Quickborn : „Das Pferd ist ein Kulturgut“

Referierten zum Thema „Gefühlte Freiheit der Reiter im Gelände“: Berittführerin Wibke Behrens (von links), Kreisnaturschutzbeauftragter Hans-Albrecht Hewicker, Christiane Müller, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Landwirt Henning Meyn und Erster Stadtrat Klaus Hensel.
Referierten zum Thema „Gefühlte Freiheit der Reiter im Gelände“: Berittführerin Wibke Behrens (von links), Kreisnaturschutzbeauftragter Hans-Albrecht Hewicker, Christiane Müller, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Landwirt Henning Meyn und Erster Stadtrat Klaus Hensel.

Vorträge und Diskussion: Experten betonen Wichtigkeit des Reitsports für die Region. Konflikte mit Joggern und Radfahrern.

shz.de von
02. Mai 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Insbesondere bei den warmen Temperaturen ist ein Ausritt zu Pferd in die Natur eine gelungene Abwechslung. „Wir müssen allerdings beachten, dass wir nicht die einzigen Naturnutzer sind, sondern einer großen Menge angehören“, betonte Hans-Ulrich Plaschke, Ehrenvorsitzender der Reitregion Quickborn. Unter dem Motto „Gefühlte Freiheit der Reiter im Gelände“ sind etwa 50 Reiter und Interessierte auf den Hof Tietjen am Himmelmoor gekommen, um Referate und eine anschließende Podiumsdiskussion verfolgen zu können.

Plaschke übernahm die Moderation und mahnte die Betroffenen, in Zukunft nicht mehr achtlos durch das Gelände zu reiten. Besonderen Wert legt er darauf, gegenseitiges Verständnis zu schaffen. Immer wieder gebe es Konfliktpotenzial mit Joggern, Spaziergängern, Radfahrern, Landwirten und Autofahrern. Die Grußworte der Stadt Quickborn überbrachte Erster Stadtrat Klaus-H. Hensel. „Ich freue mich sehr, dass die Reitregion Quickborn den Mut hat, dieses Thema auf den Tisch zu bringen. Schließlich hat sich die Stadt in den letzten Jahren als pferdefreundlich präsentiert“, sagte Hensel.

Die Vorträge hielten Dr. Christiane Müller, Präsidiumsmitglied der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), Landwirt Henning Meyn, Kreisnaturschutzbeauftragter Hans-Albrecht Hewicker sowie Berittführerin Wibke Behrens. Müller legte während ihres Vortrags Wert darauf, dass die Reiter verantwortungsbewusst die Natur genießen. „In den letzten Jahren ist die Nutzung sowie die Konkurrenz von Naturflächen immer mehr gestiegen. Reiten ist schon lange kein Indoor-Sport mehr. Wir wollen alle nach draußen und auch für die Pferde ist dies sehr wichtig“, so Müller. Alle Reiter seien jedoch dazu verpflichtet, Verantwortung für selbst verursachte Schäden zu übernehmen.

„Reiten verbindet die Generationen. Das Pferd ist seit Jahren ein Kulturgut und gehört zwingend in ein Bundesland wie Schleswig-Holstein“, betonte Müller. Zudem gab sie den anwesenden Reitern einige Tipps mit auf den Weg. „Wenn wir schon auf Wege ausweichen müssen, auf denen wir eigentlich nicht sein dürfen, müssen wir daran denken, dass wir dort nur geduldet werden“, mahnte die Funktionärin.

Auch Quickborns Bürgervorsteher Henning Meyn hielt einen Vortrag. Doch dieses Mal nicht als politisches Mitglied, sondern als Landwirt. „Ich bin Agrarökonom und betone direkt zu Beginn, dass ich auf gar keinen Fall etwas gegen Pferde oder auch Reiter habe“, sagte Meyn. Dennoch gebe es Berührungs- und Reibungspunkte zwischen den beiden Parteien. Besonders die unterschiedlichen Interessen seien problematisch. „Die Reiter möchten gerne über die Felder reiten, doch die Landwirte möchten möglicherweise zeitgleich ernten. Wenn sie dies nicht tun können, ist das ein großer Zeit- und Geldverlust“, so Meyn. Er verwies auf die Anzeichen für die Ernte. „Meist sind bereits Bahnen auf den Feldern zu sehen. Dann kann man davon ausgehen, dass in den nächsten Tagen geerntet wird“, erklärte Meyn. Am Sonnabend steht mit einem Ritt durch das Himmelmoor dann die Praxis im Vordergrund.

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