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Bönningstedt : Der Bücherkreis der VHS steht vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Literatur-Dozentin klagt an und bittet den Bürgermeister um seine Hilfe.

Bönningstedt | Es wirkt wie ein Hilfeschrei nach einer Lösung, die bisher noch nicht gefunden wurde. Gudrun Wiebe ist verzweifelt. Seit 30 Jahren leitet sie den Bücherkreis der Volkshochschule (VHS) Bönningstedt. Der Kursus besteht bereits seit 40 Jahren. Doch nach der Entscheidung der Politiker aus Bönningstedt, Hasloh und Ellerbek wird die VHS noch in diesem Jahr ihre Türen für immer schließen.

Aber was wird aus Wiebe und ihren Kursteilnehmern? „Wie soll es weitergehen – oder gar nicht mehr?“, fragt Wiebe in einem offenen Brief an die drei Bürgermeister der Gemeinden und an die Stadtverwaltung Quickborn. Unterschrieben ist er von Wiebe, doch sie spreche im Namen des gesamten Kursus’. „Wir – die Teilnehmer des Kursus Literatur am Vormittag der VHS Bönningstedt und der Kursleiterin Gudrun Wiebe – sind enttäuscht und zornig“, heißt es in dem Brief. Alle würden das Ende der VHS bedauern. „Bei aller Intelligenz und Redlichkeit der Verantwortlichen – musste man nicht davon ausgehen, dass eine Lösung zur Fortführung dieser bedeutenden und vielfach nachgefragten Bildungsstätte hätte erreicht werden können?“, fragen die Kursteilnehmer.

Von Seiten der Politik sind bereits erste Lösungen insbesondere für die Sportveranstaltungen der VHS ins Auge gefasst worden doch Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) bittet um Nachsicht: „Dass wir nicht sofort eine Möglichkeit für alle Kurse parat haben, ist klar. Es hat nun einmal seine Zeit gedauert, aber Perspektiven sind da.“ Er schlug vor, den Kursus über die VHS Quickborn laufen zu lassen. „Wir müssen uns mit Quickborn zusammentun. Bönningstedt kann nicht in diesem Umfang wie bisher für Erwachsenenbildung sorgen“, sagt Liske weiter. Dass Verwirrung und Unsicherheit bei den Dozent bestehe, könne er nur allzu gut verstehen. „Aber ich bin zuversichtlich, dass wir fast alle Kurse retten können, und ein Angebot wie das von Frau Wiebe ist in meinen Augen erhaltenswert“, betont der Bönningstedter Bürgermeister.

Auch Bernhard Brummund (SPD), Bürgermeister aus Hasloh, kann die Wut nachvollziehen. „Auch wir sind dabei zu überlegen, wie man Angebote aufrechterhalten kann“, so Brummund. Zu dem Literatur-Kursus speziell könne er aber nichts sagen. In Ellerbek ist für einen anderen Literaturkreis bereits eine Lösung gefunden worden. „Wir haben einen Raum, in dem die Treffen stattfinden können“, sagte Ellerbeks Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP). Er habe sich bereits mit dem Ärger einiger Dozenten auseinandergesetzt: „Die Arbeit der VHS war für die Gemeinden unwahrscheinlich wichtig. Kein Wunder, dass jetzt alle wissen möchten, wie es weiter geht.“

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