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Quickborner Tageblatt

22. August 2017 | 20:57 Uhr

Bilsen – Hort gefährlicher Wendigos

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Abenteuer 40 Kinder retten Zeltlager vor Monster

Helle Aufregung bei dem 35. Bilsener Kinderzeltlager. 40 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren hatten Freitagabend gerade in aller Ruhe ihre 16 Zelte auf der Bürgermeisterwiese aufgebaut, am Lagerfeuer Stockbrot gebraten, Brot mit Spiegelei gegessen oder Fußball und Volleyball gespielt, als etwas Unvorhergesehenes geschah.

Wie bei jedem Zeltlager, bei dem die Kinder ein riesiges Abenteuer erleben und selbst aktiv werden sollen, um ihr Dorf zu retten. An diesem Wochenende begegnete ihnen ein Fabelwesen. Am Ende der großen Wiese tauchte aus dem dichten Gebüsch ein zweibeiniges, gebückt humpelndes Monster auf, das knurrende Laute von sich gab und mit dem Stock in die Büsche schlug. Die Kinder waren entsetzt und hielten sich eng an die Betreuer. Diese warnten davor, sich dem Wesen zu nähern. Auf Kommando schrien sie alle das Monster an, das sich die Ohren zuhielt und verschwand. Dafür kam ein Wander-Jäger mit seinem Hund auf die Wiese. Nach den Beschreibungen der Kinder des Unholds wie Fellkleid, Hörner, gebücktes Gehen und Grunzen, wusste Jäger Bob, dass sie es mit einem Wendigo zu tun hatten. Einem gefährlichen Wesen, dessen Lieblingsspeise Wolpertinger waren. „Ich bin auf der Suche nach diesen kleinen Mischwesen und zähle sie“, sagte er. Ihm seien schon mehrfach Wendigos begegnet, die mit Geschrei zu vertreiben seien.

„Kannst Du uns helfen“, fragte ihn ein Junge, und ein anderer: „Kannst Du ihn jagen?“ Ob er wohl länger bei ihnen bleiben könne, fragte ein Kind den Jäger hoffnungsvoll. „Du kannst bei mir im Zelt schlafen“, bot ein anderes an. Als Lagerleiter Achim Bestmann die kleinen Zelter fragte, ob Bob wieder gehen solle, weil außer den Betreuern kein Erwachsener dort etwas zu suchen habe, tönte ihm ein entsetztes „Nein!“ aus allen Kehlen entgegen. So schlug Bob sein Zelt auf. Die Bilsener Wehr hielt Nachtwache.

Am nächsten Tag hatten alle eine erneute Begegnung mit dem Wendigo. Beim Spaziergang im strömenden Regen durch den Bilsener Wohld zum Hotel-Restaurant „Waldfrieden“, wo sie seit 35 Jahren von Besitzer Siegmund Beierle zum Mittagessen eingeladen werden, kam plötzlich Nebel auf. „Aus dem farbigen Rauch kam das Monster und hat Wolfsschreie gemacht“, gruselte sich Madleen Gülck (6), und ihre Schwester Marie (10) ergänzte: „Es war richtig sauer und hat einen Knüppel nach uns geworfen.“ Mit Geschrei konnte es vertrieben werden. Im Waldfrieden überraschte die Lagermannschaft Beierle mit von Celina Missal selbst gedichteten Zeilen in Liedform. So hieß es etwa: „Einmal im Jahr, da ist’s soweit, wir sind hier zu Gast, heute sagen wir Dir Dankeschön, Du bist’s, der es möglich macht. Zum Essen gibt’s hier nie zu knapp, wir werden immer satt.“

Auf dem Rückweg kehrten die Kinder bei Landwirt Matthias Gülck ein, der Süßigkeiten spendierte. Zurück auf der Wiese war eine große Spieleparty mit mehreren Mannschaften angesagt. Der Höhepunkt des Zeltlagers war die traditionelle Nachtwanderung. Lara Kuhlmann (7) wäre am liebsten im Lager geblieben, aber: „Ich bin mitgegangen, weil ich meinen Papa anfassen konnte, der als Feuerwehrmann mitkam.“ Das Monster löste sich am Rodelberg in Luft auf, nachdem Jäger Bob im Ringkampf verhinderte, dass es sich die Ohren zuhalten konnte und die Kinder mächtig kreischten.

Die Spielepreise, die Firma Wilhelm Mohr spendierte, wurden gestern nach dem Abschiedsgrillen mit Eltern und Gästen verteilt, bevor das ereignisreiche Zeltlager seine Pforten schloss – vielleicht bis zum nächsten Jahr. Julian Voll (13), der seit zwei Jahren in Bilsen wohnt, ist das zweite Mal dabei. „Ein Wochenende mal ohne Eltern ist richtig gut“, sagte er. Wer 14 Jahre alt ist, scheidet aus wie Niklas Krohn, der acht Mal dabei war. „Schade“, sagte er und möchte nun unbedingt Jugendbetreuer werden. Die Funktion üben Josepha Schümann (17) und Josy Kramer (18) aus. „Wir haben als Kinder mitgemacht und werden immer Zeltlagerkinder bleiben“, strahlten sie.

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