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Keinen neuen Vorstand gefunden : „Bürger für Quickborn“ aufgelöst

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Die Bilanz der Vereinsarbeit fällt bei genauer Betrachtung durchwachsen aus.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2017 | 16:05 Uhr

Quickborn | Der Verein „Bürger für Quickborn“ (BFQ) ist 17 Jahre nach seiner Gründung jetzt aufgelöst worden. Das teilte Vorsitzender Peter Gudelius nach der Bestätigung der Liquidation durch das Amtsgericht Pinneberg mit. Das Vereinsvermögen – nach Abzug aller Verbindlichkeiten rund 2000 Euro – wurde zu gleichen Teilen an den BUND und den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club überwiesen. Grund für die Auflösung: Bereits im vergangenen Jahr fand sich kein Vorstand mehr. An Themen allerdings, so Gudelius, mangele es in Quickborn nicht.

Die Bilanz der Vereinsarbeit fällt bei genauer Betrachtung durchwachsen aus. Ihr wichtiges Ziel, die Schließung des AKN-Bahnübergangs Feldbehnstraße zu verhindern, haben die Mitglieder des Vereins, der 2000 unter dem Namen „Bürger für ein ungeteiltes Quickborn“ aus der Taufe gehoben wurde, nicht erreicht. Und doch war es genau dieses Thema, das viele Quickborner damals zusammenführte. „Wir hatten im Handumdrehen 140 Mitglieder“, so der inzwischen 86 Jahre alte Gudelius. Noch heute ist er sicher, dass die Prognosen der Stadt zur Verkehrsentwicklung auf falschen Gutachten beruhten. „Dem konnten die Quickborner aber nichts entgegensetzen.“ Tatsächlich wurde der Bahnübergang geschlossen, was für viele Bürger gefühlt zu einer Teilung ihrer Stadt führte. „Die Folgen wirken immer noch nach, zum Nachteil der Quickborner und des Quickborner Einzelhandels“, sagte Gudelius.

Danach hatte der Verein, der später den Namen „Bürger für Quickborn“ bekam, mit Mitgliederschwund zu kämpfen. Ein harter Kern stellte ihn neu auf und steckte sich neue Ziele. Auf die Agenda kam etwa die jährliche Verkehrszählung, um über die Entwicklung auf dem Laufenden zu bleiben. Die Mitglieder machten sich unter dem Titel „Quickborn macht sich hübsch“ für blühende Gärten und städtische Flächen stark – beides nach Ansicht Gudelius’ absolute Erfolgsprojekte. Der Stadt wirft er in der Rückschau vor, die Zusammenarbeit an mancher Stelle erschwert zu haben. „Wir haben zum Beispiel eine ganze Reihe von Vorschlägen gemacht, wo man Wildblumenwiesen anlegen könnte. Das wurde von der Stadt anschließend so lieblos vorbereitet, dass es zu einer Umsetzung nie gekommen ist.“

Auf der Habenseite allerdings können die Mitglieder den verbesserten Lärmschutz beim Ausbau der A7 verbuchen, ebenso wie den Erhalt des Gronau-Naturschutzgebiets. Dagegen blieb der Einsatz für eine zusätzliche Haltestelle auf der Strecke der Buslinie 594 erfolglos, und eine neue Linienführung der Buslinie 194 durch Quickborn-Heide wurde nach Angaben von Gudelius in Gesprächen zwischen Vereinsführung und Verkehrsverbund zwar ausgehandelt, bis heute aber nicht umgesetzt.

„Es stimmt, viele unserer Ideen haben in Quickborn nicht funktioniert, aber das spricht nicht gegen den Verein“, sagte er. Und darin liege nicht der Grund für die Auflösung. Gudelius wünscht sich für die Zukunft mehr Wertschätzung und Unterstützung des Quickborner Vereinslebens durch die Stadt und die Politik. „Wie lebhaft insbesondere das kulturelle Leben hier ist, wird von offizieller Seite kaum wahrgenommen.“ Einziger Lichtblick sei die Jugendarbeit. „Das ist die reinste Freude.“

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