Auf ein Sonderzulassungsrecht für einen Augen- und Kinderarzt in Quickborn hinarbeiten; die Verkehrssituation in der Innenstadt entschärfen, indem ich Poller zugunsten von Parkplätzen abbauen lasse. Ich werde die zeitliche Beschränkung des Parkens am Ziegenweg abschaffen. Durch aktives Zuhören werde ich das Vertrauen der Bürger in die Leistungsfähigkeit der Stadt und die agierenden Personen stärken und mich intensiv mit den Wünschen auseinander setzen, die mir die Bürger mitgegeben haben.

Stellen Sie sich vor, Sie hätten fünf Millionen Euro: Wie würden Sie das Geld für Quickborn investieren?

Köppl: In Quickborn wurden die richtigen Investitionen (Schulen, Kinderbetreuung) getätigt. Diese unvermeidlichen Investitionen sind zu 31 Prozent über Kredite finanziert. Soweit wir diese Kredite nicht abgezahlt haben, sollten wir uns keinen Luxus leisten. Ich würde den Betrag zur Entschuldung verwenden. Krämer: Das Investieren schließt ja den Schuldenabbau aus, deshalb – vorausgesetzt es wäre mein Geld und nicht das Geld der Steuerzahler – würde ich eine Million Euro in den Ausbau der Kinderbetreuung und 3,9 Millionen Euro als Anschub in die Renovierung der Goethe-Schule investieren. Mit den restlichen 100000 Euro würde ich Elleraus Kostenanteil für die Öffnung des Bahnübergangs übernehmen.

Welches Projekt oder welche Entwicklung in Quickborn würden Sie gern zurückdrehen und erneut in Angriff nehmen?

Köppl: Im Detail würde man das Eine oder Andere gerne anders gemacht haben. Im Großen und Ganzen wurden alle strategischen Entscheidungen der vergangenen elf Jahre nach ausführlicher Diskussion und mit breitem Konsens gefällt. Das führte zu guten Ergebnissen. Unter Berücksichtigung der Möglichkeiten in finanzieller, tatsächlicher und rechtlicher Sicht kann ich keine Maßnahmen erkennen, die sich als falsch erwiesen haben. Krämer: Die Schließung des Bahnübergangs Feldbehnstraße in Quickborn, der zur Teilung unserer Stadt geführt hat und den Beschluss aus dem Jahr 2007, den Standort Goetheschule aufzugeben.

Wie sieht Ihre Vision für Quickborn aus?

 Köppl: Der Erlöshaushalt 2016 ist konsolidiert und durch den Innenminister genehmigt. Im Ergebnis steht eine realistische schwarze Null. Für 2017 und die Folgejahre müssen Politik und Verwaltung nach der Sommerpause nachdenken. Die Gewerbesteuerentwicklung ist ausgesprochen positiv. Die stark gestiegene Einwohnerzahl wirkt sich positiv aus. Verwaltung und Politik prüfen regelmäßig die Wirtschaftlichkeit der Aufgabenerfüllung. Laut externer Prüfer arbeitet die Verwaltung effizient und wirtschaftlich. Krämer: Durch Einsparungen und die Generierung zusätzlicher Erträge. Damit sind nicht Steuererhöhungen gemeint, sondern die Erhöhung der Einkommen- und Gewerbesteuererträge durch den Zuzug von Neubürgern und die Ansiedlung produktiven Gewerbes, sowie der Beseitigung des Leerstands in der Innenstadt. Hier ist es wichtig, aktive Wirtschaftsförderung zu betreiben.

Wie kann die Stadt ihren Haushalt konsolidieren?

Köppl: Ich spreche lieber von Zielen. Die Lebensqualität für die Bürger unserer Stadt zu erhöhen ist mein Ziel. Dazu benötigen wir für alle Altersgruppen Versorgungs- und Betreuungsangebote sowie guten und bezahlbaren Wohnraum. Eine Reduzierung von Emissionen, wie zum Beispiel Lärm, ist erforderlich. Dazu gehört aber auch, dass wir unseren ökologisch wertvollen Naturraum erhalten und ausbauen. Arbeitsplätze und ein starkes Gewerbe sichern die finanzielle Leistungsfähigkeit von Stadt und Bürgern. Krämer: Erhalt und Generierung finanziellen Spielraums für künftige Generationen; eine Kultur der aktiven Mitgestaltung einer Stadt, in der alle Bürger bereichernd und zufrieden leben; Aufrechterhaltung und Erweiterung sozialer und kultureller Angebote wie des Freibads, der Stadtbücherei und der VHS; Belebung der Innenstadt mit florierendem Wochenmarkt und sinnvoller verkehrspolitischer Gestaltung; Umsetzung eines Radwegekonzepts; bessere Vernetzung unserer Stadtteile; bezahlbarer Wohnraum für alle.
Wird genug auf Senioren und junge Familien eingegangen? Wie können leerstehende Räume in der Innenstadt mit Leben gefüllt werden? Lesen Sie im zweiten Teil des Fragen-Duells der Bürgermeisterkandidaten im Tageblatt.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen