Beschwerden sind erwünscht

An manchen Tagen fliegen die Flugzeuge besonders niedrig über die Gemeinde Hasloh hinweg.
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An manchen Tagen fliegen die Flugzeuge besonders niedrig über die Gemeinde Hasloh hinweg.

Hasloh setzt auf Unterstützung der Landesbehörden im Kampf gegen den Fluglärm / Informationsflyer soll an alle Haushalte verteilt werden

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28. November 2018, 16:00 Uhr

Das Jahr 2017 war das lauteste in Sachen Fluglärm. So steht es im Lärmreport. Besonders für die Gemeinde Hasloh ein Zustand, der nur schwer zu ertragen ist. Seit Jahren setzen sich Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD) und die Kommunalpolitiker dafür ein, dass zumindest Nachts Ruhe in der Gemeinde herrscht (unsere Zeitung berichtete). Bisher ohne Erfolg. 66 Prozent des Flugverkehrs wurde über die Gemeinde geleitet. Laut Prognosen wird der Verkehr in den nächsten Jahren sogar weiter ansteigen.

Doch Aufgeben ist für die Hasloher keine Option. „Ich höre vielfach, dass es gar nichts bringen würde, Beschwerde einzureichen. Wenn wir aber nichts tun, wird es für uns nur noch schlimmer“, appellierte Matthias Guckel (CDU), Vorsitzender des Umweltausschusses, während der jüngsten Sitzung.

Ihm fehle es in der Gemeinde eindeutig an einer Bürgerinitiative, die sich gegen den zunehmenden Fluglärm stark macht. „In Hamburg gibt es viele Initiativen und Aktivisten, die sich vehement für ihre Rechte einsetzen. So sind wir natürlich in einer schlechten Position“, sagte Guckel. Nur wenige Beschwerden aus der Gemeinde seien in der vergangenen Zeit beim Hamburger Flughafen eingegangen. „Daher wollen wir jetzt die Beschwerdeaktivität wieder steigern, um etwas bewirken zu können“, so Guckel weiter.

Für Hasloh wäre es laut Guckel ein Erfolg, wenn der Stand von 2015 wieder erreicht werden könnte. Weiterhin werden Abkurvpunkte nicht eingehalten, und auch die Erhöhung der Bußgelder bei Verstößen gegen das Nachtflugverbot zeigten keine Wirkung.

Die Gemeinde will es nun der Stadt Quickborn gleichtun und einen Informationsflyer an alle Haushalte verteilen (unsere Zeitung berichtete). „Viele wissen gar nicht, wo und wie sie sich beschweren können“, argumentierte Guckel.

Bürgermeister Brummund strebt außerdem Unterstützung aus Kiel an. „In Hamburg hat sich der Senat bereits mit dem Thema befasst. Wir brauchen auch höhere Unterstützung“, forderte er. Gleichzeitig hat sich Guckel bereits mit Peter Lehnert (CDU), stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, in Verbindung gesetzt. „Momentan haben wir gegenüber Hamburg einfach schlechte Karten“, fasst es Guckel zusammen. Dennoch setze er auf die Unterstützung.

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