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Quickborn : Ausstellung „Turm der blauen Pferde“

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Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Quickborner Künstlerin Ingeborg Körber stellt im Krögerhof einen Zyklus von zehn Bildern aus. Die Schau geht bis Oktober.

von
erstellt am 03.Sep.2014 | 16:00 Uhr

Quickborn | Der „Turm der blauen Pferde“ ist der Titel eines verschollenen Gemäldes des 1916 im Ersten Weltkrieg gefallenen expressionistischen Malers Franz Marc. Auch die Quickborner Künstlerin Ingeborg Körber zeigt in ihrer neuen Ausstellung Acryl-Bilder mit blauen Pferden. Abstrakt gemalt. Der zehnteilige, in sich geschlossene Zyklus, an dem Körber ein Jahr lang gearbeitet hat, ist bis Oktober in ihrem Atelier im Krögerhof ausgestellt.

„Auf eine Vernissage habe ich bewusst verzichtet“, sagt die 71-Jährige. Dafür ist die Ausstellung bis Oktober jeden Dienstag von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Damit will sie Besucher locken. Oder man vereinbart einen Termin mit der Künstlerin. Oft kommen zu den Treffen Frauen, die plaudern wollen, sagt sie. Auf jeden Fall nimmt Körber die Gäste mit an die Hand und wird ihnen einen Einblick in ihren Bilderzyklus geben – ein Werkstattgespräch, denn die Bilder haben alle eine Intention.

Nein, nicht nur blaue Pferde sind zu sehen, sondern auch orangefarbene und rote. Ein Spiel mit den Komplementärfarben, das Emotionen beim Betrachter weckt. Das erste und das letzte Bild zeigen eine Tänzerin – rund. Alle zehn Werke erzählen zusammen eine zu Assoziationen anregende Geschichte, die unter dem Motto „Bewegung in Zeit und Raum“ stehen und in denen die Malerin der Reduzierung frönt. Vieles ist nur angedeutet, bleibt der Vorstellungskraft des Betrachters überlassen.

Sind die Pferde etwa aus den Händen einer Tänzerin wie durch Zauberei entsprungen? Im dritten Bild des Zyklus sind sie manifestiert und geerdet, weil sie an der festen Wand seien, so Körber. Ihr ging es dabei auch um die Spannung von Bewegung und Ruhe: „So sind die Pferde auf dem Karussell fixiert, während sich das Karussell dreht “, erläutert Körber den Gegensatz.

Die Fenster hat übrigens Hans-Joachim Hein (78), ihr Lebensgefährte, mit Packpapier abgedunkelt, um einige der Bilder davor aufzuhängen – sie schweben scheinbar im Raum, so der Eindruck. „Hajo unterstützt mich sehr. Er hält mir den Rücken frei. Viele Künstler würdigen gar nicht, dass sie es ohne einen Partner gar nicht schaffen würden“, betonte Körber. Täglich arbeitet sie zwei Stunden im Atelier. Da kommt etwas zusammen. Auch ihre anderen Arbeiten stellt Körber deshalb aus. Genauso wie die Werke von Anita Schreiber, einer Künstlerkollegin aus Quickborn, deren abstrakte, expressive Naturfotos ebenfalls sehenswert sind.

Gern würde Körber noch mehr Quickborner Künstlern Raum für deren Œuvre geben, doch ihr Atelier würde aus allen Nähten platzen. Sie hat allerdings bereits Kontakt zum Betreiber des Sportparks aufgenommen. Dort wird es bald eine Ausstellung geben. „Ich will noch mehr für die Künstler in Quickborn und Umgebung tun“, sagt sie. Ein Haus der Malerei und der Kultur schwebt ihr vor, so in der Art wie das Kunsthaus Norderstedt, wo die ganze Bandbreite der Kunst vor Augen geführt wird. Kein Wunder also, dass sie sich in der Arbeitsgruppe Leben im Zuge eines Stadtmarketings dafür stark macht.

Doch bis es soweit ist, kann man im Krögerhof im Klingenberg 20 a vorbeischauen und sich von Körber auf eine Reise in die wunderbare Welt der Kunst mitnehmen lassen.

Ingeborg Körber (71) studierte in Freiburg Französisch, Geschichtsphilosophie und Deutsch. Dann machte sie eine Ausbildung zur Pferdewirtschaftsmeisterin. Sie arbeitete als Kunsttherapeutin für Querschnittsgelähmte im Boberger Unfallkrankenhaus und bot Malen als Freizeitbeschäftigung für die Patienten an. Seit vier Jahren hat sie ihr Atelier im Krögerhof und malt dort täglich. Sie genießt die Zeit bei ihren Bildern und bei den Pferden. In zahlreichen Ausstellungen in Quickborn und im Umland hat sie ihre Werke präsentiert. www.koerber-hein.de
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