Quickborn : Arthouse-Filmreihe im Beluga-Kino

Edwin Zaft (links) und Kai Bartels haben die neue Filmreihe über Kunst und Künstler gemeinsam konzipiert.
Edwin Zaft (links) und Kai Bartels haben die neue Filmreihe über Kunst und Künstler gemeinsam konzipiert.

Kunstverein Quickborn kooperiert mit Lichtspielhaus-Betreiber. Einblicke in die Kunst durch Spielfilme und Dokus.

shz.de von
28. August 2018, 12:00 Uhr

Quickborn | Im kommenden Monat fällt der Startschuss für eine neue Filmreihe mit dem Titel „Kunst-Kino“. Dafür kooperieren der Kunstverein Quickborn und die Betreiber des Beluga-Kinos. Ziel ist es, einen etwas anderen Blick auf verschiedene Künstler und die Kunst zu ermöglichen. Gedacht ist das Angebot für Mitglieder und Nichtmitglieder gleichermaßen.

Ein Herzensprojekt

Edwin Zaft realisiert damit ein Herzensprojekt. „Ich gucke gern solche Filme, aber allein vor dem Fernseher macht das nicht so viel Spaß wie zusammen im Kino“, sagte der Vorsitzende des Kulturvereins und Ideengeber. Also suchte er sich einen Partner und fand ihn in Kai Bartels, Inhaber des kleinen Quickborner Kinos. Der begeisterte Cineast ist bekannt dafür, offen für Neues zu sein und gern ungewöhnliche Wege zu gehen. So machte er aus dem Quickborner Lichtspielhaus in den vergangenen 15 Jahren eines, in dem Mainstream- und Arthouse-Filme, gleichermaßen gezeigt werden. „Ich fand den Gedanken des Kunstvereins sofort charmant“, sagte er.

Bartels hat lange im Hamburger Abaton-Kino gearbeitet, jenem legendären Programmkino, das sich durch seine Filmkunst von den großen Lichtspielhäusern abgrenzt. Ihn und Zaft eint die Überzeugung, dass ein Kino immer auch ein Kulturort ist, der in gewisser Weise allen gehört. Entsprechend schnell waren sie sich einig. „Wir haben zehn Minuten gebraucht, dann stand das Konzept für das Kunst-Kino“, so Bartels. Nun soll möglichst jeden Monat ein Film aus der Reihe gezeigt werden. Bis November steht das Programm, wie es dann weitergeht, entscheidet das Publikum und hängt von der Resonanz ab.

Chancen für Fortsetzung?

Die Chancen für eine Fortsetzung stehen allerdings gut, denn Zaft hat die Mitglieder des Kunstvereins von Beginn an eingebunden, sich bei ihnen Rückendeckung für seinen Plan geholt. „Wir haben eine Umfrage gemacht und hatten einen riesigen Rücklauf.“ Die Teilnehmer konnten aus einer Liste von 40 Titeln ihr persönliches Ranking erstellen und kamen dabei auch gleich mit eigenen Vorschlägen. Zaft hat diese Reaktion bestärkt, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

Für ihn ist das Kino ein „tolles Transportmittel“, wenn es darum geht, die Bildende Kunst in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Und er möchte das Thema auch für diejenigen interessant machen, die sich mit Kunst bislang bestenfalls am Rande auseinandergesetzt haben. „Wir haben eine Mischung aus Dokumentationen und Spielfilmen zusammengestellt, also auch leichte Kost im Programm“, so Zaft. Dadurch möchte er Hemmschwellen und mögliche Vorurteile abbauen und motivieren, sich auf Neues einzulassen. „Man braucht kein kunsthistorisches Wissen, damit man die Filme genießen kann“, so Zaft. Um das bewusste Erleben von Kunst auf der Kinoleinwand möglichst nachhaltig zu gestalten, setzt der Vereinschef auf eine Diskussion aller Besucher im Anschluss an jede Vorführung.

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