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Ellerau : „Basteln ist etwas völlig anderes“

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Der Modellbauverein SMC Albatros Ellerau feiert seinen 30. Geburtstag. Eine Ausstellung am Wochenende im Bürgerhaus zeigt 20 Miniaturschiffe.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 14:10 Uhr

Ellerau | Harald Sies ist entspannt. Sehr entspannt, um genau zu sein. Das könnte an seinem kreativen Hobby liegen: Der Vorsitzende des Vereins SMC Albatros Ellerau baut Miniaturschiffe – und das bereits seit 28 Jahren. Den Verein gibt es in diesem Jahr seit 30 Jahren. Mit einer Ausstellung im Bürgerhaus Ellerau soll das am kommenden Wochenende gefeiert werden. „Wir wollen zeigen, was so ein Verein leisten kann“, sagt Sies stolz.

120 Schiffsmodelle werden vorgeführt: vom Schlepper über historische Binnenschiffe bis hin zu modernen Marineschiffen. Nicht nur die Ellerauer steuern ihre Schätzchen bei, auch befreundete Vereine aus Hamburg, Drochtersen und Uetersen sind mit dabei.

Geöffnet ist die Ausstellung im Clubraum am Sonnabend, 26. April, zwischen 10 und 18 sowie am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr. Am Sonnabend gibt es zusätzlich Flugvorführungen in der Sporthalle. Der Eintritt ist frei. Um eine kleine Spende für die Jugendarbeit wird gebeten.

Seit 17 Jahren ist Sies der Vorsitzende des Vereins. Der 67-Jährige liebt sein Hobby. „Das ist wie ein Fieber. Ich bin selbst in jungen Jahren zur See gefahren und habe dann später mit dem Modellbau angefangen.“ Mit Basteln habe sein Hobby übrigens nichts zu tun. „Wir bauen die Schiffe, machen fast alles selber. Da gibt es keine vorgefertigten Teile. Nur solche Dinge wie die Motoren kaufen wir dazu.“ Gearbeitet wird mit Bauplänen der Originalschiffe. „Das ist nicht wie ,Malen nach Zahlen‘. Wir arbeiten nur selten mit Bausätzen“, erklärt Siers.

Die gesamte Schiffspalette deckt der Verein ab. Vom robusten Marineschiff bis zu so außergewöhnlichen Modellen wie einem Riva Aquarama-Boot, mit dem einst Gunther Sachs in seinen Playboy-Zeiten neben Brigitte Bardot durch den Hafen von St. Tropez schipperte.

Wer glaubt, so ein Miniaturschiff sei in ein paar Wochen fertig, der ist auf dem Holzweg: Schon die Installation der winzigen Elektronikteile sei sehr zeitaufwendig. „Schauen Sie mal, diese winzige Lampe.“ Erst beim genaueren Betrachten sieht man die Liebe zum Detail.

Die Boote und Schiffe des Vereins stehen übrigens nicht nur herum, sie werden auch zu Wasser gelassen. Im See hinter dem Bürgerhaus haben die Hobbyhandwerker dafür ideale Bedingungen.

Nachwuchsprobleme hat der Verein mit etwa 60 Mitgliedern übrigens nicht. Sies hat festgestellt, dass das Handwerk auch bei der jungen Generation wieder gut ankommt. „Im Moment rennen sie uns die Türen ein.“ 18 Kinder und Jugendliche machen zurzeit mit.

Die Beiträge sind moderat: 30 Euro zahlen Jugendliche pro Jahr, Erwachsene 36 Euro. Kinder ab zehn Jahren und Jugendliche können drei Monate kostenfrei mitmachen, um herauszufinden, ob ihnen das Hobby liegt. Die Großen bezahlen ihr Material selbst, die Kleinen bekommen alles gestellt.

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