Gertrudenhof Quickborn : Bauvorhaben lockt die Menschen an

In der Mensa der Comenius-Schule waren bei der Diskussionsrunde zum Bauvorhaben auf dem Gertrudenhof-Areal alle Plätze besetzt.
In der Mensa der Comenius-Schule waren bei der Diskussionsrunde zum Bauvorhaben auf dem Gertrudenhof-Areal alle Plätze besetzt.

Bürger äußern sich kritisch über Geschosshöhe, Bebauungsdichte und Baumfällungen. Erneute Präsentation im Herbst.

shz.de von
21. Mai 2015, 10:00 Uhr

Quickborn | Wer am Dienstagabend erst zu Beginn der Diskussionsrunde in der Mensa der Quickborner Comenius-Schule erschien, der suchte vergeblich nach freien Stühlen. Denn die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung im Bauleitplanverfahren „Gertrudenhof“ hatte mehr als 100 Anwohner und interessierte Bürger angelockt, die die zuvor ausgehängten Pläne begutachten und anschließend Anregungen, Bedenken und Sorgen anbringen wollten.

Sachbezogen und moderat im Ton verlief die Veranstaltung – sowohl während des Vortrags des Hamburger Stadtplaners Gerd Kruse, der das Konzept des Investors Schaffarzyk vorstellte, als auch in der anschließenden Fragerunde. Hitzig ging es nur zu, als sich der erste Anwesende vorbehaltlos positiv zu dem Bauvorhaben geäußert hatte. „Ich finde es toll, dass es einen Investor gibt, der citynah 90 Wohneinheiten bauen will“, sagte der Betreffende und erntete dafür verhaltenen Applaus.

„Für wen sprechen Sie eigentlich?“, erwiderte ein Mann, der drei Stuhlreihen davor aufgesprungen war. Nachdem der Fürsprecher klargestellt hatte, er sei ein Neubürger Quickborns und spreche für sich, gestaltete sich die weitere Diskussion ebenso sachlich wie zuvor. Aber: Als habe der Befürworter ein Tabu gebrochen, häuften sich im Anschluss weitere positive Wortmeldungen.

Allerdings waren sie im Regelfall mit skeptischen Anmerkungen zu dem Bauvorhaben verbunden. Allen voran traten in den Redebeiträgen dieselben Kritikpunkte zutage, die bereits in den März-Sitzungen des Ausschusses für Stadtentwicklung und Umwelt und der Ratsversammlung thematisiert worden waren: die Geschosshöhe, die Bebauungsdichte und damit die Abstände zu bereits bestehenden Wohnhäusern sowie die mit der Erschließung des Baugrunds einhergehenden Baumfällungen. „Die Kritik konzentriert sich wirklich auf diese Aspekte. Aber das ist nichts, was uns überrascht hätte“, resümierte Friederike Lattmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt, am Vormittag nach der Veranstaltung und wiederholte einen Appell, den sie bereits während der Einführung in die Veranstaltung an die Anwesenden gerichtet hatte: „Sie können schriftliche Eingaben mit ihren Anregungen machen. Wir bitten allerdings darum, diese zügig einzureichen.“

Präsentation des überarbeiteten
Bebauungsplans angekündigt

Dass am Abend selbst keine Entscheidungen fallen würden, hatten sowohl Lattmann als auch Kruse betont und das weitere Vorgehen skizziert. Demnach folgen den schriftlichen Eingaben die Analyse und Bewertung. Unisono kündigten die Verwaltungsfrau und der Stadtplaner die Präsentation des überarbeiteten Bebauungsplans und die erneute Öffentlichlichkeitsbeteiligung für Herbst an. „Dann haben Sie noch einmal vier Wochen Zeit, weitere Eingaben zu machen“, erklärte Lattmann. Sie lobte den „konstruktiven Charakter“ der Veranstaltung.

Der spiegelte sich auch wider in der an Kruse als Investor-Vertreter gerichteten Bitte eines Anwesenden, die Zahl der Wohneinheiten auf 70 und die Gebäudehöhe auf maximal zwei plus Staffelgeschoss zu reduzieren. „Das könnte doch ein Weg sein, der für alle gangbar wäre“, sagte er und erntete großen Applaus. Wie Kruse ankündigte, werde die Präsentation des Baukonzepts in Kürze auf der Internetseite der Stadt bereitgestellt.

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