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Ellerau : Der Bürgermeister sorgt sich um die Biogasanlage

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Ein neues Gesetz sieht Begrenzung der Leistung vor. Der Überschuss senkt die Vergütung.

shz.de von
erstellt am 14.Mai.2014 | 16:00 Uhr

Ellerau | Seit dem 15. Oktober 2007 ist die Biogasanlage in Ellerau aktiv. Mit Hilfe dieser Anlage produziert die Gemeinde Strom und Wärme. Damit hat sich die Gemeinde dem Biogasfachverband angeschlossen und ist somit von EU-Änderungen mitbetroffen. Dass sich die Anlage rentiert hat, ist für Elleraus Bürgermeister Eckart Urban (SPD) gar keine Frage.

Trotzdem fürchtet der Ellerauer Bürgermeister nun die Zukunft der Anlage im Hinblick auf die Neufassung des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz). Es tritt in diesem Jahr in Kraft. Thönnes und Ernst Dieter Rossmann (SPD) berichteten dem Bürgermeister über die neusten Entwicklungen beim Gesetzgeber. Urbans Problem ist dabei, dass bei einer Erweiterung der Anlage – und damit einer höheren Leistung – die Vergütung sinkt. Das EEG sieht eine Begrenzung von 100 Megawattstunden pro Jahr vor. Sollte dieser Wert überschritten werden, erfolgt eine geringere Vergütung.

Auf die Anlage ist der Bürgermeister besonders stolz. „Im Jahr produzieren wir etwa sechs Millionen Kilowattstunde und das ganze Co2 neutral. Wir sind sehr stolz auf diese Co2-freie Energieerzeugung“, erklärte Urban. 80 Prozent der Ellerauer Bürger könnten darüber versorgt werden.

Auch der Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes (SPD) ist von der Anlage überzeugt. „Es war eine sehr weitsichtige Entscheidung, die Biogasanlage zu bauen“, betonte er. In Ellerau befinden sich zwei Gasmotoren. Einer davon erzeugt 537 und der zweite 192 Kilowattstunden. „Damit haben wir eine insgesamte Leistung von über 700 Kilowattstunden“, so Urban. Mit dem erzeugten Strom werde das Wohngebiet „Am Park“ sowie das Freibad und der Tennisplatz versorgt.

25 Prozent der Stroms in Deutschland werden zur Zeit aus erneuerbaren Energien gewonnen. Bis 2050 soll diese Nutzung auf rund 80 Prozent ansteigen.

„Zur Zeit liegt ein Kompromiss vor. Dabei ist eine Effizienzsteigerung im System vorgesehen. Jedoch bleibt die Frage, ob die Vergütung gleich bleibt, oder ob es sich nicht lohnt, mehr zu produzieren“, erklärte Thönnes. Rossmann betonte, dass durch eine technische Verbesserung aus der Biogasanlage „noch mehr herauszuholen“ sei. „Dabei würden weniger Rohstoffe bei der Vergasung eingesetzt werden, was natürlich Einsparungen bei der Anschaffung von Brennstoffen beinhaltet“, erklärte er.

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