Bürger bekommen Überweg zurück

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Einst wilde Querung der Bahnstraße wird offiziell und sicher

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20. Januar 2019, 16:00 Uhr

Voraussichtlich im kommenden Jahr wird es wieder eine Querung der Bahnstraße auf Höhe des AKN-Bahnhofs Ellerau geben, genau an der Stelle also, an der es bis 2011 einen „wilden“ Übergang gab. Er wurde wegen erheblicher Sicherheitsbedenken geschlossen, sehr zum Ärger vieler Bürger. Mit der Unterzeichnung einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Ellerau, Quickborn, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) und Wirtschafts- und Verkehrministerium wurde gestern nicht nur der Weg für die Planungen freigemacht. Damit gingen auch acht Jahre dauernde und in weiten Teilen zähe Verhandlungen zu Ende, in deren Verlauf sich die federführenden Kommunen oft genug nicht einigen konnten. Streitpunkt war vor allem die Finanzierung.

Bei dem Treffen gestern im Quickborner Rathaus wollte über die Zeit kaum noch jemand ein Wort verlieren. Elleraus Bürgermeister Ralf Martens (BVE), seinem Quickborner Kollegen Thomas Köppl (CDU), Verkehrminister Bernd Buchholz (FDP) und dem AKN-Geschäftsführer Wolfgang Seyb ging es vor allem darum, die Bedeutung des Projekts hervorzuheben. Köppl lobte es als eine für die Bürger gute Maßnahme. Zufriedenheit auch bei Martens, der nach eigenen Angaben vor allem die Sicherheitsaspekte im Blick hat. Von seinem Büro im Ellerauer Rathaus aus habe er mal gezählt, wie viele Menschen pro Tag den Gang durch die Unterführung vermieden und stattdessen einfach die Straße queren würden. Er kam auf 40. „Wenn es zu einem Unfall kommen würde, wäre das fahrlässig von uns“, sagte er. Aus diesem Grund sei er froh, dass nun eine Einigung zustandegekommen sei.

Buchholz, der vor rund einem Jahr zu einem Ortstermin nach Quickborn gekommen war, um Chancen für eine Einigung in der Sache auszuloten (unsere Zeitung berichtete), erhofft sich von der Querung eine bessere Verbindung zwischen Quickborn-Heide und Ellerau und damit eine Attraktivitätssteigerung der Bahn. Auf diesen positiven Effekt setzt auch AKN-Chef Seyb. „Manchmal hängt die Entscheidung, ob jemand das Auto nimmt oder mit der Bahn fährt, von der Frage ab, ob er durch die Unterführung gehen muss, um den Bahnsteig zu erreichen“, sagte er.

Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung steht nun auch der Zeitplan fest. Bis Ende des Jahres sollen nach Angaben des Verkehrsministers die Planungsunterlagen fertig sein, mit dem Bau könnte 2020 begonnen werden. Im Vorwege hat die Stadt Quickborn bereits einige Quadratmeter Land auf Höhe des Ohlmöhlenweges erworben. Der Platz werde benötigt, um die Bahnstraße etwa zwei Meter verschwenken und auf der Bahnhofseite eine Wartezone für Fußgänger einrichten zu können, teilte der Leiter des Quickborner Fachbereichs Stadtentwicklung, Felix Thermann, mit. Umlaufsperren an beiden Seiten sollen sicherstellen, dass Passanten nicht ungehindert auf die Straße laufen können. Zebrastreifen oder Mittelinsel sind nicht geplant.

Die Kosten von rund 280 000 Euro müssen Quickborn und Ellerau übernehmen. Die Stadt bezahlt rund 210 000 Euro, Ellerau steuert 60 000 Euro bei. Bürgermeister Martens lobte nicht nur die gute Zusammenarbeit und den „Schulterschluss“ mit Quickborn, sondern auch seine Gemeindevertretung. Er sei froh, dass die Abgeordneten den Zuschuss von ursprünglich 40 000 Euro ohne Debatte erhöht hätten.

Dieses Projekt wird nicht das einzige entlang der Bahnstraße bleiben. In Planung ist außerdem ein sicherer Übergang auf Höhe des Bahnhofs Tanneneck. Dort gibt es zwar eine Fußgängerampel, der Platz an der Anlage ist aber zu klein für mehrere wartende Passanten oder gar einen Kinderwagen. Wie die Lösung für das Problem aussehen könnte, ist Gegenstand laufender Gespräche. Offenbar sind die schon recht weit gediehen, denn Seyb rechnet auch hier mit dem Baubeginn in 2020.

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