Ellerau : Das Jugendrotkreuz soll wiederbelebt werden

„Kindermagnet“: Barbara und Fabian Dill haben beobachtet, dass der Kuschelbär im Rahmen des Präventionsprogramms „Teddy braucht Hilfe“ bei Kindern äußerst gut ankommt.
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„Kindermagnet“: Barbara und Fabian Dill haben beobachtet, dass der Kuschelbär im Rahmen des Präventionsprogramms „Teddy braucht Hilfe“ bei Kindern äußerst gut ankommt.

Nach sieben Jahren Pause plant das DRK eine neue Gruppe zu eröffnen. Mehrere Versuche, wieder eine JRK-Gruppe ins Leben zu rufen, verliefen in jüngerer Vergangenheit im Sande, aus verschiedenen Gründen.

shz.de von
16. Juli 2015, 10:00 Uhr

Ellerau | „Den Jugendgruppenleiterschein habe ich“, sagt Fabian Dill, „jetzt fehlen nur noch die Kids.“ Der 22-Jährige will das Jugendrotkreuz (JRK) in Ellerau wiederbeleben, das es seit nunmehr sieben Jahren nicht mehr gibt. „Unbemerkt vom Vorstand“ sei das JRK damals eingeschlafen, wie Barbara Dill, Fabians Mutter und Vorsitzende des Ellerauer Deutschen Roten Kreuzes (DRK), sich erinnert.

Mehrere Versuche, wieder eine JRK-Gruppe ins Leben zu rufen, verliefen in jüngerer Vergangenheit im Sande, aus verschiedenen Gründen. Diesmal soll es anders laufen. „Und ich denke, es ist eine gute Zeit dafür“, zeigt sich Barbara Dill optimistisch.

Nicht ohne Grund. Denn Präsenz und Akzeptanz des Deutschen Roten Kreuzes im Ort seien hoch, sagt die Vorsitzende. „Wenn bei Festen der Rettungswagen da steht, wenn der Teddy da ist und sie daran das Verbinden üben zum Beispiel, dann sind die Kinder heiß. Dann kribbelt es ihnen in den Fingern“, sagt Barbara Dill. Das Programm „Teddy braucht Hilfe“, mit dem das DRK Kinder mit den Grundlagen in Erster Hilfe vertraut macht, „stößt immer auf Interesse“, hat auch Fabian Dill beobachtet.

Eine Familientradition

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter steht als künftiger Leiter des JRK in guter Familientradition. Schließlich war es seine Mutter, die im Jahr 1977 die erste Jugendgruppe in Ellerau gründete. An diese Zeit hat sie beste Erinnerungen: „Die Zeltlager zu Pfingsten beispielsweise, ob bei Hitze oder bei Regen – die Kinder waren immer fröhlich. Vier Tage weg zu sein von zu Hause, das war für alle aufregend.“ Ihr sei vollkommen bewusst, dass sich Kinder in den 1980er- und 1990er-Jahren mit anderen Dingen hinterm Ofen vorlocken ließen als die Generation Smartphone. „Wir können uns Veränderungen nicht verschließen“, sagt Barbara Dill, „aber wir können etwas anders machen und wir haben dafür gute Voraussetzungen.“

Das JRK kann Wissen vermitteln. Darüber, was in Notfallsituationen zu tun ist, ohne dabei in Panik zu verfallen. Wie Verbände angelegt werden, wie Hilfe geholt wird, wann jemand zum Arzt muss – all dies soll in der Gruppe geübt werden. „Außerdem gibt es Kreiswettbewerbe und -treffen und andere Aktivitäten, es geht nicht nur um erste Hilfe“, sagt Barbara Dill, die betont: „Das JRK ist autark. Die Treffen können so gestaltet werden, wie es die Gruppe möchte.“ So plant es auch Fabian: „Der Spaß steht im Vordergrund. Wie die Treffen dann aussehen, hängt auch davon ab, was für Kinder kommen. Wichtig ist, dass sie Neugier mitbringen und offen für Neues sind.“

Derzeit planen die Initiatoren mit Kindern ab dem zweiten Schuljahr aufwärts, aber starre Altersvorgaben gibt es nicht. Er selbst wäre froh, sagt Fabian, „wenn auch zwei, drei 16-Jährige dabei wären, damit ich ein bisschen Verantwortung übertragen kann“. Darin liegt auch eine Chance, wie Barbara Dill betont, schließlich könnten Jugendliche dabei lernen, „eine Führungsrolle“ zu übernehmen. Nach den Sommerferien (siehe Infokaten) soll der Startschuss für das neue Ellerauer JRK fallen. „Wir wollen es mal wieder probieren. Wenn wir am Ende 20 Kinder haben, wäre es toll“, hofft Barbara Dill auf großen Zuspruch.

Wer sich für das Jugendrotkreuz in Ellerau interessiert oder direkt mitmachen möchte, der sollte sich folgenden Termin vormerken: Für Freitag, 4. September, laden die Initiatoren Fabian und Barbara Dill zu einem Info-Nachmittag ein. Ab 15.30 Uhr beantworten sie im DRK-Heim, dem Edmund-Sievers-Haus in der Moortwiete 70a, alle Fragen rund um das neue Angebot.
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