Gesamtkonzept fehlt : BUND fordert mehr Naturschutz für Quickborn

Um die Biodiversität in Quickborn zu erhalten und zu verbessern, will der BUND in diesem Jahr die Bemühungen des Kulturvereins um die Wildblumenwiese in der Ladestraße unterstützen.

Um die Biodiversität in Quickborn zu erhalten und zu verbessern, will der BUND in diesem Jahr die Bemühungen des Kulturvereins um die Wildblumenwiese in der Ladestraße unterstützen.

Mehr Wohnraum, weniger Grünflächen: Fachleute prangern Maßnahmen-Flickenteppich der Stadt an.

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20. März 2018, 14:00 Uhr

Quickborn | Vor dem Hintergrund des zunehmenden Verlustes an Grünflächen zugunsten von neuem Wohnraum hat die BUND-Ortsgruppe Quickborn ein Gesamtkonzept für die Entwicklung der Stadt unter besonderer Berücksichtigung des Erhalts von Naturflächen gefordert. „Es gab in der Vergangenheit immer wieder gute Ansätze in den politischen Gremien, den Naturschutz zu stärken, aber es ist jeweils wenig nachgekommen“, sagte BUND-Sprecher Hans-Joachim Bull am Dienstag gegenüber shz.de. So gebe es lediglich einen Flickenteppich an Einzelmaßnahmen ohne klare Struktur.

Infoveranstaltung im April

Um die Biodiversität, also die biologische Vielfalt, in Quickborn zu erhalten und zu verbessern, will der BUND in diesem Jahr die Bemühungen des Kulturvereins um die Wildblumenwiese in der Ladestraße unterstützen. Geplant ist eine Veranstaltung an der Fläche im April, in deren Rahmen die Naturschützer über ihre Ziele und den Nutzen dieser Nahrungsflächen für Insekten informieren möchten. „Das Problem bei diesen Blühwiesen ist, dass sie im Sommer sehr attraktiv, im Winter allerdings etwas trostlos sind“, so Bull. Das sei nicht jedem Bürger zu vermitteln, und deshalb verstärke der BUND hier seine Aufklärungsarbeit.

Bull und sein Mitstreiter, der Naturschützer Jürgen Dammers beklagen außerdem den zunehmenden Flächenverbrauch und die geringen Möglichkeiten der Einflussnahme durch Naturschutzorganisationen. „Unser Ziel ist es nicht, nur zu reagieren, wenn ein Bebauungsplan abgesegnet werden muss“, sagte Bull. Vielmehr sei es Anliegen, bereits vorher aktiv zu werden, wenn ein Bebauungsplan etwa erarbeitet werde. „Wir müssen dahin kommen, dass auch innerstädtische Flächen aus der Nutzung genommen und als Grünflächen erhalten werden“, so Damm.

Achtsamer Umgang

Dazu gehöre ein achtsamer Umgang mit Bäumen, so Bull, der die zahlreichen Fällungen im Zuge des Autobahnausbaus im Quickborner Ortsteil Heide kritisierte. Vor diesem Hintergrund bleibt etwa die Pflege der Kopfweiden im Himmelmoor ein zentrales Thema der Umweltschützer. Ebenso wie die Zusammenarbeit mit Quickborner Kindergärten bei Projekten wie der Betreuung der Amphibienzäune. Mit der Krötenwanderung rechnen die Naturschützer allerdings erst zu Ostern.

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