Wegen der Hitze : BUND ruft dazu auf die Bäume in Quickborn zu gießen

Besonders Jungbäume, die etwa zwei bis drei Jahre alt sind, benötigen dringend Wasser.

Besonders Jungbäume, die etwa zwei bis drei Jahre alt sind, benötigen dringend Wasser.

Die anhaltende Dürre macht auch den Pflanzen in Quickborn zu schaffen. Wassertränke für Vögel und Insekten retten Tierleben.

shz.de von
08. August 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Die sengende Hitze der vergangenen Wochen macht nicht nur den Menschen zu schaffen. Auch die Pflanzenwelt leidet unter der anhaltenden Dürre. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Deutschland rief nun Bürger in Schleswig-Holstein dazu auf, Bäume zu gießen. Dieser Aktion schließt sich auch die Quickborner Ortsgruppe an.

Laut BUND-Sprecher Hans-Joachim Bull kommt es insbesondere darauf an, Jungbäume in der Stadt mit Wasser zu versorgen. „Das sind Bäume, die etwa zwei bis drei Jahre alt sind“, erklärte er. „Wenn ein Baum einmal einen Trockenschaden hat, dann ist es zu spät. Besonders gefährdet sind junge Bäume, deren Wurzeln noch nicht sehr tief reichen. Sie können deshalb nicht an die letzten Reste Bodenfeuchtigkeit gelangen“, schilderte Birte Lindner, Baumexpertin beim BUND Schleswig-Holstein.

Die Quickborner Ortsgruppe ruft jeden Quickborner zur Beteiligung an der Aktion auf.  „Jeder kann im Prinzip mitmachen. Vor allem, wer Bäume direkt vor der Haustür stehen hat“, sagte Bull im Gespräch mit unserer Zeitung.  Als Beispiel nannte er Bäume in der Jahnstraße: „Die sehen schon sehr traurig da aus“, fasste er  zusammen. 

Es kann nicht zu viel gegossen werden

Doch kann man beim Gießen von Bäumen auch Fehler machen? „Eigentlich nicht. Es kann nicht zu viel gegossen werden. Bei dieser Hitze kann es nicht genug sein“, antwortete Bull. Er gab noch ein paar wertvolle Tipps mit auf den Weg: „Um die Verdunstung so gering wie möglich zu halten, ist es am Sinnvollsten morgens oder abends zu gießen“, erläuterte Bull. Mindestens 60 Liter pro Baum und dies mehrmals pro Woche sind laut BUND notwendig, um den Pflanzen langfristig zu helfen. Bull erklärte weiter, dass es außerdem sinnvoll wäre, kein Trinkwasser für die Bewässerung zu verwenden. „Ideal wäre Wasser aus der Gartentonne oder einem Teich. Aber das stellt sich für manchen als schwierig heraus.“ Um auch wirklich alle Wurzeln der Bäume mit dem Wasser erreichen zu können, sei es hilfreich, einen kleinen Bewässerungswall um die Baumscheibe zu errichten. „Der Vorteil ist natürlich, dass das Wasser auch in die Erde fließt und nicht einfach wieder ungenutzt abfließt“, erklärte der Quickborn BUND-Sprecher. So könne eine zu schnelle Verdunstung verhindert werden.

Bull bat außerdem noch um Hilfe bei der Versorgung der Tiere und Insekten. Auch die würden unter den hohen Temperaturen sehr leiden. „Es wäre toll, wenn alle Bürger Vogeltränken aufstellen würden. Die helfen nicht nur den Vögeln sondern auch den Insekten“, betonte er. Dies solle für niemanden ein Problem sein, „selbst auf einem Balkon kann ich eine Tränke aufstellen“.

Stadt kommt nicht allein dagegen an

„Die Stadt Quickborn freut sich mit Sicherheit über tatkräftige Unterstützung seitens der Bevölkerung“, sagte Bull. Alleine könne die Stadt gegen das Problem nicht ankommen. „Die Leute können direkt vor der Haustür helfen“, bekräftige er. Seit 1992 setzt sich die Ortsgruppe für Umwelt- und Naturschutz in der Stadt Quickborn ein. Zu ihrer Arbeit gehört der Amphibienschutz, die Pflege von Kopfweiden, die Stellungnahme zu Bebauungsplänen sowie die Partnerschaft im Förderverein Himmelmoor.

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