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Quickborner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 22:14 Uhr

Der Funkruf „E 12“ geht um die Welt

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Fieldday Wettstreit der Funkamateure in Quickborn

Das Wasser spritzte und die Schuhsohlen hinterließen deutliche Spuren im Matsch, als Rolf Strehlau über die Wiese an der Heinrich-Hertz-Straße schritt. „Das ist ein gutes Gelände - feucht und damit gut für die Frequenzabstrahlung“, sagte der Vorsitzende des Ortsverbands Norderstedt im Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Und noch eine wichtige Voraussetzung erfüllte die Fläche: Sie ist mehr als 100 Meter von der nächsten Steckdose entfernt. Eine Grundbedingung für die Teilnahme am „Fieldday“, einem internationalen Wettstreit der Funkamateure.


Für jede erreichte Station gab es Punkte


Möglichst viele Funkstationen anzupeilen, egal wo auf der Welt, das war das Ziel der Funker. Für jede Station gab es Punkte. „Wir nehmen einmal im Jahr an dem Wettbewerb teil“, erläuterte das Quickborner Vereinsmitglied Thomas Dänecke. Drei Sendeantennen wurden auf der Wiese errichtet. Der Strombetrieb für die Funkanlage, die in einem Transporter untergebracht war, wurde mit einem Generator geregelt. Die Funkkennung des Vereins „E  12“ – gesprochen „Echo    12“ – wurde 24    Stunden in die Welt versendet. „Unser Funkgerät ist rund um die Uhr besetzt“, erläuterte Stehlau. Während ein Vereinsmitglied die Kommunikation mit den Stationen führte, notierte der andere die Kontakte. „Vor zwei Jahren haben wir mit Hawaii kommuniziert, aber uns war schon vorher klar, dass es in diesem Jahr nicht klappt“, sagte Strehlau. Sonnenfleckentätigkeit sorgte für eine zu geringe Ionisierung der Erdatmosphäre, die notwendig wäre, um wirklich – was technisch möglich gewesen wäre – einmal um die Erde zu senden. „In Europa erreichen wir aber jeden“, sagte Dänecke.

„Funkwellen bewegen sich je nach Tageszeit, Wetter, Jahreszeit und Sonnenaktivität unterschiedlich. Die Conditions, wie wir das nennen, sorgen für unterschiedliche Wellenlängen“, sagte Dänecke. Durch die unterschiedlichen Antennenvarianten sei eine größere Bandbreite gegeben, um bei allen äußeren Bedindungen entsprechend senden zu können. Insgesamt zehn der 110    Vereinsmitglieder nahmen an dem Wettbewerb teil. Spätestens nach zwei Stunden wurden die Funker abgelöst. „Die meisten schlafen zuhause, aber ein Mitglied hat sein Wohnmobil hergebracht und direkt vor Ort übernachtet“, erläuterte Strehlau. Doch warum wird eigentlich gefunkt? Internettelefonie oder ein Anruf per Handy wären doch auch möglich. „Wenn ich jetzt ein Handy in die Hand nehme und in Australien anrufe, brauche ich eine Nummer. Wenn jemand Fremdes rangeht, würde er auflegen. Mit dem Funken haben wir aber ein Gesprächsthema, weil uns dieses Hobby verbindet – egal wo auf der Welt“, sagte Strehlau. So kämen Funker mit Menschen in Kontakt, die sie nie getroffen hätten. „Außerdem ist Funken ein sehr technisches Hobby, und da gibt es immer etwas zu basteln“, sagte Dänecke. >

www.amateurfunk-norderstedt.de

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