BWG will authentisch bleiben

Was braucht Bönningstedt am dringendsten, und wie soll das erreicht werden? Wir haben nachgefragt

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02. Februar 2018, 16:00 Uhr

Die Kommunalwahlen stehen schon fast vor der Tür, die Parteien und Wählergemeinschaften in den Kommunen bereits in den Startlöchern. Wir haben nachgefragt: Was sind die Ziele und Vorstellungen der Fraktionen? In loser Reihenfolge stellen wir diese vor. Dazu äußert sich Stefan Kiel von der Bönningstedter Wählergemeinschaft (BWG).

Frage: Welches Ziel soll bei der Kommunalwahl erreicht werden?
Stefan Kiel (BWG): Die BWG will wieder die stärkste Fraktion in der Gemeindevertretung stellen. Wir wollen damit auch eine gute Ausgangsposition für die Bürgermeisterwahl erzielen.

Wie gehen Sie dabei strategisch vor beziehungsweise wie sieht der Wahlkampf aus?
Indem wir offen und transparent informieren, so wie wir das ausführlich mit unseren Infoblättern als einzige politische Gruppierung seit Jahrzehnten während der gesamten Legislaturperiode tun. Wir werden messbare Ziele in unser Wahlprogramm aufnehmen. Versprechungen wie „Vertrauen“, „Gemeinschaftsgefühl“ oder „Verstehen“ haben einen sehr guten Klang, aber in einem Wahlprogramm nichts zu suchen, weil man das weder beantragen noch messen kann. Die Bürgerinnen und Bürger müssen aber konkret wissen, was sie wählen.

Was braucht der Ort am dringendsten?
Politiker, die frei von privaten Vor- oder Nachteilen Beschlüsse fassen. Es gibt immer noch zu viele Kandidaten, die persönliche Interessen durchsetzen wollen. Die daraus resultierenden Streitigkeiten erschweren die Zusammenarbeit. Austausch von Argumenten aus allen politischen Richtungen in der Sache ist gut. Mehrheitsbeschlüsse müssen dann aber auch akzeptiert werden. Investitionen in die Infrastruktur. Wir werden noch viele Jahre damit zu tun haben, die Infrastruktur anzupassen, die durch die Baugebiete aus der Vergangenheit hinterherhängt. Leider sind die Gewinne aus den Baugebieten nicht im Ort geblieben. Deshalb wollen wir nur einen moderaten Einwohnerzuwachs. Ein weiteres Gewerbegebiet nördlich Ellerhorst. Damit werden Arbeitsplätze geschaffen, und wir generieren Steuereinnahmen, die wir im Dorf investieren können.

Wie wollen Sie Nichtwähler und Neuwähler zum Wählen bewegen?
Indem wir ehrlich bleiben. Den Wählern muss vor der Wahl klar sein, wen die jeweilige Partei oder Wählergemeinschaft zum Bürgermeister wählen wird. Indem wir den Wählerinnen und Wählern aufzeigen, dass wir für eine gute Politik stehen, die unser Dorf nach vorne bringt, gleichzeitig aber die dörflichen Strukturen erhält. Dafür steht auch unser Bürgermeister, der seit zehn Jahren hervorragende Arbeit für Bönningstedt leistet, mit seiner Aktion „Der Bürgermeister vor Ort“ sehr viele Menschen erreicht und dafür gesorgt hat, dass viele teure Aufgaben, die die Gemeinde gar nicht braucht, abgestoßen wurden, um den Haushalt zu konsolidieren.

Dazu gehört die Mitgliedschaft in einem Amt oder die Privatisierung der Sportgaststätte. Erst dadurch wurden wir fit für die Zukunft. Indem wir den Wählern unsere Arbeit kontinuierlich darstellen, wie wir es seit 24 Jahren mit unseren bisher 106 Infoblättern getan haben.

Wie wollen Sie künftig politische Arbeit gestalten?
Sehr transparent. Unter unseren Mitgliedern sind viele Fachleute, die unideologisch Themen bearbeiten, darunter Geschäftsführer, Controller, Ingenieure, aber auch Menschen die sich jahrelang ehrenamtlich im Schulelternbeirat und der übergeordneten Kindergartenelternschaft betätigt haben. Nicht zuletzt verfügt unser Bürgermeister über eine zehnjährige intensive Verwaltungserfahrung. Die braucht man, weil das Recht manchmal andere Wege geht als die eigenen Wunschträume. Dabei können sich die Wähler sicher sein, dass unsere Vertreter keine persönlichen Interessen verfolgen, sondern nur das Allgemeinwohl Bönningstedts.

Wie planen Sie, mehr Menschen für politisches Engagement zu motivieren?
Zum einen können die Menschen sehen, was man kommunalpolitisch erreichen kann. Die vielen Besuche des Bürgermeisters bei den Einwohnern vor Ort, die vielen neuen Bäume an der Bundesstraße, Ferienfreizeit für die Grundschüler, ein vierter Tag der offenen Ganztagsschule (OGTS) an der Grundschule. Zum anderen durch Gerechtigkeit. Wir haben kontinuierlich bei wichtigen Entscheidungen immer darauf geachtet, keinen einzelnen Bürger und keinen Verein zu bevorzugen oder zu benachteiligen.

Die BWG ist für politisches Engagement auf kommunaler Ebene besonders geeignet. Als Wählergemeinschaft unterliegen wir keinem Zwang zur Orientierung an Bundes- und Landesvorgaben, wir konzentrieren uns ausschließlich auf Bönningstedt.

Da wir seit zwei Legislaturperioden zwar die stärkste Fraktion sind und den Bürgermeister stellen, aber nicht über die absolute Mehrheit im Gemeinderat und in den Ausschüssen verfügen, kommt es in Bönningstedt ständig zu wechselnden Mehrheiten. Dies belebt die politische Diskussion, und in Bönningstedt wird kontinuierlich gute Politik gemacht.


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