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Quickborner Tageblatt

19. Oktober 2017 | 03:57 Uhr

Quickborn : Dem Wochenmarkt laufen Kunden weg

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Immer weniger Beschicker zieht es nach Quickborn. Die Laufkundschaft fehlt. Vorschlag: Stände sollen vors Forum rücken.

von
erstellt am 12.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Quickborn | Dunkle Wolken über dem Quickborner Wochenmarkt: Immer weniger Marktbeschicker zieht es auf den Rathausplatz. Von einst etwa 17 Ständen sind am Mittwoch nur noch vier übrig geblieben, am Sonnabend sind es gerade mal sechs. Erst kürzlich haben sich Hannelore und Norbert Krohn verabschiedet. Für immer. Die Marktbeschicker ziehen sich aus Altersgründen zurück. Sie haben keinen Nachfolger. Droht dem Quickborner Wochenmarkt das Aus?

„Das ist schon traurig“, sagt Willi Schliecker. Der Obst- und Gemüsehändler aus Klein Nordende hat das Schrumpfen des Wochenmarktes während der vergangenen 20 Jahre hautnah miterlebt. Dass die Stadt die beiden Marktbeschicker nicht verabschiedet habe – das sei schon ein Ding, sagt er. Schliecker könne zwar nicht klagen, weiß aber auch, dass die Kunden wegblieben. „Wohl auch aus Altersgründen“, sagt er.

Auch bei Egon Deckert aus Bilsen laufen die Geschäfte „mittelprächtig“. „Es ist wenig los“, sagt der Fleischverkäufer. Vor seinem Stand steht kein einziger Kunde. Er überlegt, ob er überhaupt noch kommen soll. Ganz anders ist die Situation bei Marc Käckenhoff. Die Blumen, die er verkauft, werden ihm quasi aus der Hand gerissen. Mit zwei Mitarbeiterinnen ist er angereist, die jede Menge zu tun haben. „Die Geschäfte laufen gut. Am Sonnabend ist der Lkw nach Ende des Wochenmarkts leer“, sagt er. So ganz versteht er es nicht, warum der Wochenmarkt schrumpft. „Das Käuferpotenzial ist da. Quickborn hat reiche Kunden.“ Dann räumt er aber ein: „Die Alten sterben weg, und die jungen Leute kaufen im Supermarkt ein.“

Auch Katja Seiffert vom Fischhaus Rellingen kann nicht klagen. Sie habe ein Monopol auf dem Markt. „Aber den Kunden fällt auf, dass die Luft raus ist“, sagt sie. Es müsste mehr Stände geben, fordert sie. Käse und Backwaren sucht man vergeblich.

Für Horst Thielbörger liegt das Problem am Standort. Von 1997 bis 2012 war er Marktmeister und kassierte die Standgebühren ein. „Das Marktgeschäft ist am Mittwoch rückläufig. Der Wochenmarkt gehört an die Straße, wo er früher auch war. Auch wenn es Parkplätze kostet. Oder er muss vor das Forum, wo es viel Laufkundschaft gibt“, sagt Thielbörger, der sich während seiner Zeit als Marktmeister so engagierte, dass er Führungen für Kindergärten organisierte und dabei Vorträge über gesunde, frische Ernährung hielt. Doch Thielbörgers Fazit lässt wenig Hoffnung: „Der Zug ist abgefahren.“ Wie die Marktbeschicker beklagt auch er, dass die Stadt zu wenig Werbung mache.

„Der Wochenmarkt muss bleiben“, fordert die Quickbornerin Regina Paul. „Hier gibt es noch die alten Apfelsorten zu kaufen. Meine Enkel vertragen die Äpfel aus dem Supermarkt nicht.“

Der Wochenmarkt kann jeden Mittwoch und Sonnabend in der Zeit von 8 bis 12 Uhr auf dem Rathausplatz in Quickborn besucht werden. An gesetzlichen Feiertagen fällt der Wochenmarkt aus beziehungsweise wird auf einen anderen Termin verlegt.
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