Vorsitzende fordert Krippenplätze : Das will die „Perspektive für Hasloh“

Katja Langefeld mit den Gründungsmitgliedern der neuen Hasloher Wählergemeinschaft: Nils Burfeind (v. l.), Jonathan Burfeind, Norbert Schadendorf, Michael Jendretzky und Wolfgang Jendretzky.

Katja Langefeld mit den Gründungsmitgliedern der neuen Hasloher Wählergemeinschaft: Nils Burfeind (v. l.), Jonathan Burfeind, Norbert Schadendorf, Michael Jendretzky und Wolfgang Jendretzky.

Warum die Wählerinitiative antritt und und welche Ziele sie sich gesetzt haben, beantwortet die Vorsitzende Katja Langefeld im Interview.

shz.de von
23. März 2017, 14:00 Uhr

Hasloh | Sie wollen bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr dafür sorgen, dass keine Partei mehr die absolute Mehrheit hat: Die Wählerinitiative „Perspektive für Hasloh“ (PfH). Warum sie antreten und welche Ziele sie sich gesetzt haben, beantwortet die Vorsitzende Katja Langefeld im Interview.

Fast alle Gründer der PfH waren bereits politisch aktiv. Was hat Sie bewogen, die bisherige Parteizugehörigkeit aufzugeben und eine freie Wählergemeinschaft zu gründen?
Katja Langefeld: Ich habe meine Parteizugehörigkeit, wie auch die anderen Initiatoren, bereits vor Jahren aufgeben. Trotzdem verfolgt man natürlich die Entwicklung und Geschehnisse in Hasloh. Wir haben uns dann über einen längeren Zeitraum immer wieder in einer lockeren Runde getroffen und natürlich die Ereignisse diskutiert. Daraus entwickelte sich dann allmählich  die Idee, eine Wählergemeinschaft zu gründen. Gegründet wurde die PfH allerdings durch  17 Mitglieder und davon waren nur 6  Mitglieder ehemalig politisch aktiv.

Haben Sie Ideen, wie mehr Bewohner für die Arbeit in politischen Gremien gewonnen und motiviert werden können?
Ich kann mir vorstellen, dass einige Hasloher gerne politisch aktiv sein möchten, aber sich ungern parteipolitisch in eine Richtung drängen lassen möchten.  Da wir uns nur mit lokalen Themen Haslohs beschäftigen, ist das für den ein oder anderen sicherlich eine Alternative. Insgesamt muss Gemeindepolitk transparent und für jeden nachzuvollziehen sein, dann weckt man auch das Interesse.  

Was wünschen Sie sich für die Zusammenarbeit mit anderen Politikern am meisten?
Wir wünschen uns eine gemeinsame, konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Was vermissen Sie bei der Arbeit der jetzigen politischen Gremien?
In wichtigen Angelegenheiten vermisse ich eine Zusammenarbeit der Parteien miteinander. Außerdem fehlt mir die Effektivität. Es wird zu viel geschoben oder vertagt. 

Was unterscheidet die PfH von den Parteien, die sich bislang in Hasloh zur Wahl stellen?
Uns unterscheidet von den anderen Parteien, dass wir keinen parteipolitischen Zwängen unterworfen sind und völlig unabhängig in unseren gesamtpolitischen Meinungen sind.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Was würden Sie in Hasloh sofort ändern?
Ich würde mir  mehr Kindergarten- und Krippenplätze wünschen.

Wie kann die Gemeinde Gewerbetreibende unterstützen?
Wir planen, einen Stammtisch für Hasloher Gewerbetreibende ins Leben zu rufen.  Wir möchten in einen offenen Dialog mit allen interessierten Gewerbetreibenden treten, um gemeinsam  Ideen zu entwickeln, wie man sich gegenseitig und von Seiten der Gemeinde aktiv unterstützen könnte

Welche privaten Bauvorhaben halten Sie für sinnvoll?
Viele Hasloher verfügen über große Grundstücke, die sie gern verkleinern – oft aus Altersgründen, und dann dementsprechend den hinteren Bereich verkaufen oder durch Familienangehörige bebauen lassen möchten. Die Gemeinde sollte unterstützend bei derartigen Vorhaben mitwirken. Ich halte eine sinnvolle und vernünftige Verdichtung bestehender Grundstücke oder auch Schließung von Baulücken für wichtig.  Die Neue Mitte ist wichtig, ohne Frage, aber Hasloh muss als Gesamtbild im Auge behalten werden.

Wo schlagen Sie welche verkehrsberuhigenden Maßnahmen vor?
In der Alten Landstraße. Eigentlich ist das eine Tempo-30-Zone und es gibt keinen befestigten Fußweg, so dass Fußgänger und Radfahrer, insbesondere die Kinder,  hier wirklich besonders aufpassen müssen. Der Zugang des Waldkindergartens liegt ebenfalls an der Alten Landstraße.  Zu den Hauptverkehrszeiten wird die Alte Landstraße gern als Alternativroute genutzt, wenn der Verkehr auf der Kieler Straße stockt. Verkehrsschilder bringen in der Regel nicht besonders viel. Hier könnten Geschwindigkeitsbarken angebracht werden, so dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit drosseln müssten. Außerdem würden wir gerne das Zukunftsprojekt Umgehungstraße in Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Bönnigstedt, Norderstedt, Quickborn anstoßen, um den Garstedter Weg zu entlasten.

Wie soll die Jugend- und Jugendfreizeitarbeit konkret unterstützt werden?
Unser Jugendraum und die Jugendarbeit sollten insgesamt mehr unterstützt werden. Wir sollten dies in Zusammenarbeit mit den Jugendlichen ausarbeiten und dann dementsprechende Projekte entwickeln, zum Beispiel die Renovierung des Jugendraums. Wenn wir mal ehrlich sind, wissen wir Älteren ja gar nicht, was die Jugend sich wirklich von der Gemeinde wünscht.  

Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um ein attraktives Zukunftskonzept für die Gemeinde zu entwickeln - das zudem auch von der Bevölkerung mitgetragen wird?
Wir würden uns für die Wiederbelebung der Dorfentwicklungs-AG in Hasloh einsetzen. In diesem Ausschuss hat aus jeder Fraktion ein Mitglied mitgearbeitet. Ohne diesen Ausschuss hätte es die Neue Mitte  nicht gegeben.  Hasloh muss planvoll, sinnvoll und zukunftsorientiert handeln und sich überlegen, wo es in fünf, zehn, 15, 20 Jahren stehen will.  Es muss ein Konzept aufgestellt werden, das die gesamten Bereiche für Bau, Infrastruktur, Soziales und Finanzen mit einbezieht. Die Hasloher  sollten durch regelmäßige Bürgerversammlungen oder Bürgerbefragung hier mit einbezogen werden.

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