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TuS Holstein Quickborn : „Der Bedarf an Reha wird immer größer"

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Großes Interesse am wöchentlichen Reha-Sport-Angebot im TuS Holstein Quickborn. „Der Bedarf an Reha wird immer größer. Die Gesellschaft wird immer älter“, sagt Trainerin Karin Leutner. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten.

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Renate Blum ist 74 Jahre alt. Sie wurde am Knie operiert und hat rechts eine neue Hüfte. „Am Anfang ging ich auf Krücken“, sagt sie. Das war vor etwa einem halben Jahr. Jetzt braucht sie diese Gehhilfen nicht mehr. Blum kann sich wieder bewegen – ohne Schmerzen. Sie ist überglücklich darüber. Es klingt nach einer Wunderheilung, aber: „Mir haben die orthopädischen Übungen geholfen“, sagt sie. Blum gehört zu den 150 Teilnehmern, die beim TuS Holstein Quickborn wöchentlich Reha-Sport absolvieren. Seit vier Jahren bietet der Verein das an. Seit eineinhalb Jahren auch im Ärztezenturm, Ziegenweg 4, in einer angemieteten Halle.

Reha – das steht für Rehabilitationsmaßnahmen nach Krankheiten. „Der Bedarf an Reha wird immer größer. Die Gesellschaft wird immer älter“, sagt Karin Leutner. Sie gehört zum Team von sechs Trainern, die Übungen mit den Teilnehmern praktizieren und sie wieder fit für die Anforderungen des täglichen Lebens machen. „Das Schöne ist, dass die Krankenkasse die Kosten für die Reha übernimmt“, so Leutner.

Sport statt Pillen? In Zukunft sollten Leibesertüchtigungen häufiger als Alternative zu medikamentöser Therapie verschrieben werden, raten Huseyin Naci von der London School of Economics and Political Science und John Ioannidis von der Stanford University. Sie haben alle verfügbaren klinischen Daten zum Effekt von Sport auf die Sterblichkeit zusammengetragen und eine bemerkenswerte Studie herausgegeben. Zwar seien die Vorteile von Sport für die Gesundheit seit langem bekannt und vielfach untersucht worden, so die Forscher. Bislang habe es aber unter anderem zu wenig direkte Vergleiche mit der Behandlung durch Medikamente gegeben.

"Bewegung unterstützt die Heilung"

Nein, selbstverständlich sollen die Medikamente nicht von heute auf morgen abgesetzt werden, aber „Bewegung unterstützt die Heilung und kann dazu führen, dass der Rekonvaleszent auf das ein oder andere Präparat später verzichten kann“, sagen Fachärzte. Sport in der Krebsnachsorge, bei Parkinson, Diabetes oder nach einem Schlaganfall – das bietet der Verein eim Reha-Sport unter anderem an. Den meisten Zuspruch hat das orthopädische Gruppentraining mit 110 Teilnehmern, das auch Renate Blum besucht.

Doch es ist nicht nur das Trainingsprogramm, das Wirkung zeigt: „Karin geht auf jede einzelne Person ein“, sagt Ingeborg Donath (57). Die Quickbornerin leidet an Parkinson – jener heimtückischen Krankheit des Gehirns, bei der vor allem die Beweglichkeit und die Motorik gestört sind. Vergangenes Jahr im Februar hat sie ihr Training begonnen. „Mir geht es seitdem besser. Und es fühlt sich gut an, in einer kleinen Gruppe zu sein“, sagt sie. Viele Teilnehmer, die ihre Reha beendet haben, treten später in den TuS Holstein ein, um weiter Sport zu machen. „Ich halte das für vernünftig und außerdem wollte ich dem Verein etwas zurückgeben“, sagt Blum.

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