„Haus Roseneck“ : Beim „Quickborner Tisch“ geht niemand leer aus

Der Ansturm von Hilfsbedürftigen auf Lebensmittel beim Quickborner Tisch wird immer größer. Christian Rohde, Leiter der diakonischen Einrichtung (Mitte) im „Haus Roseneck“, und sein Team helfen, sodass niemand leer ausgehen muss.
Der Ansturm von Hilfsbedürftigen auf Lebensmittel beim Quickborner Tisch wird immer größer. Christian Rohde, Leiter der diakonischen Einrichtung (Mitte) im „Haus Roseneck“, und sein Team helfen, sodass niemand leer ausgehen muss.

Auch Flüchtlinge und Asylbewerber nutzen jetzt den „Quickborner Tisch“. Sprachkurse für Migranten.

shz.de von
19. Januar 2015, 16:00 Uhr

Quickborn | Bisher waren es überwiegend bedürftige Einheimische, die den „Quickborner Tisch“ in Quickborn in Anspruch nahmen. Inzwischen ist der Andrang jeden Mittwoch ab 11 Uhr, dem Ausgabetag von gespendeten Lebensmitteln, auf etwa 80 Personen angewachsen. Tendenz steigend. Der Grund: Auch die in Quickborn lebenden Flüchtlinge aus Krisengebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan nutzen die Ausgabestelle und deren Hilfsprojekte.

150 Flüchtlinge und Asylbewerber gibt es aktuell in Quickborn, im ganzen Kreis sind es 776. Bis zu 90 neue Heimatvertriebene werden dieses Jahr in der Eulenstadt erwartet.

„Wir sind zu einem Anlaufpunkt für diese Menschen geworden. Hier finden sie materielle Hilfe und eine Erst-Orientierung“, sagt Christian Rohde, Leiter der diakonischen Einrichtung in der Kieler Straße 95, wo auch die „Werkstatt“ untergebracht ist. Dort werden Langzeitarbeitlose für den Arbeitsmarkt fit gemacht werden.

Der „Quickborner Tisch“, den auch bedürftige Rentner und Hartz-IV-Empfänger nutzen, ist auf Spenden angewiesen: Netto, Lidl, Kolls, Nahkauf, Edeka Harms, Markant, Sky und der Gemüsehändler Arkadasch – sie alle sorgen für Nachschub an Lebensmitteln, damit immer genug da ist. Und die Teilnehmer der „Werkstatt“ helfen auch mit: „Die Menschen, die sich in anderen Städten am Bahnhof langweilen, engagieren sich in Quickborn bei der Flüchtlingshilfe“, sagt Rohde.

Erweitertes Hilfsangebot

„Sich abzuschotten gegen hilfsbedürftige Menschen ist nicht menschlich und schafft nur neue Probleme“, sagt Rohde. Deshalb habe man das Hilfsangebot erweitert. „Im Rahmen unserer Migration-Sozialarbeit bieten wir zweimal wöchentlich einen Sprachkursus zur Erst-Orientierung an, den eine ausgebildete Sprachlehrerin in unserem Hause durchführt“, berichtet Rohde. Der Unterricht ist für Flüchtlinge aus Krisengebieten vorgesehen, deren Aufenthaltstitel bisher nicht gesichert ist. Denn erst bei Anerkennung hätten sie rechtlich einen Anspruch auf einen staatlichen geförderten Sprachkurse, so Rohde.

Außerdem wurde nach den Sommerferien im vorigen Jahr eine Fahrrad-Spendenaktion ins Leben gerufen, um Bedürftigen und Flüchtlingen mehr Mobilität zu verschaffen. Mehrere „Werkstatt“-Mitarbeiter überholten und reparieren gespendete Fahrräder, für die sich Anwärter auf einer Liste vormerken lassen können. „120 Räder sind bei uns schon fertig gestellt worden, und es gibt noch eine Warteliste, die wir zügig abarbeiten werden“, erklärt Rohde. 20 Räder werden noch benötigt. Wer Drahtesel zur Verfügung hat, kann sie an der Kieler Straße vorbeibringen. Rohde ist unter Telefon 04106-127900 erreichbar. Sein Engagement geht weiter: Für dieses Jahr plant Rohde einen Treff für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer. Vielleicht wird es eine Art Café, verrät er.

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