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Finanzausschuss : Bönningstedt will Geld zurücklegen

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Finanzausschuss der Gemeinde Bönningstedt empfiehlt Rücklage für Investitionen am Niederschlagswassernetz statt eine Tilgung des Kredits bei Hamburg Wasser.

shz.de von
erstellt am 12.Dez.2013 | 12:00 Uhr

Es war eine der letzten Amtshandlungen, die das Amt Pinnau im Dezember 2012 für die Gemeinde Bönningstedt vollzog: Die Übertragung der Schmutzwasser- und Niederschlagswassernetze an Hamburg Wasser beziehungsweise die Hamburger Stadtentwässerung (HSE). Das bedeutet, dass die Aufgaben der Wartung, Instandhaltung und Ausbau der Rohrleitung von HSE übernommen werden und dafür das Rohrleitungssystem in den Besitz der HSE übergeht.

„Die Gemeinde hat Steuermittel in den Bau dieser Leitungen, die das Niederschlagswasser abtransportieren investiert und kann diesen Betrag nun zurückfordern“, erklärt Lars Christiansen, der sich bei der HSE um die Geschäftsentwicklung kümmert. Die Summe in Höhe von knapp 490 000 Euro könne jedoch auch als Rücklage für den Eigenanteil der Gemeinde für Reparaturen am Netz verwendet werden. „Die andere Möglichkeit wäre, mit diesem Betrag den Kredit zu verringern, den die Gemeinde bei der HSE für die Beseitigung des Schmutzwasser aufgenommen hat“, so Christiansen.

Vor diese Entscheidung sahen sich die Bönningstedter Mitglieder des Finanz- und Personalausschusses gestellt. Sie entschieden sich mehrheitlich dafür, der Gemeindevertretung die erste Variante zu empfehlen: Rücklage statt Auszahlung.

Bürgermeister Peter Liske (Foto, BWG) zieht als Begründung auch das Ergebnis der Kamerabefahrung der Rohrleitungen heran. „Die Schäden am Schmutzwassernetz der Gemeinde sind relativ gering, sie belaufen sich auf etwa 50 000 Euro“, so Liske. Ganz anders sieht es am Niederschlagswassernetz aus: „Etwa 50 Prozent des Netzes wurden auf Schäden untersucht, hochgerechnet müssen wir in den nächsten zwei bis fünf Jahren mit ein- bis eineinhalb Millionen Euro Investitionskosten rechnen“, sagte Liske im Gespräch mit dieser Zeitung.

Den Grund für den unterschiedlichen Zustand der Leitungen erklärt Liske so: „Durch die Schmutzwasserleitungen läuft permanent ein Rinnsal, da dauert es sehr lange, bis beispielsweise eine eingewachsene Wurzel zum Problem wird“, beschreibt er. Anders beim Abtransport des Regenwassers: „Bei einer Stoß-Belastung, etwa nach Starkregen, wird aus einem kleinen Schaden durch den Druck der Wassermassen schnell ein großes Problem“, so Liske weiter.

Durch die Rücklage wolle die Gemeinde sicherstellen, dass der Eigenanteil, der für die Reparatur oder Erneuerung anfällt, jetzt schon angespart ist. Im nächsten Schritt müssen die Politiker der Gemeinde über die Erhebung von Niederschlagswassergebühren beraten. Dazu wird während der nächsten Ausschusssitzung ein Vertreter der HSE erläutern, wie die Größe der versiegelten Flächen der Gemeinde berechnet wird. Dass die Gebühr kommen wird, steht außer Frage: „Das ist im Kommunalabgabengesetz so festgelegt“, sagt Liske.

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