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Wetterstatistik in Quickborn : Das Jahr der Rekorde

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Rückblick 2013: Nirgends in Schleswig-Holstein wurde im Mai so viel Regen gemessen wie in Quickborn.

"Die Jahreswerte von Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein werden zwar dafür sorgen, dass die Statistik von 2013 als recht durchschnittlich in das Quickborner Klimaarchiv wandert, bei genauerer Betrachtung jedoch verlief das Jahr aus meteorologischer Sicht alles andere als langweilig." So fasst es Elke Roßkamp vom Deutschen Wetterdienst Hamburg zusammen. Für die Quickborner Nachrichten ließ die Wetterexpertin 2013 Revue passieren. Die Klimawerte wurden von der Wetterstation in Quickborn gemessen. Insgesamt sei es mit einer Mitteltemperatur von 8,8 Grad Celsius um 0,5 Grad zu warm gewesen. Mit einer Niederschlagsmenge von 773 Litern pro Quadratmeter fielen 93 Prozent des Solls und die Sonnenscheindauer summierte sich auf 1607 Stunden, elf Prozent mehr als im Durchschnitt.

Böen der Stärke neun im Januar

Das Wetter-Jahr im Überblick: Der Januar startete ungewöhnlich mild mit Temperaturen nahe der Zehn-Grad-Marke. Dann folgte eine fast zweiwöchige Dauerfrostphase, in der die Nachttemperaturen aufgrund der meist dicken Wolkendecke jedoch nur selten in den zweistelligen Minusbereich absanken. Ende des Monats dann der erste Sturm: "In Quickborn wurden am 31. Januar Böen der Stärke neun verzeichnet, in Hamburg kam es zu einer Sturmflut", berichtet Rosskamp. Erreichte die Sonnenscheindauer schon im Januar nur 64 Prozent der vieljährigen Summe, reichte es im Februar auch nur für knapp 70 Prozent, so dass der Winter als einer der sonnenscheinärmsten in die Wetteraufzeichnungen eingeht, während Temperatur und Niederschlag fast genau im Soll lagen.

Um sein Ende nach meteorologischer Definition habe sich der Winter indes wenig geschert, "denn nach frühlingshaftem Beginn erlebte Quickborn den kältesten März seit Beginn der Aufzeichnungen", so die Wetter-Expertin. Mit -0,7 Grad lag die Monatsmitteltemperatur um 4,2 Grad unter dem Durchschnitt und damit auch deutlich niedriger als in den drei "eigentlichen" Wintermonaten. 29 Frostnächte wurden registriert, so viele wie nie zuvor im März.

Im Mai kam der Regen: Statt der im Mittel zu erwartenden 64 Liter pro Quadratmeter fielen 152 Liter. "Nirgendwo in Schleswig-Holstein wurde in diesem Monat mehr Niederschlag registriert. Allein am 21. ergossen sich knapp 51 Liter pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden über Quickborn", sagt sie. Sowohl Monats- als auch Tagessumme seien neuer Mai-Rekord für Quickborn. Die großen monatlichen Schwankungen bei Niederschlag und Sonnenschein würden sich jedoch annähernd aufheben, was für den gesamten Frühling betrachtet zu normalen Werten führt, so Roßkamp.

Für den Sommer 2013 treffe dies nicht zu. Mit 16,9 Grad Celsius sei die Mitteltemperatur um ein Grad zu warm gewesen Die Sonne schien mit 752 Stunden 26 Prozent mehr als gewöhnlich, während sich das Niederschlagsdefizit bei einer Regenmenge von nur 173 Litern pro Quadratmeter in ähnlicher Größenordnung bewegt.

Hitzewelle im Juli und August

Fiel die Juniwitterung in Quickborn trotz kurzer Hitzewelle noch durchschnittlich warm und etwas zu nass aus, sorgte häufiger Hochdruckeinfluss im Juli und August für viel Sonnenschein und hohe Temperaturen. Der Juli war mit einer Mitteltemperatur von 18,3 Grad fast zwei Grad zu warm, dazu schien die Sonne 313 Stunden, 62 Prozent mehr als im vieljährigen Vergleichszeitraum. "Im August brachte sie es immerhin noch auf 233 Stunden, während die Temperatur mit 17,4 um 1,3 Grad Celsius über dem Durchschnitt lag", sagt Roßkamp. In beiden Monaten brachte eine Hitzewelle die Quickborner ins Schwitzen. Juli und August seien überdies deutlich zu trocken gewesen.

Wieder mehr Regen im Gepäck hatte der September, dementsprechend hielt sich die Sonne bei durchschnittlichen Temperaturen etwas zurück. Milde Witterung prägte den Oktober und am 28. fegte „Christian“, einer der schwersten Herbststürme der vergangenen 15 Jahre, über Norddeutschland hinweg. In Quickborn wurde als höchste Windspitze eine Böe mit 103 Stundenkilometern, das ist Windstärke elf, gemessen. Der November verlief ohne Wetterkapriolen und am 11. wurde recht spät im Herbst der erste Nachtfrost registriert. Die Tristesse hielt sich in Grenzen, denn die Sonne schien mit 72 Stunden 50 Prozent mehr als im vieljährigen Mittel. Insgesamt fiel der Herbst etwas zu mild, zu nass, aber nicht sonnenscheinarm aus.

Vom Winde verweht wurde der Winteranfang: Wieder hatte sich ein Orkantief gebildet, dessen Kaltfront mit Böen bis 160 Stundenkilometern am Nachmittag des 5. Dezember Nordwestdeutschland erreichte. Während die Windgeschwindigkeiten im Vergleich zu "Christian" etwas niedriger lagen, war das Sturmfeld von "Xaver" größer und auch die Dauer war länger. In Quickborn erreichte die höchste Windspitze 99 Kilometer pro Stunde.

Vom Winter keine Spur


Hinter der Kaltfront von "Xaver" brachte arktische Kaltluft den ersten - und bisher einzigen - Schneefall. Danach von Winter keine Spur: Durch die anhaltend milde Witterung lag die Durchschnittstemperatur im Dezember bei fünf und damit 3,5 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. An Heiligabend kletterte das Thermometer in Quickborn sogar auf 13,5 Grad, an Heiligabend 1977 war es mit 15,2 Grad Celsius noch wärmer. Wie geht es mit dem Wetter weiter? "In den nächsten Tagen bleibt das Wetter vor allen Dingen eins: mild", lautet Roßkamps Prognose.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 16:00 Uhr

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