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Quickborner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 19:08 Uhr

"Das ist menschenunwürdig"

vom

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2013 | 01:14 Uhr

Quickborn | Es waren die Punkte 9 und 10, die in der Tagesordnung des Ausschusses für kommunale Dienstleistung für Aufregung im Sitzungsraum 1 des Rathauses und für Gesprächsbedarf sorgten: der Neubau des Parkplatzes vor dem Freibad und vor allem die Investi tionen im Jahr 2014 für den Bauhof der Stadt Quickborn.

Vorgesehen waren für den Bauhof Gerätschaften und Fahrzeuge im Wert von 212 000 Euro. Thomas Vorberg vom Fachbereich Tiefbauten und Kommunalbetriebe stellte die geplanten Anschaffungen für das kommende Jahr vor. Zwei Fahrzeuge aus den Jahren 2001 und 1999 sowie eine 37 Jahre alte Streumaschine sollten ausgetauscht werden. Bei den Ausschussmitgliedern war zwar Verständnis für neues Gerät vorhanden, doch es ist offenbar nicht nur die technische Ausstattung, die im Bauhof zu wünschen übrig lässt.

Nach einigen Nachfragen zu den einzelnen Posten auf der Liste der Investitionen, machte Ausschussmitglied Karl-Heinz Marrek (SPD) den Anfang, Vorberg zu verdeutlichen, was seiner Meinung nach wirklich das Problem der Einrichtung ist. "Da kann man einfach keine Leute reinschicken", sagte Marrek. Die Zustände, unter denen sich die Mitarbeiter in dem Gebäude an der Kieler Straße aufhalten müssten, seien schlicht unzumutbar. Die Sozialräume und Toiletten beschrieb er als "menschenunwürdig". "Das ist nicht mehr tragbar. Dass Menschen so arbeiten müssen - dafür will ich als Kommunalpolitiker nicht zuständig sein.

Von Vorberg sei seit vergangenem Jahr ein zukunftsfähiges Konzept für den Bauhof gefordert worden. "Bevor nicht ein Konzept vorliegt, will ich nicht über Einzel investitionen entscheiden", so Marrek. "Das Geld, das wir hier verfrühstücken, fehlt uns hinterher für eine Klobrille."

Vorberg selbst betonte, dass er die räumliche Situation, der die Mitarbeiter des Bauhofs ausgesetzt seien, für ungünstig halte. Bei einem Besuch des Ausschuss im November 2012 konnten sich die Mitglieder ein Bild von der Situation machen. Damals sei ein Stuhl unter einem Ausschussmitglied zusammengebrochen. Zu den ohnehin schlechten Verhältnissen seien fünf Mitarbeiter im Bauhof dazugekommen, drei seien im Keller der Stadtwerke untergekommen - wo die Räumlichkeiten noch ungeeigneter seien. "Ich bin in der Bredouille, einen Notstand zu verwalten", sagte Vorberg. "Mir liegt mehr an den Menschen, als an den Fahrzeugen." Dass der "Bau", also die Räumlichkeiten für den Bauhof, derzeit zur Debatte stünden, habe er so nicht verstanden. Ein Konzept für die Einrichtung könne er Ende des Jahres liefern.

Die Auffassung Marreks, "Ich beschließe nicht über irgendwelche Fahrzeuge so lange keine Lösung da ist", teilten auch die anderen Ausschussmitglieder, so dass ein Beschluss über die Investitionen in Gerätschaften auf die nächste Sitzung verschoben wurde.

"Dass ich das noch erleben darf", waren die Worte, die der Ausschussvorsitzende Alfred Haack zur Einleitung für Punkt 9 wählte: Die Neuerstellung des Parkplatzes vor dem Freibad. "Der ist mindestens seit 2005 in einem desolaten Zustand." Zu Lösungen kam es jedoch auch bei diesen Thema nicht. Ein Plan für eine Neugestaltung aus dem Jahr 2007, den Vorberg vorlegte, reichte speziell Wolfgang Tröger (SPD) nicht aus. Die veranschlagten 380 000 Euro seien für die angebotenen Lösungen "doch etwas happig". Entweder müsse die Neugestaltung billiger ausfallen oder noch weiteren Nutzen mit sich bringen.

Marrek und Tröger sehen in der Neugestaltung unter anderem eine Chance für den in dem Bereich starken Fahrradverkehr. Der Ausschuss forderte eine konkretere und aktualisierte Vorlage für eine Neugestaltung des Parkplatzgeländes. Die Bewilligung der 40 000 Euro für die Planung des Parkplatzgeländes wurde ebenfalls verschoben.

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